Unsere Themenseiten

:

Schule sucht Lösung für Toilettenproblem

Die Schulleitung des Gymnasiums hat das Toilettenpapier entfernt. Eine Erziehungsmaßnahme, weil das stille Örtchen teilweise mit Fäkalien beschmiert worden sei.
Die Schulleitung des Gymnasiums hat das Toilettenpapier entfernt. Eine Erziehungsmaßnahme, weil das stille Örtchen teilweise mit Fäkalien beschmiert worden sei.
Monika Strehlow

Seit Montag müssen Schüler am Gymnasium, die mal müssen, Toilettenpapier im Sekretariat holen. Viele empfinden das als eine Demütigung. Doch viele sagen auch, dass sich manche Schüler wie die Vandalen auf der Toilette benehmen würden.

Die Schulleitung des Prenzlauer Gymnasiums hat ihre Ankündigung Folge wahr gemacht. Die Handtuchspender sind nun leer, es gab auch kein Toilettenpapier. Jeder der ein Bedürfnis hat, musse sich im Sekretariat melden und bekommt auf Nachfrage ein Papierhandtuch und einige Blätter Toilettenpapier. „Das ist so etwas von entwürdigend“, schimpfte einer der Schüler. Einige Schüler hatten sich aufgemacht, um ihren Protest gegenüber Direktorin Jutta Jankow vorzubringen.

Doch die verteidigte ihre Maßnahme erneut. „Ungewöhnliche Situationen verlangen ungewöhnliche Maßnahmen. Wenn die Schüler es als demütigend empfinden, sich das Toilettenpapier rationsweise abzuholen, dann kann ich das durchaus nachempfinden“, sagte sie.

Demütigung für Reinigungsdienst

Jeden Tag werden die Toiletten nach dem Unterricht gesäubert. Allerdings seien die dann in einem Zustand gewesen, so Jankow, dass man sich fragen musste, wer sie benutzt hätte. Insofern sei es demütigend für den Reinigungsdienst, so etwas sauber machen zu müssen.

Manche Schüler würden kleine Schlachten mit angefeuchteten Papiertüchern veranstalten, die auch oft neben den Mülleimern liebenblieben. Und einige würden sogar den sogenannten „Rasensprenger“ spielen. Das Reinigungspersonal müsste dann nicht nur Urin, sondern auch Kot von den Wänden entfernen.

Wie lange das Toilettenpapier noch rationiert werde, bleibt abzuwarten. Jutta Jankow: „Es wird so lange gemacht, bis wir zu einer Einigung gekommen sind.“ Im Moment sei man mit den Schülern im Gespräch, um nach einer Lösung zu suchen.