PERSONALMANGEL

Schwangere müssen neuen Kreißsaal suchen

Die Neustrelitzer Geburtsstation ist vorübergehend dicht. Das hat auch Auswirkungen auf die Uckermärker. Eine Hebamme fordert besseren Lohn und Arbeitsbedingungen.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Momentan müssen sich werdende Mütter, die ihr Kind in Neustrelitz auf die Welt bringen wollten, umorientieren.
Momentan müssen sich werdende Mütter, die ihr Kind in Neustrelitz auf die Welt bringen wollten, umorientieren. Uli Deck
Prenzlau.

Im Kreißsaal des Neustrelitzer DRK-Krankenhauses kommen seit dem 1. Juli vorübergehend keine Babys mehr zu Welt. Die Station muss aufgrund Personalmangels bis zum 30. September schließen. Kompliziert ist diese Ausnahmesituation für viele Schwangere, die im Nordosten wohnen.

Versorgung im Krankenhaus in Templin gesichert

Die Prenzlauer Hebamme Doris Prisille weiß von einer Schwangeren, die bereits vertröstet worden ist. Sie solle sich nochmals im September melden. Der Hebamme ist bekannt, dass es aufgrund der vorübergehenden Schließung unter anderem in der Asklepios Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Pasewalk einen etwas größeren Ansturm zu verzeichnen gibt.

Das Sana Krankenhaus Templin hingegen sieht der Situation gelassen entgegen. „Das Sana Krankenhaus Templin ist gut aufgestellt und die Versorgung von Patientinnen sichergestellt“, sagte der Pressesprecher André Puchta.

Besseres Gehalt für Hebammen

Doris Prisille ist der Ansicht, dass mehr getan werden müsse, damit Fachkräfte in Kliniken gehalten werden. „Es werden nicht mehr Hebammen, weil die Bezahlung und die Konditionen meistens nicht in Ordnung sind“, glaubt sie. Mit dem Gehalt könnten manche gerade einmal ihre Mieten bezahlen, viele würden bald in Rente gehen. Sie sieht die Verantwortung bei der Regierung: „Vater Staat soll sich endlich um bessere Konditionen für Hebammen in Krankenhäusern kümmern.“

Ein Bedarf an Hebammen und Fachpersonal ist vorhanden: In ganz Brandenburg wurden laut dem Statistischen Bundesamt 2017 mit 20 337 Kindern deutschlandweit die meisten Babys geboren. In den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) war außerdem im gleichen Jahr die zusammengefasste Geburtenziffer höher als im Westen Deutschlands.

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