VERBRAUCHERZENTRALE

Schwedter Sparkasse abgemahnt

Das Kreditinstitut aus der Oderstadt hat unbefristete Prämiensparverträge gekündigt. Die Sparkasse Uckermark handelt anders.
Sven Wierskalla Sven Wierskalla
Die Stadtsparkasse Schwedt hat unbefristet laufende Sparverträge mit guten Zinsen beendet.
Die Stadtsparkasse Schwedt hat unbefristet laufende Sparverträge mit guten Zinsen beendet. Stefan Puchner
Schwedt.

Die Stadtsparkasse Schwedt hat kurz vor Weihnachten eine Abmahnung von der Verbraucherzentrale Brandenburg erhalten. Darin kritisiert die Verbraucherzentrale, die Stadtsparkasse hätte bei einer Anzahl von Kunden deren unbefristete Prämiensparverträge von sich aus einseitig beendet. Die Sparkasse hätte den Kunden mitgeteilt, ihre für heutige Verhältnisse hochverzinsten Sparverträge liefen nach 25 Jahren aus. Tatsächlich seien die Sparverträge aber seinerzeit – in der ersten Hälfte der 1990er Jahre – unbefristet abgeschlossen worden. Aus Sicht der Verbraucherschützer führt diese Art der Vertragsbeendigung Kunden in die Irre. Die Organisation rät deshalb Kunden, einer derartigen Mitteilung der Stadtsparkasse zu widersprechen.

Die Stadtsparkasse Schwedt steht mit diesen Versuchen, alte, gut verzinste Sparverträge zu beenden, keineswegs alleine da. Auch viele andere Geschäftsbanken in Deutschland streben an, vergleichsweise hoch verzinste Sparverträge, die schon seit den 1990er Jahren laufen, zu kündigen. Hintergrund ist die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase auf den europäischen Kapitalmärkten. Infolgedessen wollen die Banken für Anleger von Spar- und Tagesgeld meist nur noch Minimalzinsen anbieten.

Kunden der Sparkasse Uckermark sind besser dran

Die Stadtsparkasse Schwedt bestätigte gegenüber dem Uckermark Kurier die Abmahnung durch die Verbraucherzentrale und erklärte, diese bis zum Fristende im Januar 2019 zu prüfen. Außerdem versicherte das Kreditinstitut der Oderstadt, keine Prämiensparverträge zu kündigen, die nicht mindestens 25 Jahre gelaufen sind. Bei noch länger laufenden Sparverträgen behält sich die Stadtsparkasse aber offenbar weiterhin vorzeitige Kündigungen vor.

Angenehmer ist die Lage indessen für Sparer der Sparkasse Uckermark mit Sitz in Prenzlau. „Unsere Sparkasse kündigt von sich aus keine Sparverträge, auch keine, die schon lange laufen und gut verzinst sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Janitschke gegenüber dem Uckermark Kurier. Auch für die absehbare Zukunft seien keine Kündigungen geplant.

zur Homepage