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Senioren ziehen im Gutshaus ein

Zur Übergabe drängten sich die neugierigen Besucher vor dem Gutshaus in Ludwigsburg.
Zur Übergabe drängten sich die neugierigen Besucher vor dem Gutshaus in Ludwigsburg.
Monika Strehlow

Das denkmalgeschützte Haus in Ludwigsburg bekommt eine neue Nutzung. Kirchengemeinden haben viel Geld in die Hand genommen, um alten Menschen eine Wohnalternative auf dem Land zu geben.

Das Gutshaus von Ludwigsburg hat neue Bewohner. Dort sind Senioren eingezogen, die nun in modernen altengerechten Wohnungen leben. Vor sechs Jahre hatten die Kirchengemeinden im Sprengel Schönfeld das denkmalgeschützte Haus erworben und für rund zwei Millionen Euro zu einem Seniorenzentrum umgebaut. Jetzt konnte Architektin Beate Schulz den Schlüssel für das Gebäude an den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Reiner Brennenstuhl übergeben. Drei der insgesamt acht Wohnungen sind bereits vermietet.

Neben dem Speicher konnte damit eines der letzten Gebäude der historischen Gutsanlage Ludwigsburg erhalten werden. In seiner alten Pracht kündet es vom Können des preußischen Architekten Eduard Knoblauch. Nach dessen Plänen ließ Ludwig Keibel – Sohn eines Pasewalker Kaufmannes – 1819 seinen eigenen Familiensitz errichten. 1911 ist es von Knoblauchs Sohn Gustav umgebaut worden. Eine der originalen Bauzeichnungen Knoblauchs konnte Pfarrer Thomas Dietz der Kirchengemeinde für das Gutshaus schenken. 

Familiensitz mit Tradition

Bei der Übergabe dabei war auch Wolfgang Keibel, ein Neffe des letzten Gutsbesitzers Hans-Ludwig Keibel. Der wollte den Festakt, der genau am 195. Jahrestag der Einweihung des Familiensitzes stattfand, miterleben. In den Erzählungen seiner Mutter sei Ludwigsburg immer der Familienmittelpunkt gewesen. Heute sei dieses Haus eines der letzten überhaupt, das an die weitverzweigte Familie Keibel erinnert. Und wie der Zufall spielt: Auch der Pfarrer gehört zum Familienkreis. „Meine Großtante war die Urgroßmutter von Thomas Dietz“, verriet Wolfgang Keibel lächelnd.