STEIGENDE STROMPREISE

Stadtwerke Prenzlau wollen Spirale stoppen

Die uckermärkische Kreisstadt erzeugt heute schon mehr als doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien, als es die Bundesregierung bis 2050 anstrebt.
Rund um Prenzlau stehen insgesamt an die 100 Windkraftanlagen. Und es werden noch mehr.
Rund um Prenzlau stehen insgesamt an die 100 Windkraftanlagen. Und es werden noch mehr. Monika Strehlow
Harald Jahnke, Geschäftsführer der Stadtwerke Prenzlau.
Harald Jahnke, Geschäftsführer der Stadtwerke Prenzlau. Monika Strehlow
Uckermark.

Rund um Prenzlau wird mehr Strom aus Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie erzeugt, als Netzbetreiber abnehmen können. Das treibt die Strompreise in die Höhe. Für dieses Jahr konnten die Stadtwerke Prenzlau eine Preiserhöhung abwenden. Doch im nächsten Jahr kommen sie darum nicht mehr herum, sagt Geschäftsführer Harald Jahnke und will gegensteuern.

Vier Fünftel des Entgeltes für elektrischen Strom setzt sich aus Steuern, Abgaben und Gebühren zusammen. „Wir können nur den Rest von 20 Prozent beeinflussen”, erklärt Jahnke, der vor der brandenburgischen Enquetekommission „Zukunft der ländlichen Regionen” auf diese Probleme aufmerksam gemacht hatte. Eine der feststehenden Positionen sind Abgaben für erneuerbare Energien. Wird wegen Überlastung der Stromtrasse eine Windkraftanlage vom Netz genommen, müssen die Stadtwerke als Netzeigentümer dem Erzeuger 95 Prozent des entgangenen Ertrages erstatten. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Derzeit sind bereits 80 Megawatt Leistung rund um Prenzlau installiert. 2018 werden es nach heutigem Stand 109 Megawatt sein.

Jahnke plädiert dafür, statt Windkraftanlagen abzuschalten, Teile des überproduzierten Stroms ins Fernwärmenetz und künftige Wärmespeicher der Stadt einzuleiten. Das würde den Strompreis entlasten und den Verbrauch von Öl und Gas senken.

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