ARCHÄOLOGIE

Steinzeitmensch in der Uckermark entdeckt

Nach dem Fund des „ältesten Babys der Welt“ vor fünf Jahren haben Archäologen in Groß Fredenwalde ein weiteres Grab aus der Steinzeit ausgehoben. Noch gibt der Tote Rätsel auf.
Christine Gerhard Christine Gerhard
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht.
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht. C. Krauskopf
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht.
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht. C. Krauskopf, BLDAM
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht.
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht. C. Krauskopf
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht.
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht. D. Fugger
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht.
Nach mindestens 7000 Jahren Totenruhe wurde der Bestattete in dieser Woche aus seinem Grab gehoben und für weitere Untersuchungen nach Berlin gebracht. D. Fugger
Groß Fredenwalde.

Auf dem Weinberg in Groß Fredenwalde in der Uckermark, wo vor fünf Jahren das „älteste Baby der Welt“ geborgen wurde, haben Archäologen am Dienstag einen weiterer Vorfahren aus der Steinzeit ans Tageslicht gehoben.

Noch ist über den Steinzeitmenschen und dessen Grabinhalt laut einer Pressemitteilung des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM) „praktisch nichts“ bekannt, nur so viel:

Der oder die Tote ist in der Mittelsteinzeit vor etwa 7000 bis 8000 Jahren bestattet worden. 2014 war auf derselben Fläche das „älteste Baby der Welt“ gefunden worden, das nach Schätzungen der Archäologen vor rund 8400 Jahren vermutlich an Unterernährung gestorben ist.

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Weitertransport in einer Holzkiste

Aus konservatorischen und methodischen Gründen legten die Studierenden der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) das Grab am Dienstag nicht vor Ort frei. Stattdessen präparierten sie es bei großer Hitze als Sandblock aus dem Erdboden heraus und bereiteten es für den sicheren Weitertransport in einer Holzkiste vor, die an einen Sarg erinnert.

Die genaue Stelle der Bestattung war aus Untersuchungen der letzten Jahren bereits bekannt gewesen, sodass die angehenden Grabungstechniker das Grab gezielt von oben freilegen konnten. Die Umgrenzung der Bestattung war dabei unter anderem durch den Rötel gekennzeichnet, der während Bestattungsrituals ins Grab gegeben worden war.

Der so gehobene Fund soll nun in den Räumen der HTW untersucht werden. Die Wissenschaftler hoffen, so mehr über das Leben des oder der Toten vor vielen Tausend Jahren zu erfahren.

Die an dem Forschungsprojekt beteiligten Kooperationspartner der HTW, der Universität Kiel, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und dem BLDAM, interessiert, wie es zu dem Übergang von der Mittelsteinzeit mit ihren nomadischen Kulturen zur Jungsteinzeit kam, die von Ackerbau und Viehzucht geprägt war.

Von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit

Die Bestattungsfläche bei Groß Fredenwalde ist nicht der einzige Ort in der Uckermark, an dem Archäologen auf Antworten und neue Fragen stießen. Östlich der Autobahn nach Schmölln wurde 2015 ein Gräberfeld freigelegt, das Spuren von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit aufweist.

In einem Urnengrabfeld aus der Zeit um 800 bis 500 vor Christus erhoben sich die Feldsteine eines urgeschichtlichen Steingrabes mit einem gut erhaltenen Skelett. Vor geschätzt 4000 Jahren waren die Felsblöcke zu einer Steinkiste gefügt worden, die mehr als einem Menschen letzte Ruhestätte war.

Denn die davor geschichteten Gebeine belegen, dass die Kammer ausgeräumt wurde, um neuen Toten Platz zu schaffen. Etliche Meter entfernt von der Steingrabkammer wurden sterbliche Überreste eines Erwachsenen und eines Kindes freigelegt, dicht daneben auch krug- und becherähnliche Gefäße.

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