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Tellereisen richtet Maxi grausam zu

In diesen Minuten, in denen Sie diese Zeilen lesen, entscheidet sich, ob der geliebte Hauskater überhaupt eine Chance hat, zu überleben. Seine Verletzungen sind unvorstellbar qualvoll.

Karl-Friedrich Herrmann klagt jene Leute an, die hundsgemeine Tellereisen als Fallen aufstellen.
Heiko Schulze Karl-Friedrich Herrmann klagt jene Leute an, die hundsgemeine Tellereisen als Fallen aufstellen.

Mit letzter Kraft schleppt sich Maxi zu seinem vertrauten Zuhause. Sein Anblick ist jämmerlich, herzzerreißend. Er schleift seine linke Hinterpfote hinter sich her. Von dieser ist fast nur noch der Knochen zu sehen. Der Schwanz ist blutverschmiert, verkrustet.

Karl-Friedrich Herrmann und seine Frau Ursula sind fassungslos. Drei Woche lang haben sie ihren eineinhalbjährigen Kater vermisst, suchten vergeblich ganz Lützlow und Umgebung nach ihrem Haustier ab. Diesem quicklebendigen, anhänglichen Kater. Einem Freigänger und hervorragenden Mäusefänger, wie Karl-Friedrich Hermann versichert: „Und er war sehr vorsichtig.“ Doch offensichtlich nicht vorsichtig genug, denn für die Herrmanns ist es so gut wie sicher, dass Maxi in einer hundsgemeinen Falle, einem Tellereisen, die schrecklichen Verletzungen erlebt haben muss. Kaum vorstellbar, welche Qualen das Tier erlitten haben muss, über Tage, Wochen hinweg.

Hinteres Bein und Schwanz müssen amputiert werden

„Es ist für traumatisierte Katzen durchaus üblich, dass sie sich verkriechen, verstecken, bis sie wieder einigermaßen zu Kräften kommen“, weiß der Potzlower Tierarzt Dr. Nils-Martin Brand. Er setzt sein ganzes Können ein, um Maxis Leben zu retten. Dessen hinteres Bein muss bis zur Hüfte amputiert werden. Ebenso der Schwanz.

Auch wenn nicht völlig ausgeschlossen werden kann, das Maxi in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde, sprechen viele Indizien dafür, dass er Opfer einer illegalen Falle wurde. Besonders verwerflich: deren Besitzer muss die Katze aus den Eisen befreit haben und schwer verletzt ausgesetzt haben.

Verwendung von Tellereisen steht unter Strafe

Frauke Förster, Vorsitzende des Prenzlauer Tierschutzvereins, zeigt sich tief erschüttert über das Schicksal von Maxi: „Die Verwendung von Tellereisen, um beispielsweise Füchse zu fangen, steht in Deutschland unter Strafe. Sie ist nach dem Jagdgesetz verboten.“  Eben weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die darin gefangenen Tiere mit schmerzhaft eingeklemmten Gliedmaßen hängen bleiben, und das über tage, Wochen hinweg, bis sie vom Tod erlöst werden. Dabei gäbe es genügend andere Möglichkeiten, beispielsweise Hühner vor Füchsen zu schützen.

Aber auch wenn die Verwendung von Tellereisen verboten ist, steht deren Besitz oder Verkauf hierzulande nicht unter Strafe. Eine völlig unbefriedigende Situation, kritisiert die Tierschützerin.

Herrmanns werden noch in dieser Woche Anzeige bei der Revierpolizistin des Gramzower Amtsbereiches erstatten. Doch in diesen Stunden steht die Sorge um Maxi im Vordergrund. Das Ehepaar steht vor der schwierigen Entscheidung, weiter auf eine Genesung von Maxi zu hoffen, die ihrem nur noch dreibeinigen Liebling ein einigermaßen erträgliches Leben ermöglicht, oder ihn von seinen Qualen erlösen zu lassen.

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