Tankstelle Glaser hat es nicht leicht
Trotz Widerständen viel erreicht

Raik (42) und sein Vater Siegfried Glaser (64) führen die freie Tankstelle und die Mineralölfirma. 
Raik (42) und sein Vater Siegfried Glaser (64) führen die freie Tankstelle und die Mineralölfirma.
Kai Horstmann

Die neue Bundesregierung hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, die Lebensverhältnisse in beiden Teilen Deutschlands anzupassen. Doch bei vielen Mittelständlern herrscht Skepsis.

Rund eine viertel Million Euro musste die Prenzlauer Mineralölfirma Glaser vor wenigen Monaten für einen neuen Lkw hinblättern. Das war nur das Zugfahrzeug, also ohne Anhänger. Viel Geld für so ein mittelständisches Unternehmen, das in Prenzlau zwölf Menschen Arbeit gibt. Schwierigkeiten bereitet dem Unternehmen ausgerechnet das Problem, gute Leute auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Obwohl über Tarif bezahlt wird, bieten große Unternehmen weit höhere Löhne. Doch das kann sich ein Mittelständler nicht leisten. Im letzten Jahr ging ein Fahrer nach 14-jähriger Betriebszugehörigkeit, den die Firma sehr gerne behalten hätte.

Zudem betont die Firmenleitung, dass kleinere Betriebe mehr mit Urlaub und Krankschreibungen ihrer Angestellten zu kämpfen haben. Sorgen bereiten ihnen zudem die aktuellen Forderungen der Gewerkschaften. Forderungen, da ist man bei Glaser sicher, die ein mittelständisches Unternehmen kaum stemmen kann. Dafür kann die Mineralölfirma eine Beschäftigung bis zur Rente bieten.