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Über Nacht 250 000 Euro abgefackelt

Dieses verheerende Bild bot sich am Morgen danach auf dem Betriebsgelände in Horst. Nicht nur der Geschäftsführer war geschockt, auch den Mitarbeitern fehlten die Worte.
Dieses verheerende Bild bot sich am Morgen danach auf dem Betriebsgelände in Horst. Nicht nur der Geschäftsführer war geschockt, auch den Mitarbeitern fehlten die Worte.
Claudia Marsal

Wer schon mal ein Großfeuer miterlebt hat, kann sicher nachvollziehen, wie sich Mario Rachner derzeit fühlt. Der Chef des Gollmitzer Agrarbetriebes büßt nach einem Stallbrand im Jahr 1999 nun abermals viel Firmeneigentum ein.

Der Schlepper hatte eigentlich Sonntagvormittag wieder vom Hof rollen sollen. Mit der Drillmaschine hinten dran Weizensaat auf den Acker bringen - so hatte es Geschäftsführer Mario Rachner mit seinen Leuten ausgemacht. Doch stattdessen klingelten ihn die Mitarbeiter nachts um drei aus dem Schlaf, an seinem ersten freien Wochenende seit langem. Der Chef erfuhr in der Fremde davon, dass es in der Firma in Horst erneut gebrannt hatte. Nachdem 1999 ein Stall in Flammen aufgegangen war, stand diesmal nun die über 100 000 Euro teure Maschine schrottreif auf dem Gelände.

Ein Schlag ins Kontor für die Agrarproduktionsgesellschaft Gollmitz, die jetzt mit aller Kraft an die Feldbestellung gehen wollte.

„Ich kann das Ganze noch immer nicht fassen“, sagte Mario Rachner, der sich nach Erhalt der Hiobsbotschaft sofort ins Auto gesetzt und in die Uckermark zurückgefahren war. „Wieso schon wieder wir?“, setzte der junge Mann leise hinzu. Doch während im Ort schon über Brandstiftung gemunkelt wurde, hielt er am Sonntagnachmittag noch die Version technischer Defekt für wahrscheinlicher. „Es ist undenkbar, dass jemand das Feuer gelegt hat, um uns zu schaden“, versicherte er im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

Sein Betrieb habe keine Schwierigkeiten hier. Im Gegenteil, es sei ein gutes Miteinander von Firma und Landbevölkerung, schließlich verdienen ja auch acht Frauen und Männer ihre Brötchen bei ihm. Glück im Unglück hat Rachner insofern gehabt, als dass das weithin sichtbare Flammeninferno nicht auf die umstehenden Gebäude und Ställe übergriff. Dann wäre der Schaden gewiss in die Millionen gegangen und hätte das Unternehmen in eine brenzlige Situation gebracht. So hofft der Geschäftsführer noch, dass die Versicherung die 250 000 Euro Schadenssumme schnell reguliert. „Denn einen Schlepper müssen wir sofort nachkaufen, sonst bekommen wir im Produktionsablauf Probleme.“