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Verzweifelte Mama aufs Übelste beschimpft

Einen Sturm der Entrüstung erlebte Nadine Neumann im Internet, die in der Öffentlichkeit um Hilfe für ihre kranke Tochter gebeten hatte.
Einen Sturm der Entrüstung erlebte Nadine Neumann im Internet, die in der Öffentlichkeit um Hilfe für ihre kranke Tochter gebeten hatte.
Claudia Marsal

Nadine Neumann hat mit Hilfe des Uckermark Kurier Unterstützung für ihre kranke Tochter erstritten. Doch die Reaktionen darauf waren nicht nur positiv.

Wie ausgeprägt Neid und Missgunst sind, hat jetzt die Uckermärkerin Nadine Neumann erfahren müssen. Die fünffache Mutter war verzweifelt an den Uckermark Kurier herangetreten, weil keine Behörde für die häufigen Krankenhausfahrten zu ihrer kleinen Tochter aufkommen wollte. Das Mädchen wird in der Kinderpsychiatrie Eberswalde behandelt. Therapiebedingt soll die Mutter die Elfjährige nicht nur so oft es geht besuchen, sondern sie auch nach Hause holen. Die Kosten für die Bahntickets überstiegen schnell die Möglichkeiten des Hartz IV-Haushaltes.

Das Problem der Familie konnte aus der Welt geschafft werden. Das Jobcenter übernimmt die außergewöhnlichen Belastungen und das Krankenhaus hat zugesichert, sich ebenfalls an der Lösung der schwierigen Situation zu beteiligen. Doch danach brach ein wahrer Sturm der Entrüstung im Internet los, beklagt Nadine Neumann. Sie und ihre Familienangehörigen mussten sich als Sozialschmarotzer beschimpfen lassen. Grundtenor der Reaktionen: Wer sich fünf Kinder anschaffe, müsse auch zusehen, dass für sie gesorgt sei.

Zum Glück gab es nicht nur Häme, sondern auch viel Mitgefühl. Etliche Menschen erklärten sich bereit, die Fahrkosten zu sponsern. Zwei ältere Damen gaben sogar Geld für die Elfjährige, die am Donnerstag Geburtstag hatte und sich sich Turnschuhe wünschte.