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Viel mehr als das übliche Nebeneinander

Brigadegeneral Lutz Niemann, Chef des Stabes des Multinationalen Korps Nordost.
Brigadegeneral Lutz Niemann, Chef des Stabes des Multinationalen Korps Nordost.
Carsten Korfmacher

Seit acht Jahren ist das Fernmeldebataillon 610 in der Uckermark Kaserne in Prenzlau stationiert. Die Soldaten verschwinden seitdem nicht einfach hinter den Kasernenmauern. Die Prenzlauer nehmen Anteil an ihrem Schicksal.

Die Geburtstagsfeier des vor 55 Jahren gegründeten Bataillons spiegelte am Mittwoch das Verhältnis wieder, das zwischen Stadt und Fernmeldebataillon herrscht. "Uns verbindet mehr als das sonst übliche Nebeneinander am Standort", sagte Prenzlauer Bürgermeister Hendrik Sommer. "Wir reden miteinander, unterstützen uns und beziehen einander ein. Man kann mit Recht behaupten: Unsere Soldaten sind ein Teil unserer Stadt." Besonders deutlich werde dies durch die gemeinsamen Aktivitäten von Stadt und Bataillon, zu denen der Frühjahrsputz, das Bundeswehr-Benefizkonzert oder der gemeinsame Neujahrsempfang gehörten.

Schwierige Aufgaben stehen bevor

Die Geburtstagsfeier bestand jedoch nicht nur aus Glückwünschen. Brigadegeneral Lutz Niemann wies auf die schwierigen Aufgaben hin, die dem Bataillon in der Zukunft bevorstehen. "Das militärische Handeln Russlands, zum Beispiel in Georgien oder der Ukraine, ähnelt dem russischen Vorgehen während des Kalten Krieges", gab der Chef des Stabes des Multinationalen Korps Nordost (MNK) in Stettin zu Bedenken."Schweden, mittlerweile auch Mitglied des Korps, hat daher Sicherheitsbedenken." Das MNK müsse dadurch seinen Bereitschaftsplan erheblich erhöhen, was sich wiederum auch auf die Arbeit des Fernmeldebataillons 610, das die technische und kommunikative Basisarbeit des MNK tätigt, auswirke.