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Vollverpflegung in Kitas

Nach bisherigen Kalkulationen könnte das neue Angebote bis zu 20 Euro mehr im Monat kosten.
Nach bisherigen Kalkulationen könnte das neue Angebote bis zu 20 Euro mehr im Monat kosten.
Julian Stratenschulte

Die Mehrheit der befragten Eltern lehnten eine komplette Versorgung ab. Dennoch entschieden die Stadtverordneten, sie einzuführen. Für alle Kinder soll es nahrhafte und gesunde Kost geben.

Für die Kinder in den städtischen Kitas wird es ab Anfang 2016 eine Vollverpflegung geben. Das beschlossen die Stadtverordneten am Donnerstagabend. Die Kinder werden neben dem Mittagessen auch Frühstück und Vesper bekommen. Obwohl die Diskussion teils kontrovers geführt wurde, war die Mehrheit deutlich. 18 Abgeordnete stimmten für den Plan der Stadtverwaltung. Die hatte die Initiative ergriffen, nachdem zum 1. April dieses Jahres der Elternanteil beim Mittagessen auf 1,50 Euro gesenkt wurde. Zudem schreibt das Kita-Gesetz eine Vollversorgung vor. Dabei bleibt aber offen, ob damit die Mahlzeiten am Morgen und am Nachmittag gemeint sind.

Bisher hatte die Stadt in den Kitas in ihrer Trägerschaft bereits Obst (kostenlos) und Tee (kleiner Obolus) angeboten. Im Vorfeld hatte die Stadt die Eltern befragt, ob sie eine Vollversorgung wünschen. Von den 59 Prozent der Eltern, die sich beteiligten, lehnten es 62 Prozent ab. Letztlich befanden die Abgeordneten aber, dass man im Sinne der Kinder Verantwortung habe. Wie Erzieherinnen berichteten, gaben manche Eltern, die bisher für die Mahlzeiten verantwortlich waren, ihren Kindern oft nur Süßigkeiten mit. Jetzt soll es für alle Kinder nahrhafte und gesunde Kost geben. Nach bisheriger Kalkulation könnte das im Monat bis zu 20 Euro kosten, was auf die Kita-Gebühren umgelegt werden soll.