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Warum diese blinde Zerstörungswut?

Zerschlagen und beschmiert - so startet die Bushaltestelle ins neue Jahr.
Zerschlagen und beschmiert - so startet die Bushaltestelle ins neue Jahr.
Claudia Marsal

Exklusive Wohnungen am Stadtrand - das war einst der Plan für die Sanierung der Unterkünfte der russischen Armee an der Berliner Straße. Doch mittlerweile macht sich etwas Ernüchterung breit. Das Viertel leidet auch zunehmend unter Vandalismus.

Es ist ein diesiger, kalter Januarmorgen, der zweite im neuen Jahr, und an der Haltestelle am Heideweg stehen nur zwei ältere Damen, die auf den Stadtbus warten. Als die Reporterin die Kamera zückt, gehen die Seniorinnen schnell ein paar Schritte zur Seite. „Wir wollen nicht mit aufs Bild“, stellen sie kategorisch fest. Aber ein paar Sätze zu den Vandalismusschäden, die würden sie schon gern sagen. Anonym, versteht sich, denn sie haben vor allem eins: Angst. „Wenn wir hier etwas gegen die Schmierfinken sagen, dann kriegen wir nächstes Mal selbst eine übergebraten“, befürchten sie.

Nicht nur die Haltestell demoliert

Der Heideweg sei nach der Sanierung der Bauten Anfang der 1990er Jahre eine schicke Wohnadresse gewesen, beteuern die beiden. Dass die Täter aus der Umgebung kommen, daran haben die Prenzlauerinnen keinen Zweifel. „Gucken Sie sich doch um, nicht nur die Haltestelle ist kaputt und beschmiert, auch das Trafohäuschen und die Wände. Hier treiben sich nachts zwielichtige Typen rum und Polizei sieht man gar nicht mehr auf Streife.“

Bei der Polizeiinspektion Uckermark ist der Vandalismus dann auch noch gar nicht bekannt, wie eine Nachfrage bei der Pressestelle ergibt. Dort vermutet man, dass die Anzeigen erst kommen, wenn die Behörden am Montag nächster Woche ihren regulären Dienstbetrieb aufnehmen. Die Scherben allerdings sind bereits am Freitag schon beräumt, aufmerksamen Dienstleistern sei dank.