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Protest gegen Strafandrohung

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"Wasserdiebe" wehren sich

Jahrzehntelang war die Wasserentnahme an der Ucker gängige Praxis. 
Jahrzehntelang war die Wasserentnahme an der Ucker gängige Praxis.
Martin Lindner

100 000 Euro Strafandrohung für Wasserentnahme aus Flüssen und Seen – diese Ankündigung hat für Ärger gesorgt. Jetzt spricht ein Betroffener Klartext.

28 Jahre lang hat Klaus Groth für die Bewässerung seiner Beete Wasser aus der nahe liegenden Ucker genutzt. So wie viele andere Gartenpächter und Eigenheimbesitzer in seiner Nachbarschaft auch. „Offiziell zugeben wird das wohl keiner“, vermutet der Kreisstädter. Doch jetzt sei ohnehin damit Schluss, setzt der Pächter von der Bullenwiese hinzu.

Pumpen und Schläuche verschwunden

Nachdem der Uckermark Kurier über die Rechtswidrigkeit der Wasserentnahme aus Oberflächengewässern berichtet hatte, sind viele Schläuche und Pumpen verschwunden. Auch Klaus Groth handelte prompt. Das angekündigte Strafmaß hatte dem pensionierten Fleischer einen Schrecken versetzt. Doch die Androhung von 100 000 Euro Strafe wirkte nur kurz. Dann erwachte sein Widerspruchsgeist. Denn Klaus Groth sieht sich und andere Gärtner in Verruf gebracht.

Riesengroßer Ärger

„Jetzt sollen wir auf einmal die Bösen sein“, macht der Kreisstädter seinem Ärger Luft. Die zuständigen Stellen sollten sich lieber fragen, warum im Winter die Schleuse immer so weit auf stehe, dass die Ucker übervoll laufe.

Nach Ueckermünde abtransportiert

„Unser gutes Wasser wird bis nach Ueckermünde abtransportiert. Dabei bräuchten wir es im Sommer dringend hier.“ Außerdem wertet er die Entnahme zu Bewässerungszwecken nicht als Diebstahl. „Uns hier als Illegale hinzustellen, haut dem Faß den Boden aus. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, sickert doch in den Boden zurück. Das ist der normale Kreislauf der Natur. Oder sollen wir lieber das kostbare Trinkwasser verregnen?“