HAPPY END FÜR FAMILIE

Wiege stand fünf Jahre lang verwaist da

Jedes Paar hat seinen eigenen Weg, mit Fehlgeburten umzugehen. Bei den Schneiders half der Wille des Mannes, ein bestimmtes Projekt nicht aufzugeben.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Nach Vorlagen wie diesen sind die Schnitzereien an den Seiten entstanden.
Nach Vorlagen wie diesen sind die Schnitzereien an den Seiten entstanden. Claudia Marsal
Das Bettchen für den kleinen Nico war lange vor der Geburt des Kleinen da, verrieten Sonja und Paul-Gerhardt Schneider dem Uckermark Kurier.
Das Bettchen für den kleinen Nico war lange vor der Geburt des Kleinen da, verrieten Sonja und Paul-Gerhardt Schneider dem Uckermark Kurier. Claudia Marsal
Ab und an darf Nico noch mal reinklettern.
Ab und an darf Nico noch mal reinklettern. Claudia Marsal
Dedelow.

Als Paul-Gerhardt Schneider vor sieben Jahren zum Hobel für die Wiege griff, war an Nachwuchs noch nicht zu denken. Der heute 28-Jährige und seine Frau wünschten sich zwar über alles ein Kind. Aber es sollte nicht sein. Sonja Schneider verlor ein Baby nach dem anderen. „Das war eine schlimme Zeit”, erinnert sich der gelernte Tischler an die Fehlgeburten zurück. Seine Art, damit umzugehen, war, am Wiegenbau festzuhalten.

An Wochenenden gebastelt

Der Uckermärker sägte und schliff, was das Zeug hielt. Fünf Tage die Woche war er auf Montage in ganz Deutschland unterwegs. Aber die Wochenenden gehörten dem Bauprojekt in seinem Keller. Der als Zimmermann bei der Prenzlauer Baudenkmalpflege angestellte Mann scheute weder Kosten noch Mühe für das Vorhaben. Allein fürs Material gingen mehrere hundert Euro drauf. „Ich wollte ganz, ganz trockenes Eichenholz und nichts anderes verwenden. Und natürlich ohne Schrauben und Nägel bauen”, erinnert er sich zurück. Eine große Hilfe sei ihm ein alter Restaurator gewesen, von dem er sich viele Tricks ablauschen konnte, wie Paul-Gerhardt Schneider sagt.

Glauben ans Kind nie aufgegeben

Fest in dem Glauben, dass irgendwann doch ein Stammhalter darin schlummern wird, gab der Dedelower den Plan nicht auf. Fünf Jahre lang war alles Hoffen umsonst, aber dann kündigte sich Nico an. Endlich Leben in der Bude und Gebrabbel unter der Decke – ach, wie freute sich das Paar darauf. Mittlerweile ist der Knirps dem Meisterstück zwar entwachsen. Von der Länge her passt der Junge noch rein – „also mit angezogenen Beinen”, wie sein Papa lachend sagt. Aber der Zweijährige ist natürlich schon viel zu agil, als dass er noch darin schlafen könnte.

Hoffen auf ein zweites Kind

Dass die Wiege trotzdem weiter in der Wohnstube der Familie steht, hat einen Grund. „Wir möchten gern ein zweites Kind.” Am liebsten wäre Paul-Gerhardt Schneider ein kleines Mädchen. Aber letztlich sei das Geschlecht natürlich egal, Hauptsache gesund, sagt er dann. Ihm selbst machte der Wiegenbau so großen Spaß, dass er zwischenzeitlich schon ein Auftragsprojekt für einen Freund umgesetzt hat. Die nächste Bestellung gibt es bereits.

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