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Windige Geschäfte mit Treppen an der Haustür

Der Einbau von Treppen im eigenen Heim sollten die Uckermärker Fachleuten überlassen. Sich auf windige Geschäftemacher an der Haustür einzulassen, davon rät die Polizei dringend ab.
Der Einbau von Treppen im eigenen Heim sollten die Uckermärker Fachleuten überlassen. Sich auf windige Geschäftemacher an der Haustür einzulassen, davon rät die Polizei dringend ab.
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In der Uckermark stellt sich ein Mann bei Hausbesitzern vor, der Holzbauten zu Dumpingpreisen anbietet. Wer sich darauf einlässt, soll allerdings für das Material in Vorkasse gehen. Für Familien, die sich auf die vermeintlich gute Gelegenheit eingelassen haben, gibt es jetzt ein böses Erwachen.

Bis zu 5000 Euro Lehrgeld bezahlt haben in den vergangenen Wochen einige Hausbesitzer aus der Uckermark. Sie gingen einem Betrüger auf den Leim, der eine besondere Masche ersonnen hatte. Der Mann klingelte bei seinen späteren Opfern und bot ihnen an, hochwertige Treppen, Fenster, Carpots und Türen anzufertigen. Für einen Bruchteil der Kosten, die hiesige Betriebe veranschlagt hätten - so sein Versprechen.

Der Ganove musste nicht lange warten, bis ihm die ersten Familien in die Falle gingen. Dass er 20 Prozent des Gesamtpreises als Anzahlung verlangte, störte die Betroffenen dabei offensichtlich nicht. Sie schenkten seiner Begründung Glauben, dass er die Materialkosten bei Großfirmen schließlich auch vorverauslagen müsse. Zum "Beweis" legte er ihnen Kataloge renommierter polnischer Firmen vor, die auch Preisangaben enthielten.

Fakt ist, dass er mit dieser Methode nicht nur ihm berlinnahen Raum Glück hatte, sondern dass auch Menschen aus der Region jetzt zu den Geschädigten zählen.  Die Polizei informierte zu Wochenbeginn, dass mittlerweile etliche Uckermärker Anzeige erstattet haben, weil sie zum Teil mehrere tausend Euro in den Wind geblasen haben. Denn nachdem der "Handwerker" sein Geld bekommen hatte, meldete er sich nicht mehr. Die als Referenz angeführten Holzbetriebe teilten auf Nachfrage in allen Fällen mit, dass sie mit dem besagten Mann gar keinen Kontakt haben, er also nicht in ihrem Auftrag gehandelt hat, geschweige denn Geld an sie für Material überwiesen wurde.

Die Polizei setzt deshalb nun auch alles daran, ihn zu stellen. "Wir gehen davon aus, dass er weiter sein Unwesen treibt", sagte Sprecher Gerald Pillkuhn auf Nachfrage. Er ruft weitere Betroffene auf, sich bei der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten. Je mehr Informationen den Ermittlern vorliegen, desto größer sei die Chance, dass dem Kriminellen das Handwerk gelegt wird.