SOMMERHITZE

An heißen Tagen kühlen Kopf bewahren

Plötzlich ist der Sommer da und schwitzen angesagt. Umsicht und ein wenig Vorbereitung helfen, gut durch die heißen Tage zu kommen.
dpa
Bei Hitze sollte früh am Morgen oder spät abends gegossen werden.
Bei Hitze sollte früh am Morgen oder spät abends gegossen werden. Christin Klose
Neubrandenburg.

Neubrandenburg. Temperaturen über 30 Grad erfordern Durchhaltevermögen - von Mensch, Tier und Pflanze. Mit ein paar Tricks lassen sich heiße Tage gut und unbeschadet überstehen.

Besser Salat als Pommes

Arbeit bei Hitze: Berufstätige sollten bei hohen Temperaturen auf leichte Kost setzen. Statt schwer verdaulichen Pommes und fettigem Steak ist ein Salat die bessere Wahl, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten, erläutert Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Werks- und Betriebsärzte. Ohnehin ist der Hunger bei Hitze meist nicht allzu groß.

Wände und Möbel abkühlen lassen

Kühles Zuhause: An heißen Sommertagen sollte morgens nicht zu kurz gelüftet werden. Denn Wände, Möbel und andere Gegenstände speichern laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Wärme. Können sie während des Lüftens in den frischeren Morgenstunden nicht auskühlen, geben sie im Verlauf des Tages ihre Wärme an den Raum ab – der ohnehin schon aufheizt. Daher gilt der Rat, nicht nur frühestmöglich die Fenster zu öffnen, sondern auch ausgiebig zu lüften. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben. Zudem hilft es, die Scheiben zu verdunkeln.

Kaltes Fußbad nach dem Sport

Sport und Hitze: Beim Joggen im Sommer verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit. Zusätzlich zu den empfohlenen 1,5 Litern pro Tag trinken Sportler am besten etwa alle 15 Minuten 100 Milliliter Wasser, in kleinen Schlucken. Das rät Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Nach dem Sport empfiehlt sich Mineralwasser, um dem Körper ausgeschwitzte Nährstoffe wie Natrium zurückzugeben. Wer dem Körper beim Herunterkühlen helfen will, sollte kaltes Wasser über Hände und Unterarme laufen lassen – oder gleich ein kaltes Fußbad nehmen.

Nase und Lippen brauchen Sonnenschutz

Sonnenbrand vermeiden: Die sogenannten Sonnenterrassen des Körpers werden beim Eincremen schnell vergessen. Dabei brauchen Nase, Ohren und Nacken besonders viel Schutz, da die gefährlichen UV-Strahlen dort teils senkrecht auftreffen. Darauf weist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel hin. Auch die Lippen sollten Sonnenanbeter nicht vergessen: Sie haben keine Hornschicht und deshalb keinen Eigenschutz. Im geschlossenen Auto ist ebenfalls UV-Schutz nötig, wie die Clubzeitschrift „ACE Lenkrad” des Auto Clubs Europa informiert. Nur die Frontscheibe schütze vor allen UV-Strahlen. Seiten- und Heckscheiben schirmen die aggressive UV-B-Strahlung ab, lassen UV-A-Strahlung dagegen größtenteils ungefiltert durch.

Besser keine Badelatschen beim Autofahren

Cool bleiben am Steuer: Autofahrer drehen die Klimaanlage besser nicht zu stark auf. Grundsätzlich sollte sich die Temperatur im Innenraum nicht mehr als etwa sechs Grad von der Außentemperatur unterscheiden. Als Wohlfühltemperatur nennt der ADAC dabei eine Spanne von circa 22 bis 25 Grad. Mit Badelatschen setzten Fahrer sich besser nicht ans Steuer. Das raten die Versicherer im Raum der Kirchen (VRK). Verboten ist das zwar nicht. Doch wer wegen ungeeigneten Schuhen einen Unfall verursacht, muss mit einer Geldbuße rechnen. Und unter Umständen kann die Vollkaskoversicherung Leistungen kürzen.

Warnung vor Salmonellen

Grillen: Fleisch, Fisch und Gemüse werden besser immer erst nach dem Grillen gesalzen. Das Grillgut wird sonst trocken, und der Geschmack leidet, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer an heißen Tagen außerhalb des eigenen Gartens grillt, sollte auf eine Kühltasche zurückgreifen. Auch Salmonellen mögen es warm und vermehren sich bei hohen Temperaturen schneller. Daher sei für den Transport von Grillgut und die Lagerung im Freien eine Kühltasche ein Muss, mahnt die Verbraucherzentrale Hessen. Ebenso sollte man unterschiedliches Besteck für rohes und gegrilltes Fleisch verwenden.

Die beste Zeit zum Gießen

Im Garten: Ist es sehr warm, verdunstet Wasser aus dem Boden. Daher sollte man bei Sommerhitze die Pflanzen nicht mittags gießen. Auch in den Abendstunden sind Boden und Luft noch zu warm. Daher rät das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, die Pflanzen entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu gießen. Der effizienteste Gießzeitpunkt ist übrigens um vier Uhr nachts.

Schutz bei Blitz und Donner

Gewitter: Wer bei einer Fahrradtour oder einer Wanderung von einem Gewitter überrascht wird und keine Möglichkeit hat, sicher unterzuschlüpfen, sollte eine Mulde oder Senke suchen. „Der Blitz schlägt immer in das höchste Ziel einer Umgebung ein”, erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. In der Senke macht man sich dann ebenfalls so klein wie möglich. Man geht also in die Hocke, stellt die Füße eng zusammen und verschränkt die Hände um die Knie.

Scherben wirken wie ein Brennglas

Waldbrandgefahr: Ein Feuer entsteht nicht unbedingt durch eine Flamme. Manch unbedachtes Verhalten im Wald kann genauso eine Katastrophe auslösen. Bei Ausflügen auf Wiesen und im Wald gilt: Auf keinen Fall Müll zurücklassen. Bei starker Sonneneinstrahlung können Glasflaschen und Scherben wie eine Brennlupe wirken und trockenes Gras und Holz entzünden. Darauf weisen Landesforstbetriebe hin. Autofahrer sollten Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen zudem nie an Feldern und Wiesen oder auf Waldwegen abstellen. Auch so könne sich trockenes Gras entzünden, warnt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV).

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