BLAUALGEN, VIBRIONEN, POLLEN

Baden in der Ostsee – was ist gefährlich, was nicht?

Urlauber strömen wieder an die Strände von Usedom, Rügen, Darß und Poel. Nicht alles was in der Ostsee schwimmt, sieht vertrauenserweckend aus. So unterscheiden Sie gefährliche Blaualgen von harmlosen Pollen.
Warnemünde: Auf dem Wasser am Ostseestrand schwimmt ein gelb-grüner Teppich aus Kiefernpollen.
Warnemünde: Auf dem Wasser am Ostseestrand schwimmt ein gelb-grüner Teppich aus Kiefernpollen. Bernd Wüstneck
Wenn die Ostsee im Sommer aufgewärmt ist, mehren sich Blaualgen-Vorkommen. (Archivbild)
Wenn die Ostsee im Sommer aufgewärmt ist, mehren sich Blaualgen-Vorkommen. (Archivbild) Swedish Coast Guard
Usedom ·

In dieser Woche waren an mehreren Stränden in der Ostsee schlierige gelb-braune Teppiche in beachtlicher Größe zu sehen. Laut des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) war dies zum Beispiel vor Warnemünde bei Rostock oder in Heiligendamm der Fall.

So mancher Badegast mag sich da an Meldungen über Blaualgen, Vibrionen oder sogar Saugwürmer in der Ostsee erinnert und gefragt haben, ob das Planschvergnügen im Wasser nun noch gefahrlos möglich ist.

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Ist es, beruhigt das IOW. Denn bei Untersuchungen im Labor sei festgestellt worden, dass es sich bei den aktuellen Naturphänomenen um völlig ungefährliche Kiefernpollen handelt. Doch wie erkennt man, ob es nicht doch bedenklich ist, was da im Wasser schwimmt? Im Folgenden finden Sie eine Orientierung:

Blaualgen

Sie werden auch als Cyanobakterien bezeichnet und sind normaler Bestandteil aller natürlichen Gewässer. Sie enthalten einen blauen Farbstoff und treten vor allem bei hohen Wassertemperaturen auf. Blaualgen können Giftstoffe bilden, die leichte Haut- oder Schleimhautreizungen und bei Verschlucken größerer Mengen Wasser auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber hervorrufen können. Immer wieder werden solche Vorkommen an den Ostseestränden und den Seen in MV gemeldet. Steigen die Temperaturen, werden die Badegewässer verstärkt getestet.

Tipp: Gehen Sie nicht dort baden, wo Sie Ihre Füße im knietiefen Wasser nicht mehr sehen können!

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Vibrionen

Diese Bakterien sind Bestandteil aller Meere, treten aber erst massenhaft ab Wassertemperaturen von 18 bis 20 Grad auf. Einige Vibrionenarten können schwere Wundinfektionen bis hin zu lebensgefährlichen Blutvergiftungen verursachen. Bisher traten diese Erkrankungen aber nur sehr selten und bei Menschen höheren Alters, mit chronischen Grundleiden (z.B. Lebererkrankungen, Alkoholabhängigkeit, Diabetes) oder bestehender Immunschwäche (z.B. nach Transplantationen, bei einer HIV-Infektion) auf.

Tipp: Bei geringsten Zeichen einer Wundinfektion sollte sofort ein Arzt konsultiert werden!

Nesselquallen

Im Gegensatz zu den ungefährlichen Ohrenquallen sind Nesselquallen meist rötlich gefärbt. Sie verursachen Rötungen, brennenden Schmerz, Blasen, manchmal sogar Übelkeit und Erbrechen sowie leichtes Fieber. Bei Kontakt mit Nesselquallen Hautpartie nicht drücken oder reiben, nur mit Salzwasser abspülen und anschließend kühlen, gegebenenfalls Sand auftragen und antrocknen lassen.

Tipp: Bei Sichtungen von Nesselquallen nicht im Meer baden!

Saugwürmer

Besonders nach längeren Schönwetterperioden ist in manchen Seen mit sogenannten Zerkarien zu rechnen, also kleinen Larven von Saugwürmern. Sie können sich beim Baden in die Haut des Menschen bohren. Zwar sterben sie dort schnell wieder ab, können aber eine Hautentzündung verursachen. Ernsthaftere Beeinträchtigungen sind aber nicht zu befürchten.

Tipp: Legen Sie nach dem Baden die nasse Kleidung schnell ab und trocknen Sie sich gründlich ab!

Grünalgen

Die warmen Wassertemperaturen führen häufig zum Wachstum von Grünalgen. Betroffen war in den vergangenen Jahren unter anderem der Strand in Lubmin. Die im Wasser nachgewiesenen Grünalgen trübten zwar die Sicht, seien aber gesundheitlich unbedenklich, hieß es vom Landkreis Vorpommern-Greifswald.

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