OBDUKTIONSERGEBNISSE

Corona-Infizierte sterben meistens wirklich am Virus

Lange hatte es eine Debatte darum gegeben, ob die gezählten Corona-Toten an – oder vielmehr mit – der Lungenkrankheit Covid-19 sterben. Jetzt wissen wir mehr.
Rund ein Drittel aller Patienten, die auf den Intensivstationen schwere Covid-19-Verläufe durchmachen, sterben. Nun wurde
Rund ein Drittel aller Patienten, die auf den Intensivstationen schwere Covid-19-Verläufe durchmachen, sterben. Nun wurden Einzelheiten zu den Todesursachen bekannt. Patrick Seeger
Neubrandenburg.

86 Prozent aller mit dem Coronavirus infizierten Verstorbenen sind nach Obduktionsergebnissen an den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung gestorben. Dies geht aus einer Analyse des Bundesverbandes der Pathologen von 154 bundesweit durchgeführten Obduktionen hervor, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die meisten Corona-Infizierten nicht, wie häufig kolportiert wird, an ihren Vorerkrankungen starben, sondern zu Recht als „Corona-Tote” identifiziert wurden.

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Die teilnehmenden Kliniken „haben durch Obduktionen zeigen können, dass bei schwerem Verlauf der Covid-19-Erkrankung diese in der Mehrzahl der Fälle die Todesursache ist”, teilte der Bundesverband mit. In mehr als drei Viertel der Obduktionen sei Covid-19 „als wesentliche oder alleinige zum Tode führende Erkrankung dokumentiert” worden.

Nur ein kleiner Teil der Todesfälle wurde untersucht

In die Untersuchung flossen insgesamt 154 Obduktionen an 26 pathologischen Instituten in Deutschland ein. Das sind nur 1,66 Prozent der – nach Daten der Johns-Hopkins-Universität – 9289 in der Bundesrepublik gezählten Toten. Der Bundesverband der Pathologen forderte daher finanzielle Mittel, damit weitere Obduktionen durchgeführt werden können.

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Die Analyse des Verbandes basiert auf Daten, die durch eine Umfrage bei den teilnehmenden Pathologien gewonnen wurden. Die mit Abstand meisten Ergebnisse kamen aus Bayern (73), auch aus Berlin (26), Nordrhein-Westfalen (23) und Schleswig-Holstein (10) wurde eine jeweils zweistellige Zahl an Berichten zur Todesursache von Corona-Infizierten gemeldet. Aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg flossen keine Obduktionsergebnisse in die Ende Juni abgeschlossene Umfrage ein.

Covid-19 und Grippe ähneln sich nicht

Durch die Obduktionen konnten die Pathologien eine Reihe von interessanten Beobachtungen machen. So zeigten die Untersuchungen, dass sich Covid-19 grundlegend von einer Grippe unterscheide: Es sei nachgewiesen worden, dass das Coronavirus „nicht nur Schädigungen der Lungen verursacht, sondern auch andere Organsysteme betrifft und daher mitnichten mit einem normalen Grippevirus gleichgesetzt werden kann”, heißt es in dem Bericht.

Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, Gustavo Baretton, kommt es hierbei vor allem zu drei konkreten Anomalien: erstens einer massiven Blutgefäßschädigung, zweitens einer überschießenden Blutgerinnung mit Verstopfung der feinsten Lungengefäße und drittens einer schädlichen Gefäßneubildung. „Diese unterscheiden sich grundlegend von vergleichbar schwer verlaufenden Lungeninfektionen durch Influenza”, so Baretton.

Gab es „falsch-negative” Corona-Tests?

Zudem befalle das Virus auch sogenannte „gefäßauskleidende Zellen”, weshalb es zu einer Multiorgan-Infektion kommen könne, von der dann die Nieren, das Herz und andere Organe betroffen seien. Bei einem Drittel aller obduzierten Toten wurde das Virus auch im Gehirn nachgewiesen. Dem Bericht zufolge war ein solcher für Covid-19 typischer Organbefall bei 82 Prozent aller corona-infizierten Verstorbenen tatsächlich die Todesursache.

Weitere vier Prozent starben an einem charakteristischen Organbefall, obwohl es keinen positiven Test gab: Bei drei Prozent fiel der Test negativ aus, bei einem Prozent wurde kein Test vorgenommen. Das wirft auch Fragen bezüglich der Genauigkeit der Corona-Tests auf: Bisher war bekannt, dass es manchmal zu sogenannten „Falsch-positiv-Ergebnissen” kommen kann, bei denen Nichtinfizierte positiv auf das Coronavirus getestet werden. Die Umfrage des Bundesverbandes der Pathologen scheint nun zumindest die Möglichkeit von „falsch-negativen” Befunden nahe zu legen. Der Bericht geht auf diese Fragestellung allerdings nicht ein.

Corona-Tote sind oft älter als 60 Jahre und männlich

Die Untersuchung liefert außerdem neue Hinweise bezüglich der Ergebnisse vorangegangener Studien, denen zufolge Männer deutlich häufiger von schwerwiegenden Corona-Verläufen betroffen sind als Frauen, und zwar vorwiegend im fortgeschrittenen Lebensalter. Von den 154 Verstorbenen waren 105 männlich und 49 weiblich. Fast ein Drittel aller Toten war zwischen 60 und 69 Jahre alt, ein gutes Viertel zwischen 70 und 79. Doch auch jüngere Menschen starben an Covid-19: Rund ein Fünftel der Obduzierten war 59 Jahre oder jünger, einige davon in ihren 20ern oder 30ern.

Im April hatte der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel mit einer kontroversen Aussage bundesweit für Diskussionen gesorgt. In seiner Heimatstadt sei noch kein einziger nicht vorerkrankter Mensch an Covid-19 gestorben, sagte Püschel damals.

Vielmehr sei das Virus nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe: „Alle, die wir bisher untersucht haben, hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder schwer fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung”. Daraus folgerten einige Kommentatoren, dass das Virus für gesunde Menschen nicht wirklich gefährlich sei. Die Berichte aus den Pathologien dürften diese Diskussion nun weiter anheizen.

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Kommentare (9)

...werden niemanden vom Hocker reissen. An Influenza-Viren sterben ebenso wenig unter 30-Jährige, z.B. durch nicht behandelte, verschleppte Grippe. Es gab zu keiner Zeit 2020 eine tödliche Pandemie, weil nicht mehr verstorben sind als z.B. bei einer verimpften und mit Medikamenten begleiteten Grippe-Welle (ohne Maske, ohne Abstand bzw. ohne Kita-, Schul- und Arbeitsverbot), z.B. 2017/2018. Das Einzige, was neu ist, ist die Krankheit selbst. Bis heute sind so gut wie keine verlässlichen Zahlen aus den medizinisch, unterentwickelten Staaten Schwarzafrikas bekannt, sonst wissen wir über jede Seuche dort umgehend Bescheid. Bis heute kann AIDS nicht so behandelt werden, wie man es sich wünscht. Die Infizierten sterben einen "grausamen" Tod, wie Corona-Erkrankte oder andere mit tödlichen Erkrankungen. Krebskrankte, die von heute auf morgen, ein Unwohlsein verspüren und nach spätestens 14 Tagen die Krebsdiagnose erhalten und mit Drogen über Monate "sanft" in den Tod begleitet werden, was keineswegs beruhigender für Betroffene und deren Angehörige ist. Risikogruppen bei Corona sind wer? Richtig, all diejenigen, die an jeder anderen Infektion ebenso sterben könnten.

wochenlang nach der Pathologie schreien und wenn die sich meldet, Vergleiche mit neuen und anderen ansteckenden Krankheiten ziehen.
Corona, Grippe, AIDS, ... was bemühen Sie als nächstes Herr Doerre?

Mit der Aussage "Es gab zu keiner Zeit 2020 eine tödliche Pandemie.." scheint der Herr Doerre stark demente Symptome zu zeigen?

Der Sinn dahinter, die Zahlen der Opfer in Italien, Spanien, Frankreich und nun besonders Südamerika zu leugnen, ist einfach zu offensichtlich.

Dass es in Deutschland nicht so gekommen ist, dürfte an den dagegen getroffenen Maßnahmen begründet sein und nicht daran, dass es einfach nichts ist.

Kleine Analogie?
Herr D fährt mit dem Auto und 130 km/h auf eine Wand zu und das Notbremssystem reagiert rechtzeitig.
Seine Reaktion: So ein Blödsinn, ist ja gar nichts passiert, hat das System ja völlig unnötig eingegriffen.

Mit Ihrem ersten Satz beleidigen Sie die Person, die eine Meinung hat. Die jährlichen Grippetoten werden nicht als Pandemieopfer bezeichnet, aber die Coronatoten. Machen Sie sich die Mühe zu recherchieren, wie viel Grippetote es pro Jahr gibt. Dass Corona nichts sei, steht weder in meinem obigen Kommentar, noch in irgendeinen anderen Kommentar meinerseits. Ob viren- und bakterienverseuchte, mehrfach getragene Tücher Viren verhindert, muss ich nicht widerlegen, dass haben verschiedene Institute bereits getan. Da hilft auch der gesunde Menschenverstand. Ich habe keine Coronatoten in anderen Staaten oder in Deutschland verleugnet. Vielleicht liegt Ihr Kommentar daran, dass Sie keine inhaltlichen Widersprüche in meinem Kommentar finden, aber unbedingt den Dörre was in den Mund legen, um ihn zu diskreditieren.

Entscheidend ist vor allem die Altersgruppe und der vitale Zustand des Patienten vor dem Tod. Bei der Schweinegrippe 2009 hat man im Land nichts unternommen. Die Pandemie wurde als Testlauf durchgezogen mit 25.000 Toten. Wenn ich John Hopkins Institute schon wieder lese, eine globale NGO, die die Zahlen manipuliert und Lügen verbreitet. Da kann ich auch gleich die Bild-Zeitung lesen.

🤦🏼‍♂️🙈

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Oh, Mimimi

Zauberlehrling oder ist der Senf alle?