FERIENBEGINN IN MV

Das Corona-Schuljahr endet – und nun?

Zeugnisvergabe, Versetzungssorgen, neuer Stundenplan: Ein denkwürdiges Schuljahr endet und ein ungewisses steht bevor. Wie wird das Coronavirus den Unterricht verändern?
Das Corona-Schuljahr geht zu Ende. Für alle Schüler brachte es tiefgreifende Veränderungen.
Das Corona-Schuljahr geht zu Ende. Für alle Schüler brachte es tiefgreifende Veränderungen. Bernd Wüstneck
Schwerin.

Was für ein Schuljahr: Alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern waren seit dem 16. März geschlossen, um der Ausbreitung des Coronavirus Einhalt zu gebieten. Schrittweise wurden sie seit dem 27. April wieder geöffnet. Inzwischen gibt es wieder einen – allerdings sehr eingeschränkten – Präsenzunterricht für alle Schüler. Am Freitag (19. Juni) ist dann jedoch schon wieder Schluss: Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem die Sommerferien beginnen.

Wie wird sich der ausgefallene Unterricht und das Lernen zu Hause auf die Zeugnisse der Schüler auswirken? Diese Frage dürften sich viele Eltern und Schüler derzeit stellen. Gibt es Grund zur Sorge? Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte bereits im April angekündigt, dass angesichts der Corona-Krise alle Schüler ungeachtet ihrer Noten in die nächste Klasse versetzt werden – wenn sie es wollen. Möglich sei aber, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. Gerade Schüler, die versetzungsgefährdet sind, hätten angesichts der Umstände keine gute Möglichkeit, ihre Leistungen in diesem Schuljahr noch ausgleichen zu können, begründete Martin die Entscheidung.

Wissenslücken bleiben trotzdem

Doch tut man den Schülern damit einen Gefallen? Durch eine automatische Versetzung schließen sich nicht auch automatisch Wissenslücken, Schüler die jetzt Schwierigkeiten haben, müssten dann wahrscheinliche die Klasse im nächsten Jahr wiederholen, heißt es von Kritikern.

Trotz der garantierten Versetzung sind auch in diesem Jahr wieder die Sorgen-Hotlines bei Nöten wegen schlechter Noten auf dem Zeugnis erreichbar – sogar länger als üblich: Die Experten der Schulämter sind nicht wie in den Vorjahren nur am letzten Schultag vor den Sommerferien geschaltet, sondern bereits seit Montag (Nummern in der Infobox). Hintergrund ist, dass die Zeugnisse in diesem Schuljahr wegen der Corona-Krise nicht alle am letzten Schultag ausgegeben werden, sondern am letzten Tag des Präsenzunterrichts der jeweiligen Klasse, was gestaffelt geschieht.

Für Schüler mit Nachholbedarf soll es laut Bildungsministerium zudem in den Ferien zusätzliche, pädagogisch begleitete Lern- und Förderangebote geben. Die Angebote bei privaten Lernanbietern wie zum Beispiel Nachhilfeinstituten werden vom Land mit bis zu einer Million Euro gefördert (mehr Infos in der Infobox).

Ferienbetreuung für alle Kinder in den Horten

Die Schulhorte in MV bieten derweil wegen der niedrigen Corona-Infektionszahlen in den Sommerferien eine Ferienbetreuung für alle Kinder von täglich sechs Stunden an. Eltern, die im Tourismus oder in Schichten arbeiten und mehr als sechs Stunden Betreuung benötigen, könnten auch zehn Stunden beantragen. Die Zusatzkosten dafür übernimmt das Land – normalerweise müssten dies die Eltern bezahlen.

Mehr lesen: Wer bekommt den Kinderbonus und wann wird er ausgezahlt? 

Doch wie soll es nach den Ferien weitergehen? Zum einen will Bildungsministerin Martin, dass der digitale Unterricht parallel zum Präsenzunterricht, der ab dem 3. August wieder täglich für alle Schüler stattfinden soll, ausgebaut wird. Dazu soll die Lernplattform „itslearning” in MV installiert werden. Wie genau der Unterricht im neuen Schuljahr angesichts von Abstand- und Hygieneregelungen aussehen soll, ist allerdings noch unklar.

Mehr lesen: Wie soll das neue Schuljahr in MV laufen?

Auch die Einschulungen werden in diesem Jahr anders aussehen als üblich. Denn bei den Feiern müssen die geltenden Hygienevorgaben eingehalten werden. Deshalb muss auch jede Schule selbst über den Ablauf der Einschulung entscheiden – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten.

Zudem muss noch geprüft werden, inwieweit sich ein geplantes Frühwarnsystem mit regelmäßigen, aber freiwilligen Corona-Testungen bei Schülern und Lehrern umsetzen lässt, um Infektionsbrandherde schnell einzudämmen. Und niemand kann voraussehen, wie sich die Corona-Krise in den kommenden sechs Wochen in Mecklenburg-Vorpommer entwickeln wird – gerade angesichts der bevorstehenden Urlaubssaison, in der zahlreiche Menschen aus ganz Deutschland und Europa an die Ostseestrände strömen werden.

 

 

Nummern der Sorgentelefone in MV:

  • Staatliches Schulamt Greifswald: 03834/595 86
  • Staatliches Schulamt Neubrandenburg: 0395/380 78330
  • Staatliches Schulamt Rostock: 0381/7000 78418
  • Staatliches Schulamt Schwerin: 0385/588 78184

Wie kann mein Kind an den Ferienlernangeboten teilnehmen?

Um an den Lernangeboten teilnehmen zu können, muss beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI) ein Berechtigungsschein angefordert werden. Das geht sehr einfach über einen E-Mail-Link  auf der Internetseite des LFI unter www.lfi-mv.de. Mit diesem Berechtigungsschein können Schülerinnen und Schüler zwischen dem 22. Juni und dem 31. Juli bis zu 30 Förderstunden à 45 Minuten wahrnehmen. Mit dem Berechtigungsschein und der Zeugniskopie kann bei einem frei gewählten Lernanbieter ein Angebot vereinbart und gestartet werden. Der Lernanbieter rechnet dann direkt mit dem Land über das Landesförderinstitut ab.

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