Beim Neubrandenburger Weberglockenmarkt wurde laut Organisatoren konventionelle Beleuchtung durch LEDs ersetzt und die Beleuch
Beim Neubrandenburger Weberglockenmarkt wurde laut Organisatoren konventionelle Beleuchtung durch LEDs ersetzt und die Beleuchtungszeit reduziert. Simon Voigt (Archiv)
Adventszeit

Das haben die großen Weihnachtsmärkte in MV zu bieten

Riesenrad, Karussell, Kunsthandwerk: In den großen MV-Städten steigt die Vorfreude auf die Weihnachtsmarkt-Eröffnung. Die Energiekrise macht sich aber auch bemerkbar.
dpa
Neubrandenburg

Nachdem die Corona-Pandemie 2020 zum Komplettausfall und 2021 zum Abbruch vieler Weihnachtsmärkte geführt hat, herrscht bei Besuchern und Schaustellern Vorfreude auf den Start der diesjährigen Saison in der kommenden Woche. „Schön, dass ihr wieder da seid” – das sei die Rückmeldung, die der Schausteller Lothar Welte dieses Jahr bei Volksfesten besonders oft erhalten habe.

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Der Zuspruch sei sehr stark. „Das hab' ich so noch nie erlebt”, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Branche. Dabei sind die gestiegenen Energiekosten natürlich auch ein Thema.

Heizpilze im Außenbereich gestrichen

Auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt (21.11. bis 22.12.) – dem größten im Nordosten – versucht man laut Welte, die Preise weitgehend zu halten. Hier und da könne es auch wegen der Inflation zu Preiserhöhungen im „Cent-Bereich” kommen. Dank der Anschaffung neuer Karussells in den zurückliegenden Jahren mit besseren Motoren und LED-Beleuchtung habe man die Stromkosten teilweise halbieren können. „Das kommt uns jetzt zugute.”

Insgesamt sind 180 Markteilnehmer aus fast allen Bundesländern sowie Polen, Finnland, Indien und den Niederlanden vertreten. Auf der rund 3,2 Kilometer langen Meile in der Innenstadt gibt es an verschiedenen Plätzen unter anderem 16 Karussells, 50 geschmückte Händlerbuden, eine Bühne, ein Weihnachtsdorf, eine Märchentante und natürlich den Weihnachtsmann. Besucher sollen von dem Energiesparkonzept möglichst wenig mitbekommen. Unter anderem wurden Heizpilze im Außenbereich gestrichen.

In Schwerin habe man bereits vor zweieinhalb Jahren begonnen, die Beleuchtung auf LED umzustellen. Das sei nun abgeschlossen, sagte Arno Teegen, Organisator des dortigen Weihnachtsmarktes (21.11 bis 30.12.). Im Vergleich zu 2018 und 2019 habe man dadurch etwa ein Drittel weniger Stromverbrauch bei der Beleuchtung.

Keine Eisbahn in Stralsund

Zudem werde die große Weihnachtstanne nicht die ganze Nacht leuchten, die allgemeine Beleuchtung starte um 16.00 Uhr statt um 11.00 Uhr und die Dekoration in der Innenstadt sei teilweise reduziert worden. Für die Eisbahn am Pfaffenteich bleiben die Preise laut Teegen unverändert. Auch das Riesenrad wird es dort wieder geben. Dazu kommen zahlreiche Holzhütten und Stände in der Altstadt.

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Daneben geht es in der Landeshauptstadt auch andernorts festlich zu etwa bei der „Flotten Weihnacht” (04.11. bis 30.12.) am Schlossanleger oder bei der „Höfischen Weihnacht” im Innenhof des Schweriner Schlosses (09. bis 18.12.).

In Stralsund, der Stadt mit dem nach eigenen Angaben ältesten Weihnachtsmarkt an der Ostsee, wird es auf dem Alten Markt in diesem Jahr keine Eisbahn geben. Die beiden Weihnachtsmärkte auf dem Alten und dem Neuen Markt finden aber statt (21.11. bis 22.12.) – jeweils mit einem Riesenrad.

Ebenso lädt wieder der Rathauskeller mit mehr als 40 Künstlern, Kunsthandwerkern und Händlern zum Flanieren ein. Rummel-Fans dürfte vor allem der Neue Markt mit seinen Fahrgeschäften locken, während es auf dem Alten Markt besinnlicher zugeht.

Beleuchtung in Neubrandenburg reduziert

Ohne Eishalle muss wegen der gestiegenen Energiekosten auch der Weberglockenmarkt (24.11. bis 22.12.) in Neubrandenburg auskommen. Auch hier wurde laut Organisatoren konventionelle Beleuchtung durch LEDs ersetzt und die Beleuchtungszeit reduziert. Bei allen Sparmaßnahmen wolle man trotzdem das weihnachtliche Flair auf Neubrandenburgs Boulevard und Marktplatz beibehalten.

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Der Wismarer Weihnachtsmarkt findet vom 21. November bis 22. Dezember auf dem historischen Marktplatz statt. Dort erwarten die Besucher etwa im schwedischen Stil gestaltete Weihnachtshütten und allerlei Kunsthandwerk. Vom 25. November bis 08. Januar lädt außerdem der sogenannte Sternenwald an den Alten Hafen zum Spaziergang unter Tannen und beispielsweise heißem Punsch.

Corona-Experte schätzt Infektionsrisiko ein

Rings um den etwa 20 Meter hohen Weihnachtsbaum inmitten des Marktplatzes befindet sich der Greifswalder Weihnachtsmarkt (24.11. – 21.12.). Dazu gehören neben festlich geschmückte Holzbuden, Glühwein oder Mutzen auch wieder eine große Weihnachtspyramide sowie eine hölzerne Adventskirche. Bevor es losgeht, schmücken am Montag traditionell Kindergartenkinder die Weihnachtstanne mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr.

Zu den vielen kleineren Märkten im Nordosten gehört etwa der Weihnachtsmarkt auf dem Schlossgelände in Ulrichshusen (2., 3., und 4. Adventswochenende). An dem Festspielort setzt man nicht nur auf Adventskonzerte, sondern auch besonders auf regionale Produkte. Die Feldsteinscheune werde auch wieder geheizt werden, hieß es von den Veranstaltern, wenn auch nicht „Wohnzimmer-warm”.

Und was ist mit Corona? „Da bin ich relativ entspannt”, sagt der Greifswalder Bioinformatiker Lars Kaderali. „Draußen ist ja sowieso das Infektionsrisiko deutlich geringer.” Natürlich könne es zu Infektionen kommen, wenn man etwa gedrängt am Glühweinstand stehe. Masken halte er aber nicht für notwendig. Kaderali sieht in Weihnachtsmärkten keine entscheidende Gefahr für eine mögliche Corona-Winterwelle.

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