FÜR DEN NOTFALL GERÜSTET

Dokumente zur Vorsorge müssen griffbereit sein

Vorkehrungen für Unglücksfälle sollten schriftlich dargelegt und die Papiere schnell zu finden sein. Ein Hinweis-Zettel im Portemonnaie kann helfen.
dpa
Vorsorgedokumente müssen sicher verwahrt, doch im Notfall schnell gefunden werden.
Vorsorgedokumente müssen sicher verwahrt, doch im Notfall schnell gefunden werden. Karl-Josef Hildenbrand
Neubrandenburg.

Vollmachten oder Vorsorgedokumente hat im Alltag wohl niemand dabei. Im Ernstfall müssen aber genau diese Unterlagen schnell gefunden werden. Welche Dokumente sinnvoll sind und wo sie leicht zugänglich aufbewahrt werden können? Ein Überblick:

Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauensperson ausgewählt werden, die bei vorübergehender oder dauerhafter Entscheidungsunfähigkeit für den Verfasser handeln kann. Wer keine Vorsorgevollmacht erteilen möchte, kann zumindest eine Betreuungsverfügung errichten. Die eingesetzte Vertrauensperson würde dann im Vorsorgefall zum Betreuer bestellt und unterläge damit der Kontrolle durch das Betreuungsgericht.

Stiftung empfiehlt Vorsorgevollmacht ab 18

„Wir empfehlen jedem über 18 Jahre eine Vorsorgevollmacht anzufertigen”, sagt Simone Weidner von der Stiftung Warentest in Berlin. Dazu könne man getrost ein Formular zum Ankreuzen nutzen, wie es beispielsweise die Stiftung Warentest oder das Bundesjustizministerium anbieten.

Diese Dokumente können ihre Wirkung allerdings nur entfalten, wenn sie im Ernstfall auch gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, die Unterlagen zu Hause in einem Notfallordner aufzubewahren, den der Bevollmächtigte schnell findet. „Oder man händigt diese Person eine Kopie aus, damit er sofort handlungsfähig ist.” Ein Hinweiszettel im Portemonnaie ermöglicht Rettungskräften eine schnelle Kontaktaufnahme.

Beurkundung beim Notar kann Vorteile haben

Die Beurkundung durch einen Notar ist zwar nicht unbedingt notwendig. „Es ist aber für die Akzeptanz im alltäglichen Rechtsverkehr hilfreich, wenn die Vollmacht durch einen Notar beglaubigt oder besser noch beurkundet ist”, meint Karin Bumann vom Deutschen Caritasverband in Berlin. Im Falle einer notariellen Beurkundung gestaltet der Notar die Vollmacht rechtssicher aus und stimmt sie auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse des Vorsorgenden ab. Die Überprüfung der Identität und Geschäftsfähigkeit führt zudem dazu, dass die wirksame Errichtung später kaum angezweifelt werden kann. Gerade bei hochbetagten Vollmachtgebern hilft dies, spätere Streitigkeiten über die wirksame Erteilung der Vollmacht zu vermeiden. Für bestimmte Angelegenheiten ist eine beurkundete Vollmacht sogar zwingend, erklärt Dominik Hüren von der Bundesnotarkammer in Berlin. „Nur die beurkundete Vorsorgevollmacht deckt daher alle Arten von Rechtsgeschäften bestmöglich ab.”

Patientenverfügung regelmäßig überprüfen Mit einer Patientenverfügung können Wünsche zur medizinischen Behandlung für den Fall geäußert werden, in dem ein Zustand der Entscheidungsunfähigkeit vorliegt. Auch dafür gibt es Formulare, etwa von der Stiftung Warentest, Ärztekammern oder sozialen Institutionen Formulare. Mitunter hilft der Hausarzt beim Ausfüllen oder Formulieren. „Diese Unterlagen können ebenfalls im Notfallordner zu Hause aufbewahrt werden”, sagt Simone Weidner. „Wichtig ist, sie von Zeit zu Zeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern, weil sich Rechtsprechung und medizinische Standards ändern.” Eine notarielle Beurkundung ist nicht unbedingt notwendig. „Sie hat jedoch den Vorteil, dass der Notar über die Tragweite der Patientenverfügung belehrt und – gegebenenfalls in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt – zugleich für eine auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse abgestimmte und rechtssichere Ausgestaltung sorgt”, sagt Dominik Hüren.

Dokumente können zentral registriert werden

Wer Vorsorgevollmacht, Patienten- oder Betreuungsverfügung nicht zu Hause aufbewahren will, kann die Dokumente beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ZVR) melden. „Die Dokumente werden aber lediglich registriert, nicht hinterlegt”, stellt Dominik Hüren klar. Allerdings wird so gewährleistet, dass die Dokumente in einem Betreuungsverfahren auch beachtet werden.

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