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Ein Diesel für Tanke und Steckdose

Volvo bringt mit dem V60 Plug-in-Hybrid das weltweit erste Serienfahrzeug mit Diesel-Hybridantrieb und Plug-in-Ladetechnik auf den Markt.
Volvo bringt mit dem V60 Plug-in-Hybrid das weltweit erste Serienfahrzeug mit Diesel-Hybridantrieb und Plug-in-Ladetechnik auf den Markt.
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Was fällt einem auf Anhieb zu Volvo ein? Klar, Autos natürlich. Schicke, zuverlässige und sichere Autos.

Die kennt man nicht nur hierzulande. Sie fahren als Diesel oder Benziner durch die Welt. Weniger bekannt hingegen dürfte sein, dass unter den Fittichen des schwedischen Premiumherstellers auch alternative Antriebe gedeihen.

Da das reine Elektroauto noch in den Kinderschuhen steckt und zudem wegen geringer Reichweite eher mit technischen Problemen von sich reden macht, hat Volvo sich auf den Plug-in-Hybrid festgelegt. Dazu braucht es, salopp gesagt, eine Batterie, einen Elektromotor für einige Dutzend Kilometer elektrischen Fahrens und einen Verbrennungsmotor, der den Wagen vorwärts bewegt, wenn das Akku schlapp macht. Der kraftspendende Saft für die Batterie kommt per Kabel aus der Steckdose.

Volvo hatte bereits im vergangenen Jahr eine limitierte Anzahl von tausend V60 Plug-in-Hybrid in Schweden vom Band laufen lassen. Die sind längst alle verkauft. Nur ganze 94 fanden ihren Weg nach Deutschland. In diesem Jahr wollen die Nordmänner bis zu 6000 Fahrzeuge ab Ende Juni ausliefern. Anders als beispielsweise Opel oder Toyota setzt Volvo dabei auf einen Selbstzünder: Der V60 D6 AWD ist das erste weltweit gefertigte Serienfahrzeug mit Diesel-Hybridantrieb und Plug-in-Ladetechnik. Drei Autos in einem – so verkünden es stolz die Volvo-Leute.

Lithium-Ionen-Batterie an Steckdose aufladen

Der Hybrid wird von einem kräftigen 2,4-Liter Diesel mit 215 PS und sattem Drehmoment von 440 Newtonmeter sowie einem 68-PS-Elektromotor mit 200 Newtonmeter – installiert unter dem Kofferraumboden - angetrieben. In diesem Dreiklang soll der 4,63 Meter lange Mittelklasse-Kombi bis zu 50 Kilometer rein elektrisch rollen. Zudem verspricht Volvo einen Normverbrauch von gerade einmal 1,8 Liter je 100 Kilometer und damit eine CO2-Emission von nur 48 g/km. Die Kraftübertragung des Hybrids, der sich übrigens per Knopfdruck auch in einen praktischen Allrader verwandelt, übernimmt eine Sechsgang-Automatik. Problemlos lässt sich die Lithium-Ionen-Batterie an jeder herkömmlichen Steckdose aufladen. Dreieinhalb Stunden dauert das Ganze. Aber auch häufiges Bremsen während der Stadtfahrt trägt dazu bei, dass der Akku wieder zu Kräften kommt – Rekuperation nennt sich der Prozess der Bremsenergie-Rückgewinnung.

Der erste Fahreindruck: Mit der gewaltigen Hybrid-Power ist man richtig gut unterwegs. Der Fahrer kann neben dem grundsätzlich eingestellten Hybrid-Modus - hier teilen sich beide Motoren die Antriebsarbeit - noch zwischen zwei weiteren Varianten wählen. Wer rein elektrisch unterwegs sein will, ist im Pure-Modus richtig. Allerdings war die emissionsfreie und lautlose Fahrt schon nach gut 30 Kilometern zu Ende. Dann schaltete sich ohne großes Ruckeln der Selbstzünder wieder zu und übernahm den weiteren Vortrieb. Im Power-Modus geht’s richtig zur Sache: der Diesel und der E-Motor bündeln ihre Kräfte und schieben den mehr als zwei Tonnen schweren Wagen in 6,1 Sekunden auf Tempo 100. Da aber bei der Länge der Fahrtstrecke der Diesel mehr gefragt war als sein elektrisches Gegenstück, registrierte am Ende der langen Ausfahrt der Bordcomputer einen Verbrauch von 4,3 Litern.

Für umweltbewusste Kunden

Optisch unterscheidet sich der V60 Plug-in-Hybrid nicht von seinen Geschwistern, abgesehen vom Plug-in-Schriftzug am Heck und der Klappe fürs Ladekabel am Kotflügel. Innen gibt es hochwertige Materialien und beste Verarbeitung – ganz im Premium-Stil. Das dürfte der umweltbewusste Kunde aber auch erwarten. Die 58 710 Euro, die Volvo für den Hybriden verlangt, sind schließlich kein Pappenstiel und liegen mehr als 10 000 Euro über der vergleichbaren V60-Dieselvariante.