Längst gehört die Maske beim Einkaufen zum Alltag. Den besten Schutz bieten FFP2-Masken.
Längst gehört die Maske beim Einkaufen zum Alltag. Den besten Schutz bieten FFP2-Masken. Sven Hoppe
Im letzten Lockdown Anfang April war die Lage irgendwann so ernst, dass der Gesundheitsminister sogar die Salattheken der Kauf
Im letzten Lockdown Anfang April war die Lage irgendwann so ernst, dass der Gesundheitsminister sogar die Salattheken der Kaufhallen geschlossen hat. Heute sind die Inzidenzen noch höher, frischen Salat gibt es aber trotzdem. (Foto vom 20. April 2021) Simon Voigt
Corona in Kaufhallen

Einkauf im Supermarkt soll kein Superspreader-Event sein

Ständig neue Regeln trennen die Menschen in Geimpfte und Ungeimpfte, Getestete oder Geboosterte. Nur an der Supermarktkasse sind alle gleich. Wie verhält es sich da mit dem Coronavirus?
Neubrandenburg

Während die Zugangsregeln für Kultur- und Sportstätten zuletzt deutlich verschärft wurden, änderte sich bei Supermärkten und Drogerien nichts. Wie schon seit Beginn der Pandemie bleiben Lebensmittelgeschäfte und andere Läden des täglichen Bedarfs für jedermann offen.

Kann da womöglich der Wochenendeinkauf zum Superspreader-Event werden, fragten zuletzt Leser des Nordkurier. Die zuständigen Behörden geben darauf keine eindeutige Antwort: Zwar gibt es dafür keine Indizien. Es sind aber auch kaum Daten vorhanden.

In den ersten Infektionswellen, in denen noch kein Impfstoff verfügbar war, wurden allerdings keine gehäuften Krankheitsfälle unter Supermarktmitarbeitern bekannt. Und auch jetzt wurden keine Auffälligkeiten beobachtet.

Ein Fall vor einiger Zeit

„Uns wurden seitens der Gesundheitsämter in der jüngeren Vergangenheit keine Ausbruchsgeschehen aus Supermärkten, Drogerien und anderen Läden der Grundversorgung gemeldet“, sagt Anja Neutzling, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock.

Um die Kontaktnachverfolgung kümmern sich die Kreise. So konnte etwa die Mecklenburgische Seenplatte keine Ansteckungsfälle aus Märkten melden. „Einzige Ausnahme war vor einiger Zeit ein Mitarbeiter eines Supermarkts, der jedoch nicht im Verkaufsbereich tätig ist. Er hat sich im privaten Umfeld angesteckt“, sagt Haidrun Pergande, Sprecherin des Seenplatten-Kreises.

Die Läden des täglichen Bedarfs müssten sich zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern an geltende Bestimmungen halten: Lüften, Desinfektionsmöglichkeiten anbieten und auf die Maskenpflicht hinweisen, sagt Achim Froitzheim, Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald. Er verweist auf die Verantwortung der Kunden: „Wenn alle Menschen ihre Maske richtig tragen würden, wäre das angesprochene Risiko sicherlich weiter minimiert.“

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Povokante Geste ohne Schutz

Beim Thema Masken holt Froitzheim noch weiter aus: „Leider wird die Maske jedoch vielfach als Mund- oder gar Kinnbedeckung missverstanden.“ So getragen nütze sie dann wenig und könne weder den Träger noch andere Menschen schützen. „Falsches Tragen einer Maske, oder der Verzicht auf eine solche wird mitunter natürlich als provokante Geste eingesetzt“, so Froitzheim. Der Provokateur als Virusschleuder? Ob es tatsächlich nennenswertes Infektionsgeschehen in Supermärkten gibt, kann der Sprecher nicht sagen. „Dazu liegt kein valides Datenmaterial vor.“

Die Daten würden aber zeigen, dass die meisten Übertragungen des Coronavirus ohnehin nicht in der Öffentlichkeit stattfinden: „Was wir anhand der derzeitigen Zahlen auslesen können, ist die Tatsache, dass viele Ansteckungen nach wie vor im privaten Bereich erfolgen, da bei Treffen in diesem Bereich offenbar weniger vorsichtig agiert wird.“

Gerade FFP2-Masken bieten aber einen extrem guten Schutz, haben Göttinger Wissenschafter gerade erst nachgewiesen: Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Raum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei etwa einem Promille.

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Keine Luca-App in der Kaufhalle

Schriftliche Kontaktlisten oder die Luca-App, wie sie etwa in Restaurants vorgeschrieben sind, gab es in Kaufhallen und Drogerien noch nie. In Supermärkten habe das Verhältnis von Aufwand und Nutzen dagegen gesprochen, zumal der Aufenthalt im Laden vergleichsweise kurz ist, erklärte eine Sprecherin des Schweriner Innenministeriums.

Der beste Schutz ist nach Auffassung des Rostocker Tropenmediziners Professor Emil Reisinger ohnehin der Selbstschutz: „Die Gefahr wird deutlich reduziert, wenn sich die Menschen an die Hygieneregeln halten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten und eine gut sitzende FFP2-Maske tragen.“

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