Die Deutschen wollen in der am Mittwoch beginnenden Fastenzeit vor allem auf Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch verzi
Die Deutschen wollen in der am Mittwoch beginnenden Fastenzeit vor allem auf Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch verzichten. Uwe Zucchi
Aschermittwoch

Fasten fürs Klima und die eigene Gesundheit

Am Mittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Und die lädt dazu ein, an seinen Gewohnheiten zu schrauben. Das tut nicht nur dem eigenen Körper gut.
Berlin

Für viele Christen beginnt morgen, am Aschermittwoch, die vierzigtägige Fastenzeit, die erst am Ostersonnabend endet. Eigentlich sind das sogar 46 Tage, doch die sechs Sonntage sind als sogenannte „kleine Auferstehungstage” vom Fasten ausgenommen. Als Vorbild gilt dabei Jesus, der 40 Tage und Nächte in der Wüste verbracht haben soll und dort den Versuchungen des Teufels durch Fasten und Beten widerstand.

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Und nicht nur für gläubige Menschen beginnt nun eine Zeit des Verzichts. Immer mehr nutzen diese Wochen, um eine zeitlang auf bestimmte Genussmittel oder Konsumgüter zu verzichten. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von DAK-Gesundheit liegen dabei Alkohol und Süßigkeiten ganz vorn. Manche stellen auch das Essen von Fleisch oder das Rauchen ein, lassen ab jetzt den Fernseher aus oder das Auto stehen. Andere vollziehen einen zeitlich begrenzten Rückzug aus der Online-Welt, das sogenannte Digital Detox. Verzicht kann also sehr vielfältig sein.

Auch die Kirchen in Deutschland versuchen mit dem Fastentrend wieder mehr Menschen zu erreichen und rufen zum Klimafasten auf. Im Mittelpunkt der Aktion steht in diesem Jahr das Thema Ernährung. „Klimagerechtigkeit beginnt bei uns zu Hause. Dafür ist es wichtig, dass wir uns bewusster ernähren und weniger Lebensmittel wegwerfen“, sagte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. Bis Ostersonntag steht jede Woche unter einem Thema. „Verschwendung“ lautet dies zum Auftakt, „Wandel gestalten“ in der siebten und letzten Woche. Auf der Internetseite www.klimafasten.de gibt es Material, Tipps und Veranstaltungshinweise, wie man sich analog oder digital beteiligen kann.

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Doch zurück zum Genussmittel-Verzicht: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gibt es zum Beispiel für eine Alkohol-Pause gute Gründe. Wer regelmäßig zu alkoholischen Drinks greift, läuft nicht nur Gefahr, in eine Abhängigkeit zur geraten. „Alkohol ist ein Zellgift und kann alle Organe schädigen“, so Prof. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA. Durch regelmäßigen Alkoholkonsum steigt das Risiko etwa für Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso kann Alkohol die Entstehung von Krebs begünstigen. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum gelten etwa acht von 100 Brustkrebserkrankungen als alkoholbedingt.

Diese Tricks können helfen, das Null-Promille-Vorhaben in der Fastenzeit tatsächlich durchzuziehen:

  • Abwechslung ins Glas holen: Packt einen doch die Lust auf einen Cocktail oder ein erfrischendes Bier, lassen sich mit etwas Kreativität Alternativen finden. Die BZgA schlägt zum Beispiel vor, geschäumtes Malzbier mit Apfelsaft und Zitronenzesten zu testen.
  • Erfolge dokumentieren: So kann man im Kalender für jeden Tag ohne Alkohol ein Häkchen setzen – und sich so den bisherigen Erfolg vor Augen führen.
  • „Nein, danke!“ sagen üben: Die Fachleute der BZgA empfehlen, beim Ablehnen von Alkohol nicht in Rechtfertigungen zu verfallen, sondern den Drink ohne Begründung abzulehnen. Auch wenn das anfangs alles andere als einfach sei.
  • Ausrutscher akzeptieren: Hat man sich in geselliger Runde doch zu einem Bier überreden lassen, heißt das nicht, dass das Alkoholfasten gescheitert ist. Die BZgA rät dazu, sich Ausrutscher zu verzeihen – und sie nicht als Anlass zu werten, das ganze Vorhaben aufzugeben.
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