Auch wenn sich immer mehr Leute vegetarisch oder sogar vegan ernähren, finden Würste aus Vorpommern ihre Liebhaber.
Auch wenn sich immer mehr Leute vegetarisch oder sogar vegan ernähren, finden Würste aus Vorpommern ihre Liebhaber. Kai Horstmann
Die Grüne Woche war immer ein Publikumsmagnet – doch zwei Jahre Corona-Pause haben Spuren hinterlassen. Ob die Hall
Die Grüne Woche war immer ein Publikumsmagnet – doch zwei Jahre Corona-Pause haben Spuren hinterlassen. Ob die Hallen wieder so voll werden wie früher? Ralf Günther
Die Müritzfischer sind schon seit mehr als 20 Jahren auf der Grünen Woche vertreten.
Die Müritzfischer sind schon seit mehr als 20 Jahren auf der Grünen Woche vertreten. Gregor Fischer
Die Gemeinnützige Werk- und Wohnstätten GmbH aus Pasewalk (GWW) ist auch wieder vertreten, unter anderem mit dem &bd
Die Gemeinnützige Werk- und Wohnstätten GmbH aus Pasewalk (GWW) ist auch wieder vertreten, unter anderem mit dem „Woldegker Lümmel“. ZVG
Grüne Woche

Fische aus der Müritz, Wurst aus Vorpommern und Lümmel aus der Seenplatte

Die Grüne Woche startet wieder in Berlin. Akteure aus Vorpommern und der Seenplatte setzen dabei auf klassisches aber auch Neuerungen. Diese Genussbotschafter aus MV sind dabei.
Berlin

Nach den faden, geschmacklosen vergangenen Jahren dürfen sich Messe-Fans in diesem Winter endlich wieder auf Hochgenuss, Leckereien und Innovatives freuen. Denn am Freitag wagt die Internationale Grüne Woche in Berlin einen Neustart. Wie schon vor der Pandemie stehen Dutzende Produzenten, Unternehmen und Lokalpatrioten aus der Region in den Startlöchern.

Leckerer Fisch aus der Müritz, klassische Wurst aus Vorpommern

Unter anderem lassen sich die Müritzfischer, die seit mehr als 20 Jahren auf der Messe vertreten sind, diese Bühne nicht entgehen. „Immer wieder gerne“, sagt Antje Bekkert von der Fischerei Müritz-Plau GmbH. Die Messevorbereitung und Begleitung seien zwar mit jeder Menge zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden. Jedoch haben die Fischerhöfe laut Bekkert in dieser Zeit teilweise geschlossen. Deshalb sei es machbar. Immerhin hätten fünf Kollegen zehn Tage lang durchgehend auf der Messe zu tun. Im Gepäck haben die Müritzfischer regionale Spezialitäten wie den Kräutermorizaner, einen mit Kräutern marinierten Hecht, Katerhappen, Saiblingskaviar aus eigener Herstellung, Räucherfisch oder Fischsuppe.

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Fleischer Robert Kriewitz aus Ueckermünde ist ebenfalls froh, nach zwei Jahren wieder Geschmack aus Vorpommern in die Welt tragen zu können. Er brach bereits am Mittwoch mit einem Lkw voller Kühltechnik nach auf. Ohne Kühlaggregate kann er die Wurstwaren seiner Fleischerei nicht bei der Grünen Woche verkaufen. Wenn die Technik steht und angeworfen ist, werden am Donnerstag seine Mitarbeiterinnen Elisa Laudan und Monika Teßmann folgen, die erste Lieferung Wurst zur Messe bringen und den Stand in der MV-Halle einrichten, berichtete er.

Überzeugen wollen Kriewitz und sein Team mit klassischen Spezialitäten vom Stettiner Haff. Für neue Kreationen habe man in den beschwerlichen letzten Jahren keine Zeit gefunden. „Wir haben so gekämpft“, gibt Kriewitz zu. Den großen Aufwand, auf der Grünen Woche auszustellen und Unterkünfte zu organisieren, nimmt er dennoch gerne auf sich. „Wir wollen nicht nur Ware verkaufen, sondern auch unser Land präsentieren.“

Der Woldegker Lümmel darf bei der Grünen Woche nicht fehlen

Eine neue Fleischpfanne möchte die Fleischerei der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten GmbH aus Pasewalk (GWW) auf der Messe präsentieren, wie Heiko Stier von der Betriebsstätte Woldegk verrät. Genaueres sei noch geheim. Man befinde sich in der kreativen Schaffensphase. Den Woldegker Lümmel, eine besondere Bratwurst, soll es auf jeden Fall wieder geben. Dieses Mal hat die GWW sogar einen eigenen Stand. „Wir freuen uns sehr“, sagt Stier.

Eine ganz neue Lebensmittelserie mit Speiseöl, Samen oder Tee legt die Hanf Farm GmbH aus Melz in der südlichen Müritzregion auf den Tisch. „Wir müssen für den Rohstoff Hanf noch immer werben“, macht Geschäftsführer Rafael Dulon deutlich. Nach wie vor würde er Menschen mit seinen Produkten überraschen. Dabei stellt Dulon schon seit vielen Jahren aus.

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Die Hanf Farm GmbH will auf der Messe nicht nur mit Käufern von Hanfprodukten oder interessierten Forschern in Kontakt treten, sondern auch weitere Landwirte aus der Region für mögliche Kooperationen ansprechen. Landwirte, die aufgrund andauernder Krisen, komplexer Regularien und des Druckes hin zu mehr Nachhaltigkeit bei der Bewirtschaftung Probleme hätten, könnten vom Anbau seines Produktes profitieren. „Hanf ist die perfekte Lösung.“ Der Rohstoff lasse sich in Fruchtfolgen einfügen und brauche wenig Dünger. „Wir fahren gern hin“, sagt Dulon mit Blick nach Berlin. Allerdings müsse man sich den „höllischen Stress“ und die zusätzlichen Mitarbeiter erst einmal leisten können, gibt er zu.

14 Aussteller aus der Seenplatte, neun aus Vorpommern

Wie die Wirtschaftsförderung der Mecklenburgischen Seenplatte mitteilt, sind 14 Aussteller aus dem Landkreis auf der Grünen Woche vertreten, ähnlich viele wie vor Corona. Bei der Vergabe der beliebten Ausstellungsflächen der Gemeinschaftsstände der Wirtschaftsförderung sei die Wahl zwar in erster Linie wieder auf Akteure aus den Vorjahren gefallen. Es konnte mit dem Coworkland aus Neustrelitz aber auch ein neuer Teilnehmer untergebracht werden. „Da ist Bewegung drin“, erklärt Anya Schlie, Sprecherin der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH aus Demmin.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald stellt indes drei Stände bereit. „Nach zwei Jahren Zwangspause ist die Vorfreude auf die größte internationale Ernährungsmesse umso größer“, so Kreissprecher Florian Stahlkopf. Neun Unternehmen aus dem Landkreis seien dabei. Lob gibt es aus der Verwaltung schon im Voraus: „In der gegenwärtig angespannten Wirtschaftslage ist es für die Unternehmen nicht selbstverständlich, Kraft und Ressourcen für die Teilnahme aufzuwenden.“

Die Grüne Woche findet vom 20. bis 29. Januar in Berlin statt. Tickets gibt es im Internet auf www.gruenewoche.de.

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