PARASIT

Fliegende Zecken wollen das Blut von Haustieren und Menschen

Die Hirschlausfliege ist ein relativ unbekannter Blutsauger. Dabei ist sie fast noch fieser als die Zecke. Wenn sie ihren Wirt gefunden hat, tut sie etwas Unheimliches.
Die Hirschlausfliege wird auch fliegende Zecke genannt. Sie saugt Blut und beißt sich bis zu 13 Monate lang an ihrem Wir
Die Hirschlausfliege wird auch fliegende Zecke genannt. Sie saugt Blut und beißt sich bis zu 13 Monate lang an ihrem Wirt fest. Katrin Mädler
Neubrandenburg ·

Zecken kennt jeder. Doch nur wenige wissen, dass es einen noch fieseren Blutsauger gibt: die Hirschlausfliege.

Das bis zu sieben Millimeter große Insekt ähnelt in Aussehen und Verhalten den Zecken, mit einem Unterschied: Es kann fliegen. Fliegende Zecke oder Zecke mit Flügeln werden die Fliegen oftmals genannt. Sie können außerordentlich unangenehm werden.

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Unheimlich: Nach der Landung auf dem Wirt wirft sie ihre Flügel ab. „Dann sucht sie sich schnell eine Bissstelle, krallt sich fest und macht sich ganz flach gedrückt ans Werk”, beschreibt der Schweriner Hundetrainer Martin Rütter. In Reiterkreisen ist die Hirschlausfliege gefürchtet, denn sie kann Pferde in Panik versetzen. Hundehalter wissen allerdings oft nicht, warum sich ihr Vierbeiner plötzlich seltsam verhält oder schlimmstenfalls sogar krank wird.

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„Die Hirschlausfliege sucht seit einigen Jahren hauptsächlich in der Zeit von Juli bis Oktober nicht nur Wildtiere wie Hirsche, Dachse oder Rehe auf, sondern befällt auch Menschen, Pferde, Katzen und Hunde”, erklärt der aus dem Fernsehen bekannte Hundetrainer. Oft komme es bei Tieren nach dem Biss zu eitrigen Hauterkrankungen, die mit Fieber einhergehen. Verursacht werde dies durch das Bakterium Bartonella schoenbuschensis.

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Menschen, so Martin Rütters, können durch dieses Bakterium sogar Herzentzündungen bekommen. „Wenn man nach einem Biss Fieber, Hautausschläge oder Eiterungen feststellt, sollte der Haus- beziehungsweise Tierarzt aufgesucht werden.”

Die Hirschlausfliege könne man nur dann einfach Entfernen, wenn sie sich noch nicht festgesaugt hat. „Am besten zerquetscht oder verbrennt man die Tiere dann, da sie sich ansonsten schnell den nächsten Wirt suchen und sich rasant vermehren”, rät Martin Rütter.

„Hunde, die von Hirschlausfliegen gebissen werden, drehen sich meist panikartig nach hinten Richtung Rute. Oft wollen Hunde dann nicht weiter gehen und versuchen sich hinten zu belecken und zu beißen.” Wenn die Parasiten einen Wirt gefunden haben, können sie sich bis zu 13 Monaten einnisten und bringen dann dort ihre Nachkommen zur Welt.” Nach jedem Spaziergang sollte das Tier nach Zecken und Hirschlausfliegen abgesucht werden.

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