INTERVIEW ZU CORONA-MAßNAHMEN

Fragen ist manchmal bares Geld wert

Seit März beantwortet Nordkurier-Reporter Ralph Sommer Fragen rund um die Corona-Maßnahmen. Seinem Kollegen Carsten Korfmacher erlaubt er einen Blick hinter die Kulissen.
Viele Nordkurier-Leser hatten Fragen zu Reisen in Zeiten von Corona. Reporter Ralph Sommer liefert seit März Antworten au
Viele Nordkurier-Leser hatten Fragen zu Reisen in Zeiten von Corona. Reporter Ralph Sommer liefert seit März Antworten auf Fragen rund um die Corona-Maßnahmen. Lino Mirgeler
Neubrandenburg.

Heute veröffentlicht der Nordkurier die 100. Folge Deiner Serie mit Fragen zu den Corona-Maßnahmen. Ziehe doch für die Leser mal ein kurzes Resümee. Wie kam die Serie an und was hat die Leute am meisten interessiert?

Die Resonanz war überwältigend, ich habe telefonisch oder per Email bestimmt eintausend Fragen bekommen, wenn nicht mehr. Die mit Abstand meisten Fragen beschäftigten sich mit Reisen und Besuchen in Zeiten von Corona. Weil jedes Bundesland – und überhaupt jedes Land – mit anderen Regeln arbeitet, hat das die Menschen natürlich sehr verwirrt. Außerdem haben sich viele Leute für die Regelungen zur Kurzarbeit und arbeitsspezifische Fragen allgemein interessiert. Die zweithäufigste Frage betraf aber den Pflegebonus.

 

Da hast Du einigen Lesern sogar geholfen, an ihr Geld zu kommen, oder?

Ja, das stimmt. Einige Beschäftigte in der Pflege haben ihren Bonus nicht ausgezahlt bekommen, weil sie in der fraglichen Zeit zum Beispiel mehr als 14 Tage lang krank waren. Allerdings gibt es da Ausnahmen. Ich habe den Betroffenen dann den genauen Gesetzestext geschickt. Mindestens fünf unserer Leser haben daraufhin ihren Pflegebonus tatsächlich ausgezahlt bekommen – von denen habe ich nämlich danach Dankesschreiben bekommen.

 

Woher kommen die Leute, die Dir Fragen zu den Corona-Maßnahmen stellen?

Das ist in der Tat überraschend. Denn von den Anfragen kommen nur circa 60 Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Der Rest kommt aus anderen Bundesländern, aber auch aus dem Ausland. Zum Beispiel habe ich Anfragen aus Norwegen und Dänemark erhalten. Das ist wirklich erstaunlich. Es muss sich also herumgesprochen haben, dass der Nordkurier individell Fragen zu den Corona-Maßnahmen beantwortet.

 

Was ist die kuriosesten Anfrage, die Du bekommen hast?

Kuriose Fragen waren eigentlich nicht dabei. Ein Leser wollte wissen, warum Friseurläden schließen müssen, Barbershops, also Bartfriseure, aber nicht. Das hat sich aber als Falschmeldung herasgestellt. Ein anderer schrieb mir, weil ihm angeblich die Verhaftung durch die Ordnungsbehörden drohte, weil er seine Partnerin in MV besuchte. Auch das Missverständnis konnten wir schnell aus der Welt schaffen. Es waren viele spezifische Fragen dabei. Generell beantworte ich jede Lesefrage. Es wird zwar nicht jede Frage veröffentlicht, aber jede wird beantwortet – immer zeitnah, häufig sogar noch am selben Tag.

 

Da Deine Antworten ja immer ganz direkte Auswirkungen für die Fragenden haben, ist es natürlich sehr wichtig, dass Deine Informationen korrekt sind. Woher nimmst Du sie?

Ich habe verschiedene Quellen. Ich sehe mir die Corona-Verordnungen der einzelnen Bundesländer an oder frage direkt bei den zuständigen Ministerien nach. Darüber hinaus habe ich mir ein kleines Netzwerk an Anwälten des Greifswalder Online-Anbieters Advocado aufgebaut, die mir die kniffligsten Fragen beantworten, wenn niemand anders weiter weiß.

 

Was hältst Du persönlich von den Corona-Maßnahmen, die im Nordosten und der Bundesrepublik allgemein gelten?

Ich halte die Maßnahmen im Großen und Ganzen für angemessen, denke aber, dass man das bundesweit einheitlicher hätte gestalten können. Durch die vielen verschiedenen Verordnungen gibt es natürlich viel Verwirrung. In diesem Zusammenhang muss ich auch sagen, dass ich erschrocken darüber bin, wie viele Menschen hier an Verschwörungstheorien zu Corona glauben. Ich hätte nicht gedacht, dass zum Teil völlig abstruse Geschichten so weit in die Bevölkerung vordringen.

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