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Fünf Tipps für gesünderes Grillen

Im Sommer kommt alles auf den Grill. Jedoch birgt das Braten und Bruzeln über Kohle oder Gas gesundheitliche Risiken. Die können einfach verhindert werden.
Christine Gerhard Christine Gerhard
Lea Biermann Lea Biermann
Über ihre Gesundheit machen sich die Grillfans wenig Gedanken. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten Risiken zu vermeiden.
Über ihre Gesundheit machen sich die Grillfans wenig Gedanken. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten Risiken zu vermeiden. Sebastian Gollnow
Neubrandenburg.

Wenn aus den Gärten rauchiger Duft und Gelächter dringen und hinter den Hecken und Häusern Schwaden aufsteigen, dann ist Grillsaison. Für manche ist Grillen eine Wissenschaft, für andere eine Kunst, aber fest steht: Die Deutschen können bei ihrer liebsten Sommeraktivität viel falsch machen, mit zum Teil verheerenden Folgen. Doch muss man wirklich alles meiden, was Spaß macht?

Nein, meint das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und gibt eine Anleitung für den gesunden Grillgenuss.

Keimherd Fleisch „sauber” halten

Campylobacter haben nur im weitesten Sinne etwas mit Camping zu tun. Der häufigste bakterielle Durchfallerreger in Deutschland findet sich auf Nutztieren, vor allem auf rohem Geflügel. Auf das magere Fleisch muss man beim Grillen trotzdem nicht verzichten, solange man ein paar Regeln beachtet: Das Fleisch abzuspülen ist zwar gut gemeint, wird aber vom BfR nicht empfohlen, weil sich so die Keime in der ganzen Küche verteilen.

Gut waschen sollten Hobbyköche dagegen ihre Hände zwischen den einzelnen Arbeitsschritten sowie das verwendete Besteck. Es ist auch ratsam, für rohes und gegrilltes Fleisch unterschiedliche Bestecke zu verwenden.

Rohes Fleisch und verzehrfertige Lebensmittel wie Salate sollten separat zubereitet, Verpackungen, Marinade und Tauwasser sofort entsorgt werden. Tiefgeforenes sollte man im Kühlschrank auftauen. Weil sich Keime auf ungekühlten Lebensmitteln vermehren, Salmonellen schon bei sieben Grad, ist die Einhaltung der Kühlkette sehr wichtig. Die Krankheitserreger können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Auch wenn der Hunger groß ist: Fleisch sollte deshalb gut und langsam durchgegart werden.

Auf krebserregendes Pökelsalz verzichten

Wurst und Fleisch können laut BfR krebserregend sein, wenn sie gepökelt wurden. Beim Grillen der mit Nitritpökelsalz verarbeiteten Produkte können sogenannte Nitrosamine, krebserregende Stoffe, entstehen. Daher empfiehlt das BfR, auf Gepökeltes lieber zu verzichten. Ob die betreffenden Salze in Ihrem Grillfleisch enthalten sind, ist zwar den Zutatenlisten zu entnehmen, allerdings sind die Bezeichnungen oft unterschiedlich. So kann das Zutatenverzeichnis Pökelsalz sowohl als „Natriumnitrit” aufführen, als auch als „Konservierungsstoff E 250”. Das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führt die korrekte Kennzeichnung von Nitiritpökelsalz und anderen Zusatzstoffen in einem Merkblatt aus.

Aluminum und Fett-Tropfen vermeiden

Gefährlich für die Gesundheit der Grillfans ist auch tropfendes Fett. Verdampft die Marinade auf der Grillkohle oder den Elektro-Heizstäben, können krebserregende Kohlenwasserstoffe freigesetzt werden. Als „heißen” Tipp rät das BfR mittels Grillschalen Fette und Öle aufzufangen. Jedoch sollten diese nach Möglichkeit nicht aus Aluminium sein, da Alu-Schalen ebenfalls gesundheitschädliche Stoffe freisetzen. Laut BfR ist dies vor allem der Fall, wenn das Aluminium in Kontakt mit sauren oder salzigen Lebensmitteln kommt. Kürzerer Kontakt mit ungewürztem Fleisch sei in diesem Falle gesundheitlich vertretbar. Eine klare Empfehlung dagegen sind Elektro- und Gasgrill-Modelle, die bereits so gebaut sind, dass die Heizstäbe geschützt werden.

Nicht in geschlossenen Räumen grillen

Während in der Küche die Speisen vorbereitet werden, wird der Grill aufgestellt. Hier können Fehler tödlich sein. Denn das Grillen mit Holzkohle in geschlossenen Räumen kann selbst bei geöffneten Fenstern und Türen zu einer Kohlenmonoxidvergiftung führen. Das gilt auch für Indoorgrills und Hotspots, sofern sie mit Holzkohle betrieben werden. Denn Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann schwere Hirnschäden verursachen oder sogar tödlich sein.

Grillanzünder von Kindern fernhalten

Eine tödliche Gefahr, vor allem für Kleinkinder mit Entdeckergeist, lauert auch im Grillanzünder. Denn sowohl dort als auch in den Öllampen auf dem Campingtisch sind Paraffine enthalten, die eine chemische Lungenentzündung auslösen können, wenn Öl oder Anzünder verschluckt werden. Die Grillanzünder deshalb kindersicher aufbewahren. Im Notfall rät das BfR: Kein Erbrechen auslösen und unabhängig von den Symptomen einen Arzt aufsuchen!

Übrigens: Diese Vorschriften müssen Sie beim Grillen beachten.

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