GESUNDHEIT

Gesunde Bräune gibt es kaum

Bräune von der Sonne oder aus dem Solarium mag gut aussehen – ist aus Sicht von Experten aber alles andere als gesund. Was Fachleute Sonnenanbetern deshalb raten.
dpa
Am besten mit Hut: Wer sich viel in der Sonne aufhält, sollte die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen.
Am besten mit Hut: Wer sich viel in der Sonne aufhält, sollte die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen. Christin Klose
So schädlich wie echtes Sonnenlicht: Von regelmäßigen Aufenthalten im Solarium raten Hautärzte eher ab.
So schädlich wie echtes Sonnenlicht: Von regelmäßigen Aufenthalten im Solarium raten Hautärzte eher ab. Monique Wüstenhagen
Buxtehude.

Raus ins Freie und die Sonne genießen: Das Licht und die Wärme streicheln die Seele, setzen Glückshormone frei und steigern so das Wohlbefinden. Zudem sorgt die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) dafür, dass der Körper das lebenswichtige Vitamin D3 produziert.

So viel zu den guten Seiten. Doch für Dermatologen steht fest: Zu viel Sonne schadet der Haut. „Wer sich braun gebrannt präsentiert, zeigt im Prinzip, dass seine Haut einen bösen Schaden erlitten hat”, sagt Prof. Eckhard Breitbart. Er ist erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Das Problem: Viele unterschätzen die UV-Strahlung. Sie kann das genetische Material in der Haut nachhaltig negativ verändern, erklärt der Dermatologe Prof. Thomas Dirschka aus Wuppertal. Die Folge: vorzeitige Hautalterung und schlimmstenfalls Hautkrebs.

Häufigkeit von Hautkrebs nimmt rasant zu

Die Erkrankung tritt oft erst Jahrzehnte später auf. Und: Die Häufigkeit dieser Art von Tumoren nimmt weltweit rasant zu. Besonders betroffen sind hellhäutige Menschen. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) verweist auf eine Studie, nach der Forscher bis zum Jahr 2030 eine Verdopplung der Erkrankungszahlen an hellem Hautkrebs erwarten.

Doch was folgt daraus? „In jedem Fall ist Maßhalten angesagt”, sagt Breitbart. Akzeptabel sei, etwa zwei bis drei Mal in der Woche für 10 bis 15 Minuten in der Sonne spazieren zu gehen. Generell sollte man die Mittagssonne aber eher meiden, da sie dann am intensivsten ist. „Das heißt: zwischen 11 und 15 Uhr eher im Schatten bleiben”, rät Dirschka, der Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) ist.

Und wer sich doch in der Sonne aufhält, sollte eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe tragen. Sie schützt Augen, Ohren, Gesicht, Nacken vor der UV-Strahlung. Unbedeckte Körperteile schützt man mit Sonnencreme. Kinder und hellhäutige Menschen sollten eine Lotion mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden, empfiehlt Breitbart.

Sonnenbank lässt haut vorzeitig altern

Apropos UV-Strahlung: Neben der natürlichen gibt es auch eine künstliche Variante – in Solarien. Auch hier gilt: „Ein Aufenthalt oder gar regelmäßige Aufenthalte auf einer Sonnenbank sind nicht empfehlenswert”, erklärt Dirschka. Die intensive UV-Strahlung kann die Haut vorzeitig altern lassen und ebenfalls zum Hautkrebs führen.

Wer ungeachtet dessen nicht auf einen Solarium-Besuch verzichten möchte, sollte sich das Sonnenstudio genau ansehen. So dürfen dort zum Beispiel nur Geräte zum Einsatz kommen, die eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter nicht überschreiten.

Ist Selbstbräuner eine Alternative?

Wer wegen der UV-Strahlung Sonne und Solarien meidet, aber trotzdem braun werden will, hat noch eine Alternative: Selbstbräuner. „Die Cremes können ohne jede Bedenken verwendet werden”, so Breitbart.

Auftragen sollte man sie am besten nach dem Duschen und einem Ganzkörper-Peeling. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift dabei zu einem getönten Selbstbräuner, der der Haut innerhalb kurzer Zeit eine leichte Tönung verleiht. Der Vorteil: „Man sieht sofort, ob die Farbe wirklich gleichmäßig aufgetragen ist oder man nachbessern muss”, erklärt Elena Helfenbein, Expertin für den VKE-Kosmetikverband.

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