Kinderkrankheiten

Häufiger Schnupfen bei Kindern erhöht das Asthma-Risiko

Eltern sollten es nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn ihre Kinder regelmäßig erkältet sind. Vor allem der Husten kann gefährlich werden.
Frank Wilhelm Frank Wilhelm
Häufiger Husten kann die Entwicklung von Asthma fördern.
Häufiger Husten kann die Entwicklung von Asthma fördern. Christin Klose
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Neubrandenburg.

Kinder, die in frühen Jahren häufig an Schnupfen leiden, haben ein erhöhtes Risiko, später Asthma bronchiale zu entwickeln. Das zeigt aktuell eine amerikanische Studie mit mehr als 500 Teilnehmern, hieß es vom Helmholtz-Zentrum in München. Nach den Studienergebnissen der Forscher aus den USA bestehe dieser Zusammenhang sowohl bei allergischem als auch bei nicht-allergischem Schnupfen.

Für ihre Studie hatten die Forscher Daten von 521 Kindern untersucht, die von 1980 bis 1984 geboren waren. Alle Kinder hatten im Alter von sechs Jahren noch kein Asthma, entwickelten die Atemwegserkrankung aber mit acht bis 32 Jahren, so das Ergebnis.

Um Kinder mit einer Allergie beziehungsweise Allergieneigung zu entdecken, beantworteten die Eltern zu Beginn einen Gesundheitsfragebogen. So wurden Auskünfte zu Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Hautausschlägen oder häufigen Infekten der oberen Atemwege abgefragt. Zudem wurde ein Pricktest auf verschiedene Allergene wie Hausstaubmilben, Gräser, Bäume und Schimmelpilze durchgeführt. So konnten die Forschenden die Kinder in vier Gruppen einteilen: Mit und ohne Schnupfen und mit beziehungsweise ohne Allergie(neigung).

Das Ergebnis: Kinder mit einer Allergie oder Atopie entwickelten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Asthma – unabhängig davon, ob sie mit sechs Jahren Schnupfen hatten oder nicht. Überraschend war das Ergebnis der Kinder ohne Allergie(neigung). Auch bei ihnen wurde deutlich häufiger Asthma diagnostiziert, wenn sie in der frühen Kindheit oft Schnupfen hatten.

Als „Verbindungsstück“ zwischen nicht-allergischem Schnupfen und Asthma kommen zum Beispiel virale Atemwegsinfektionen infrage, die bei beiden Krankheiten eine Rolle spielen.

Es gibt aber auch eine Reihe weiterer Faktoren, die Asthma begünstigen könne. Dazu gehören der Zustand des Immunsystem sowie das Rauchen. Forscher gehen außerdem davon aus, dass Asthmaerkrankungen auch genetisch bedingt sind.