WUT UND FRUST

Im Straßenverkehr geht es aggressiver zu

Drängler ausbremsen, Ärger sofort abreagieren: Um die Aggressivität auf den Straßen ist es nicht gut bestellt. Viele wünschen sich eine Null-Promille-Regelung und Prüfungen für Ältere.
dpa
Ein Drängler auf der Autobahn.
Ein Drängler auf der Autobahn. Patrick Pleul
Berlin.

Die Aggressivität im Straßenverkehr ist in den vergangenen Jahren eher leicht gestiegen statt zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie „Verkehrsklima 2020” der Unfallforscher des Verbandes der Versicherungswirtschaft, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Die Stimmung sei „eher aggressiver” geworden, sagte der Leiter der Studie, Siegfried Brockmann. In der Befragung von rund 2000 Menschen zu ihrem Verhalten habe es keinen Wert gegeben, der sich verbessert habe, einige hätten sich leicht verschlechtert. So sagen mehr Autofahrer als früher, dass sie einen drängelnden Hintermann auch mal mit einem Tritt auf die Bremse maßregeln (42 Prozent) oder sich sofort abreagieren, wenn sie sich ärgern (45 Prozent).

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Mehr Kontrollen und strengere Gesetze

Anderseits fühlt sich die Mehrheit der Befragten im Straßenverkehr sicher, in der Corona-Pandemie sind es sogar etwas mehr als früher. Frauen fühlen sich unsicherer als Männer und wünschen sich mehr Kontrollen und strengere Gesetze.

Die große Mehrheit der Befragten (76 Prozent) ist für eine Null-Promille-Regelung bei Alkohol im Straßenverkehr sowie für regelmäßige Sehtests (69 Prozent) und Prüfungen für alte Verkehrsteilnehmer (62 Prozent). Die Nutzung von Handys am Steuer besonders bei jüngeren Menschen ist weiterhin ein großes Problem.

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Kommentare (1)

... viele auch ohne dieser Studie bereits wussten, weil es fast täglich mehrmals passiert. Es ist das Ergebnis der wenigen Anhaltekontrollen durch die Polizei. Da wird nur noch auf Geschindigkeitsüberwachung und überwachung des ruhender Verkehrs gesetzt. Halt schnell verdientes Geld für die Kommune. Andere Ordnungswidrigkeiten/Straftaten wie z.B. Änderung der Fahrtrichtung anzeigen (Blinken), Fahren ohne Führerschein usw. werden doch kaum noch kontrolliert. Für die klassische Verkehrsüberwachung stehen eben keine Polizeibeamten zur Verfügung. Diese Stellen wurden in der Vergangenheit gestrichen. Das Ergebnis sehen wir ja.