STIFTUNG WARENTEST

Jeder vierte Honig ist mangelhaft

Mehr als ein Kilo des süßen Bienenprodukts isst jeder Bundesbürger im Schnitt pro Jahr. Ein Test zeigt nun: Die Qualität schwankt. Schwächen gibt es vor allem bei drei Sorten.
Sandra Specht Sandra Specht
Honig gilt als gesund, doch bei einem Qualitätstest ist nun jeder vierte Honig durchgefallen.
Honig gilt als gesund, doch bei einem Qualitätstest ist nun jeder vierte Honig durchgefallen. Taxi/Getty Images
Berlin.

Wer mag ihn nicht – den süßen, gold-gelben Brotaufstich? Manche Naturvölker verwenden komplette Honigwaben als Hauptnahrungsmittel. In Deutschland wird das süße Lebensmittel auch gerne als Zuckerersatz verwendet.

Doch nun zeigt ein Test, dass Honig aus dem Handel oft von minderer Qualität ist. So waren in einer Untersuchung der Stiftung Warentest 10 von 36 Produkten „mangelhaft”. Bemängelt wurden untypischer Geschmack, Wärmeschäden, kritische Inhaltsstoffe und die Pollenzusammensetzung. Die Tester hielten fest: „Guter Honig lässt sich weder an der Sorte noch an der Herkunft oder dem Preis erkennen.” Immerhin: Unter den Besten seien günstige Produkte. Elf Produkte schnitten „gut” ab, der Rest „befriedigend” oder „ausreichend” („test”-Ausgabe 2/2019).

Honig von Lidl und Aldi schnitten "gut" ab

Unter den Mischblütenhonigen ohne Sortenangabe waren vier „gut”: Dazu gehören „Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart” von Lidl, „Bienenhonig cremig streichfest” von Nektarquell, „Bienenhonig cremig” von Dr. Krieger's – alle zu Preisen von rund 4,60 Euro pro Kilogramm. Hinzu kommt „Landhonig goldcremig” von Langnese für rund 8 Euro pro Kilogramm.

Bei den Waldhonigen, den Bienen aus Honigtau von Laub- und Nadelbäumen sowie Nektar von waldnahen Blumen gewinnen, waren „Wald Honig” von Aldi Nord, „Goldland Wald Honig herb-würzig” von Aldi Süd und „Marlene aromatischer Waldhonig feinwürzig” von Lidl „gut”. Die Produkte kosten jeweils rund sechs Euro pro Kilogramm.

Glyphosat in jedem dritten Honig

Unter den Sortenhonigen, die neben einem bestimmten Geschmack einen Mindestanteil typischer Pollen bieten müssen, fiel das Ergebnis bei den Wildblüten-, Akazien- und Lindenhonigen sehr durchwachsen aus. Zwei Drittel der 15 Produkte waren „mangelhaft”. So schmeckten etwa einige Akazienhonige künstlich und nicht mild. „Gut” waren lediglich der „Akazienhonig” von Rewe Bio und „Feiner Lindenhonig” von D'arbo zum Kilopreis von rund 16,40 Euro beziehungsweise rund 12 Euro.

Ein Lichtblick war der Rapshonig mit je zwei guten und befriedigenden Produkten. Die ersten beiden waren „Rapsblüte herzhaft” von Breitsamer Honig und „Deutscher Imkerhonig Rapshonig mild cremig” von Dreyer für je rund 12 Euro pro Kilogramm.Was auch auffiel: In rund jedem dritten Honig wiesen die Tester kritische Stoffe wie den Unkrautvernichter Glyphosat oder bestimmte Pflanzengifte nach – aber in gesundheitlich unbedenklichen Mengen.

zur Homepage

Kommentare (1)

für 21 Franken pro Glas in einer Bäckerei gesehen. Das sind unfassbare 18 Euro! Und es war ein gewöhnliches 500-Gramm-Normalglas. Was rar wird, das wird teuer.