Sputnik, Impfzwang und Testpflicht

Kann die Uni jemanden zwingen, sich impfen zu lassen?

Unsere Leser haben dem Nordkurier wieder viele Fragen zu den Regelungen rund um Corona gestellt. Hier sind die Antworten.
Wer sich im Ausland mit Sputnik V impfen ließ, gilt in der EU derzeit nicht als geimpft. Foto: Jesus Vargas
Wer sich im Ausland mit Sputnik V impfen ließ, gilt in der EU derzeit nicht als geimpft. Foto: Jesus Vargas Jesus Vargas
Schwerin

Vor einem Jahr hatte ich Covid-19 mit schwachen Symptomen, und vor fünf Monaten habe ich mich im Ausland mit dem russischen Impfstoff Sputnik V impfen lassen. Seit zwei Monaten wohne ich wieder in Deutschland. Ich brauche dringend eine Impfbestätigung, aber Sputnik ist in Deutschland nicht anerkannt. Was sollte ich jetzt tun?

Nach einer Empfehlung des Gesundheitsministeriums MV sollte man sich in einem solchen Fall zunächst vom Hausarzt untersuchen lassen, um zu prüfen, ob die entsprechende PCR-Testung, also der Nachweis der positiven Covid-19-Infektion, auch nach der vergleichsweise langen Zeit noch anerkannt wird. Falls dies der Fall sei, empfehle sich eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna), sagte eine Ministeriumssprecherin.

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Grundsätzlich stelle eine Impfung mit Sputnik in der EU kein anerkanntes Impfschema dar, da der Impfstoff nicht zugelassen sei. Insofern empfehle es sich – sofern die PCR-Testung nicht anerkannt werde – eine reguläre Impfserie, also eine doppelte mRNA-Impfung. Erst dann könne man eine in der EU gültige Impfbescheinigung vorweisen.

Die Tochter meiner Lebensgefährtin studiert in Wismar. Darf die Hochschule sie dazu zwingen, sich impfen zu lassen, um am Präsenzunterricht teilzunehmen?

Nach Angaben der Landesregierung MV darf die Hochschule das nicht. Für den Präsenzbetrieb sei die Einhaltung des Prinzips „geimpft – genesen – getestet“ erforderlich, um den Infektionsschutz zu gewährleisten. Unter dieser Voraussetzung kann in den Hochschulen von der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern abgewichen werden, zum Beispiel durch die Anwendung des so genannten Schachbrettmusters. Auch eine Mund-Nase-Bedeckung ist weiterhin in den Gebäuden der Hochschulen vorgeschrieben.

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Stimmt es, dass man ab dem 1. Oktober in MV Einkaufscenter nur noch mit einem aktuellen Negativtest betreten darf?

Es gibt tatsächlich in einigen Bundesländern, zum Beispiel in Berlin, entsprechende Diskussionen über die Einführung der 3-G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet) auch in Einkaufscentern. Entschieden ist das aber noch nicht.

Nach der aktuell noch bis zum 24. September gültigen Coronaverordnung in MV ist dies hier keine Pflicht. Demnach müssen Kundinnen und Kunden lediglich auch weiterhin eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, wobei Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres und Menschen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder wegen einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können und dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können, ausgenommen sind.

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Kommentare (1)

...ein Einkaufscenter?