Neben dem Einsatz als Fahrzeug für Handwerk und Gewerbe schätzen auch zunehmend private Kunden die vielseitigen Eige
Neben dem Einsatz als Fahrzeug für Handwerk und Gewerbe schätzen auch zunehmend private Kunden die vielseitigen Eigenschaften des Doblo.Fotos (2): Norbert Glamann
Der Innenraum zeigt viel glatten Kunststoff, der sauber verarbeitet ist. Fiat hat dem E-Doblo ein digitales Tachodisplay spend
Der Innenraum zeigt viel glatten Kunststoff, der sauber verarbeitet ist. Fiat hat dem E-Doblo ein digitales Tachodisplay spendiert.
Fiat Doblo

Kastenwagen aus Italien erstmals unter Strom

Fiat bringt die fünfte Generation des praktischen Hochdach-Kombis heraus. Der ist nicht nur bei Handwerkern beliebt, sondern zunehmend auch bei Familien.
Neubrandenburg

Hochdachkombi – diese Bezeichnung weckt nicht unbedingt Emotionen, dafür jedoch ist sie präzise. Die kleinen Kastenwagen dienen hauptsächlich Handwerkern und Logistikern als treue Gesellen. Inzwischen haben aber auch vor allem junge Familien und Leute mit vielen Freizeitaktivitäten zunehmend Gefallen an dem praktischen und vielseitigen kleinen Kasten gefunden.

Bei Fiat nennt man diese Fahrzeuggattung Doblo. Unter der Haube steckt ein Diesel oder ein Benziner. Bis jetzt. Mit der neuen, mittlerweile fünften Generation des Doblo verstärkt nun eine Elektrovariante die Modellpalette. Die Pkw-Version gibt es künftig nur noch elektrisch, als E-Doblo.

Die gewerblichen Varianten mit ihren unterschiedlichen Längen und Radständen sind nach wie vor mit ihren bekannten Antrieben unterwegs. Dem gegenüber fährt der elektrisch angetriebene Doblo Pkw mit nur einer Länge beim Händler vor. Er misst kompakte 4,40 Meter, was sich beim Rangieren in der Stadt positiv bemerkbar macht.

Ähnlichkeiten mit Konzernbrüdern

Kaum überraschend: Optisch erinnert der E-Doblo ein wenig an seine Stellantis-Konzernbrüder wie beispielsweise Opel Combo oder Citroen Berlingo. Kein Wunder, teilen sie sich doch die gleiche Plattform des Konzerns. Emotionales Design spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Und doch haben die Architekten für jedes Modell eine eigene Note komponiert. So setzt jede Marke auf das Chassis eine leicht veränderte Karosserie mit individuellen Design-Details. Technisch gibt es keine Unterschiede.

Der Innenraum kann mit den robusten, aber sauber verarbeiteten Materialien den Nutzfahrzeug-Hintergrund nicht ganz verstecken, doch einmal in Fahrt, zeigt der Familientransporter, was in ihm steckt. Das Platzangebot ist üppig, die Rundumsicht durch die großen Fensterflächen dank der hohen Sitzposition gut.

Die drei umklappbaren Sitze (alle mit Isofix-System für Kindersitze) in der zweiten Reihe bringen einen hohen Grad an Flexibilität. Sollte es einmal zu eng werden, lässt sich der Doblo auch über die aufklappbare Heckscheibe leicht beladen. Verschiedene, teils riesige Ablagefächer verteilen sich im ganzen Fahrzeug. Die beiden hinteren Schiebetüren erleichtern den Einstieg und das Beladen.

Ladevolumen bleibt in der Elektro-Variante gleich

Als Antrieb kommt ein 100 kW (136 PS) starker Elektromotor zum Einsatz, der von einer 50 kWh starken Batterie mit Energie versorgt wird. Als Verbrauch stehen 19,6 Kilowattstunden in den technischen Daten. Nach einer ersten Ausfahrt meldete die Verbrauchsanzeige 19,4 kWh. Zwischen null und 100 km/h vergehen 11,2 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 130 km/h abgeregelt. Ob ein Hochdachkombi mit Fokus auf Familie und Freizeit unbedingt einen Drive-Modus für die Einstellungen Eco, Normal und Sport benötigt, sei dahingestellt. Denn immerhin verringert die Fahreinstellung Power die Reichweite gleich um 15 Prozent.

Der Energiespeicher wurde in den Boden des E-Doblo platziert, sodass sich das Ladevolumen gegenüber den Verbrenner-Varianten nicht verändert. Der Akku hat eine Kapazität von 50 kWh. Das soll für 282 Kilometer am Stück reichen, so Fiat. Realistisch aber dürfte ein Wert etwas unterhalb dieser Schwelle sein, was längere Ausflüge mit der Familie zu einer geduldigen Angelegenheit werden lassen kann. Denn an Schnellladesäulen fließt Gleichstrom mit maximal nur 100 kW in die Batterie. Immerhin: In 30 Minuten sollen 80 Prozent der Kapazität wieder bereitstehen.

Schon serienmäßig hat er einiges zu bieten

Hinter den Rücksitzlehnen stehen üppige 775 Liter an Kofferraumvolumen parat. Werden die drei hinteren Lehnen flachgelegt, können sogar bis zu 3000 Liter geladen werden. Kleines Manko: Die Heckklappe öffnet nur bis knapp 1,80 Meter lichte Höhe. Größere Menschen dürften bei Unachtsamkeit nicht vor einer Kopfnuss gefeit sein.

Zum Start gibt es den E-Doblo in einer Einheitsversion mit umfangreicher Ausstattung. Serienmäßig sind unter anderem diverse Sicherheits-Assistenzsysteme. So gibt es beispielsweise eine Frontalaufprallwarnung, Müdigkeitswarner, Verkehrszeichenerkennung und einen Spurhalteassistenten. Serienmäßig sind auch ein Radio mit Touch-Oberfläche, 16-Zoll-Aluräder sowie elektrische und beheizbare Außenspiegel dabei.

Üppig wird es schließlich beim Preis. 41.490 Euro werden für den E-Doblo fällig. Da sollte man sich vorsorglich schon mal mit dem geringeren Umweltbonus ab dem 1. Januar kommenden Jahres vertraut machen.

Bis 2024, so Fiat, sollen alle neuen Modelle in Europa vollelektrisch angetrieben werden. Von 2027 an wollen die Italiener nur noch Elektrofahrzeuge anbieten.

 

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