GESUNDE ERNÄHRUNG

Kokosöl: Superfood oder Gift?

Kokosöl wird seit geraumer Zeit als „Superfood“ gefeiert. Dann sorgte eine Harvard-Professorin mit der Behauptung Kokosöl sei "pures Gift" für hitzige Debatten. Was stimmt denn nun: Giftig oder gesund? Der Penzliner Lebensmitteltechnologe Holger Gniffke gibt Auskunft.
Gerlinde Bauszus Gerlinde Bauszus
Ist biologisch erzeugtes Kokosöl wirklich gesünder als konventionelles?
Ist biologisch erzeugtes Kokosöl wirklich gesünder als konventionelles? Leonid - Fotolia.com
Genussexperte Holger Gniffken weiß, was Verbraucher beim Verzehr von Kokosöl beachten müssen.
Genussexperte Holger Gniffken weiß, was Verbraucher beim Verzehr von Kokosöl beachten müssen. Screenshot nordkurier.de/zuhause
Neubrandenburg.

Macht Kokosöl nun fit oder krank?

Kokosöl ist das Fett der Kokosnuss und wird im Gegensatz zu Kokosfett nur durch das Auspressen des Fruchtfleisches gewonnen. Durch seine Zusammensetzung und den sehr hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren sollte man es mit dem Verzehr nicht übertreiben! Es ist wissenschaftlich belegt, dass gesättigte Fettsäuren besonders für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind. Aber wie bei allen anderen Dingen ist auch hier die Dosis entscheidend, es macht also weder fit noch krank, wenn man in normalen Mengen damit kocht.

Bei welchen Mengen wird der Verzehr von Kokosöl bedenklich?

Es gibt Empfehlungen, dass maximal 30 Prozent des täglichen Energiebedarfs aus Fetten gewonnen werden sollte. Das bezieht sich aber auf alle Fette, die gegessen werden. Dadurch, dass es viele gesättigte Fettsäuren enthält, sollte der Anteil gegenüber den besseren Pflanzenölen wie Raps- oder Olivenöl nicht zu hoch sein.

Kann es unbedenklich beim Kochen, Backen, Braten verwendet werden?

Ja, Kokosöl kann ohne Probleme in der Küche verwendet werden. Technologisch gibt es da keine Bedenken. Auch der Geschmack ist bei vielen Menschen durchaus beliebt, besonders in thailändischen Currys oder indischen Gerichten. Die Bedenken beziehen sich eben auf die gesundheitlichen Aspekte.

Welche Temperaturen verträgt es, ohne gesundheitlichen Schaden anzurichten?

Man kann Kokosöl gut und hoch erhitzen, kurzzeitig sind 150°C kein Problem. Denn die gesättigten Fette sind meist gut hitzebeständig – das, was es auf den gesundheitlichen Bezug eben auch abwertet.

Ist Kokosöl gleich Kokosöl oder gibt es Unterschiede, auf die man achten sollte?

Ich denke, man kann nach Belieben zwischen konventionellen und kontrolliert biologisch erzeugten Kokosölen unterscheiden. Das hat aber eher was mit persönlichen Vorlieben und Neigungen als mit Qualitätsunterscheiden zu tun.

Wofür empfehlen Sie Kokosöl: für die Küche, Haut und Haare oder doch lieber die Finger davon lassen?

Ich denke, die Stärke des Kokosöls liegt eher in der äußerlichen Anwendung. In geringeren Mengen hat es aber seine Berechtigung, besonders wenn es um die Zubereitung von Speisen aus Indien und Thailand geht. Es als Gift zu bezeichnen halte ich aber auch für überzogen.

Welche möglicherweise gesünderen Alternativen sehen Sie?

Pflanzenöle vom Raps oder Oliven sind der Gesundheit nachweislich zuträglicher, ebenso Butter ...

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