CORONA-RATGEBER

Kündigung wegen Corona – muss ich das hinnehmen?

Leser haben dem Nordkurier wieder viele Fragen zu den Regelungen rund um Corona gestellt. Hier gibt es Antworten zu Minijobs, Kündigungen und den Regeln am Ostseestrand.
Abstand halten – das gilt in diesem Sommer auch am Badestrand.
Abstand halten – das gilt in diesem Sommer auch am Badestrand. Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Mein Arbeitgeber hat mir „wegen Corona“ gekündigt. Muss ich das einfach so hinnehmen?

Eine rechtmäßige Kündigung muss sozial gerechtfertigt sein. Dafür sind sachliche Gründe erforderlich. Die Corona-Krise ist nicht automatisch ein solcher Grund. Daher sollte man nicht einfach so die Kündigung hinnehmen, sondern sie in jedem Fall rechtlich überprüfen lassen.

Ganz wichtig: Eine Klage gegen die Kündigung muss innerhalb von drei Wochen beim Arbeitsgericht eingereicht werden, auch in Zeiten von Corona. Ausnahmsweise ist die nachträgliche Zulassung verspäteter Klagen möglich, wenn der Arbeitnehmer trotz Anwendung aller zumutbarer Sorgfalt daran gehindert ist, die Klage innerhalb von drei Wochen einzureichen.

Wie oft dürfen wir jetzt wieder unsere Mutti im Pflegeheim besuchen?

Die Besuchseinschränkungen wurden inzwischen in MV etwas gelockert. So darf jetzt ein Besucher für jeweils mindestens 45 Minuten an zwei Tagen in der Woche in die Pflegeeinrichtung kommen. Möglich sind zudem zwei Besucher für ebenfalls 45 Minuten an einem Tag in der Woche. Für Treffen im Freien ist die doppelte Besuchszeit von 90 Minuten erlaubt.

Das ist der Stand bis jetzt. Allerdings hat die Sozialministerin von Mecklenburg-Vopommern, Stefanie Drese (SPD), am Sonntag angekündigt, dass es bei den Besuchsregeln für Pflegeeinrichtungen einen „Paradigmenwechsel” geben werde. Ab dem 13. Juli sollen neue Regeln mit großzügigeren Besuchszeiten für Angehörige gelten. Lesen Sie hier einen Überblick.

Ich arbeite als Minijobberin. Habe ich auch Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Minijobber und Minijobberinnen genießen grundsätzlich dieselben Rechte wie alle anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch. Sie haben also zum Beispiel das Recht auf Schutz vor Kündigung und – falls ihr Betrieb schließt – das Recht auf Lohnersatz nach den für alle Arbeitnehmer geltenden Regeln. Nur unter die Regelungen zur Kurzarbeitsgeld fallen die Minijobber nicht, da Kurzarbeitergeld nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte vorgesehen ist.

Wie muss man sich am Strand verhalten? Was ist dort erlaubt, und was nicht?

Auch am Strand und auch im Wasser gilt das Abstandsgebot von 1,5 bis 2 Metern. Das Kontaktverbot wird aber zum 10. Juli aufgehoben, sodass sich dann wieder mehr als zehn Personen treffen dürfen. Spiel und Sport sind erlaubt. Strandgastronomie im Außer-Haus-Verkauf ist möglich, wenn auch in der Warteschlange der Abstand zueinander eingehalten wird. Der Verzehr von Speisen und Getränken ist erst in 50 Metern Abstand möglich.

Wir hatten für Juni ein Ferienhaus in Schweden gebucht und komplett bezahlt. Nun gilt ja die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, und wir würden gern kostenfrei stornieren. Doch der dänische Veranstalter NOVASOL besteht nach dänischem Recht auf 80 Prozent Stornierungskosten. Ist das rechtens?

Nach Auskunft der Anwaltsplattform advocado lässt sich das nicht pauschal beantworten. In diesem Fall wäre ratsam, einen Anwalt mit entsprechender Spezialisierung zu konsultieren. Ob eine Unterkunft kostenfrei stornierbar sei, hänge vom lokalen Rechts des Reiselandes ab.

Gemäß deutschem Recht müssen Reisende nicht für eine Unterkunft bezahlen, die sie nicht nutzen können. International könne die Rechtslage anders aussehen. Empfehlenswert sei es, Kontakt mit der Unterkunft aufzunehmen und eine kulante Lösung anzustreben.

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