CORONAVIRUS

Mit einer Blutgruppe sind Erkrankte besonders gefährdet

Neueste Forschungen haben ergeben, dass die Blutgruppe eines Corona-Patienten Einfluss auf die Schwere des Krankheitsverlaufes haben kann. Eine Blutgruppe trifft es wohl besonders hart.
Studien zufolge kann die Blutgruppe eines Corona-Patienten Einfluss auf die Schwere des Krankheitsverlaufes haben.
Studien zufolge kann die Blutgruppe eines Corona-Patienten Einfluss auf die Schwere des Krankheitsverlaufes haben. Kai Remmers
Kiel.

Der Verlauf einer durch das Coronavirus ausgelösten Covid-19-Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein. Während einige Patienten praktisch symptomfrei bleiben, müssen andere wochenlang auf der Intensivstation behandelt werden, nicht selten verläuft die Krankheit auch tödlich. Wissenschaftler haben in den vergangenen Monaten die Faktoren untersucht, die hier eine Rolle spielen. Neben Alter, Geschlecht und dem generellen Gesundheitszustand spielt hier vor allem ein Aspekt eine Rolle: die Blutgruppe des Patienten.

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Ein deutsch-norwegisches Forscherteam hat herausgefunden, dass Patienten mit besonders schweren Krankheitsverläufen überdurchschnittlich häufig die Blutgruppe A haben. Demnach soll das Risiko, während der Behandlung einen Atemstillstand zu erleiden, unter Patienten mit der Blutgruppe A und einem positiven Rhesus-Faktor um bis zu 50 Prozent höher liegen als bei Personen mit anderen Blutgruppen.

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Ähnliche Ergebnisse in USA und China

Im Gegensatz dazu scheint die Blutgruppe Null den Ergebnissen zufolge einen gewissen Schutz zu bieten, hier war die geringste Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf festzustellen. Die vergleichsweise selteneren Blutgruppen „B“ und „AB“ lägen in etwa dazwischen. Die Studie wurde als sogenannter „Preprint“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein vorläufiges Ergebnis, das noch nicht von anderen, unabhängigen Wissenschaftlern begutachtet wurde. Allerdings kamen zuvor schon eine amerikanische und eine chinesische Studie zu einem ähnlichen Ergebnis.

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Das Team um den Molekularbiologen Andre Franke von der Universität Kiel und den Internisten Tom Karlsen von der Universität Oslo in Norwegen untersuchte die Daten von 1980 schwer erkrankten Probanden aus Corona-Krisengebieten in Italien und Spanien. Diese Patienten waren positiv auf das Coronavirus getestet worden und aufgrund eines Lungenversagens auf eine externe Sauerstoffversorgung angewiesen. Die Vergleichsgruppe bestand aus 2205 gesunden Personen.

Unterschieden werden Blutgruppen anhand unterschiedlicher Oberflächenstrukturen der roten Blutkörperchen. Zugehörigkeiten werden vererbt und setzen sich aus je einem Merkmal beider Elternteile zusammen.

Unterschiede auch bei anderen Krankheiten

In Deutschland kommen die Blutgruppen A mit 43 Prozent und die Blutgruppe Null mit 41 Prozent am häufigsten vor, die Blutgruppen B (11 Prozent) und AB (5 Prozent) deutlich seltener. 37 Prozent der Bevölkerung haben die Blutgruppe A und gleichzeitig einen positiven Rhesusfaktor. Sollten sich die Studienergebnisse bestätigen, ist somit mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung besonders gefährdet. Allerdings trifft dies nur auf die Schwere des Krankheitsverlaufs zu, nicht auf das Infektionsrisiko.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Krankheiten je nach Blutgruppen wahrscheinlicher sind oder schwerer verlaufen. So haben Patienten mit den Blutgruppen A, B oder AB ein höheres Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, Menschen mit der Blutgruppe Null neigen hingegen zu Herzinfarkten oder Diabetes. Bei Bluttransfusionen ist es wichtig, die eigene Blutgruppe zu kennen, da eine Transfusion mit dem falschen Blut zu einer lebensbedrohlichen Klumpenbildung führen kann. Herz-Kreislauf-Störungen oder ein Nierenversagen können die Folge sein.

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