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Damit Mülltonnen nicht so aussehen, sondern mehr Fassungsvermögen erreichen, gibt es sogenannte Müllpressen für Zuhause. Sie versprechen bis zu 500 Euro Ersparnisse pro Jahr, doch wenn man erwischt wird, kann es schnell sehr teuer werden. Jens Wolf
Verbrauchertip

Müll selbst pressen kann richtig ins Geld gehen

Müllpressen für Zuhause werden beliebter, angesichts hoher Müllgebühren. Doch Vorsicht – je nach Bundesland kann das Strafgelder von bis zu 100.000 Euro nach sich ziehen.
Deutschland

Sie werben damit, im Jahr bis zu 500 Euro Kosten für Müllentsorgung einzusparen. Doch Müllpressen für Zuhause können auch unerwartet ins Geld gehen – denn das private Müll-Pressen ist in Deutschland verboten.

500 Euro Entsorgungskosten im Jahr sparen?

Mit Kosten ab nur 30 Euro locken die Hersteller der Pressen auf Amazon. Angebracht werden die Hebel an dem Griff der Tonnen. Damit lasse sich sämtlicher Müll und sogar Gartenabfälle zusammenpressen. Das schafft Platz. Bis zu 50% mehr Inhalt sollen die Kübel dann nach Herstellerangabe fassen. Das Ganze soll dann bis zu 500 Euro Entsorgungskosten pro Jahr einsparen. Ein Angebot, welches sich wohl schnell rechnen würde – wäre es nicht in Deutschland verboten.

Das Pressverbot in Deutschland - nur auf den ersten Blick überzogen

Was im ersten Moment vielleicht überzogen wirken könnte, erweist sich bei genauerer Betrachtung allerdings als sinnig. So geht es bei dem Press-Verbot nicht etwa darum, den Steuerzahler wahllos mit noch mehr Regeln belasten zu wollen, sondern um den Schutz der Arbeiter und der Natur. So dürfen Tonnen ein Maximalgewicht nicht überschreiten, um die Müllmänner zu schützen. Auch macht das Pressen das spätere Sortieren des Mülls praktisch unmöglich. Wertstoffe würden nicht mehr heraus sortiert werden, sondern landeten einfach im Restmüll.

Hohe Strafen drohen

Falls man doch mit dem Gedanken spielen sollte, sich eine solche Presse zuzulegen, gilt es aufzupassen. Gepresste und damit oftmals übergewichtige Mülltonnen bleiben stehen. Eine Sonderabholung muss dann separat bezahlt werden. Sollte die Mülltonne beim Pressen beschädigt werden, fallen auch nochmal Kosten bis zu 90 Euro ins Haus und wenn man Pech hat, wird es von den Behörden als Ordnungswidrigkeit gewertet. Dann kann man mit Kosten bis 50.000 Euro rechnen. In manchen Städten, wie zum Beispiel Essen, können die Kosten sogar bis zu 100.000 Euro betragen. Ob sich eine Müllpresse also lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

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