BIS ZU 22 MILLIONEN EURO

MV stockt Corona-Überbrückungshilfen des Bundes auf

Kleine und mittelständische Unternehmen in MV können zusätzlich zu den Corona-Überbrückungshilfen des Bundes finanzielle Unterstützung erhalten. Wie wird der Antrag gestellt und wer hat Anspruch auf die Hilfen?
Der Wirtschaft soll mit Überbrückungshilfen aus der Corona-Krise geholfen werden (Symbolbild).
Der Wirtschaft soll mit Überbrückungshilfen aus der Corona-Krise geholfen werden (Symbolbild). ROBERT MICHAEL
Schwerin.

Das milliardenschwere Corona-Hilfsprogramm des Bundes für angeschlagene Unternehmen wird von der Landesregierung mit bis zu 22 Millionen Euro zusätzlich unterstützt. „Das bedeutet: Für unsere Unternehmen greift zusätzlich zum Bundesprogramm die landesspezifische Unterstützung – und das mit einer einmaligen Antragstellung”, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in einer am Mittwoch in Schwerin veröffentlichten Mitteilung. Die landesspezifische Komponente sei in das Verfahren der Überbrückungshilfe integriert.

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MV ergänze die Bundeshilfen mit zusätzlichen Mitteln bei den Personalkosten, die nicht durch Kurzarbeitergeld abgedeckt seien. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent gebe es in den Monaten Juni bis August 1000 Euro monatlich pro Vollzeitbeschäftigten. Bei einem Umsatzrückgang von 40 bis 49 Prozent gebe es 600 Euro pro Vollzeitarbeitnehmer, 700 Euro bei 50 bis 70 Prozent weniger Umsatz. Die Personalkosten für Beschäftigte, die teilweise noch in Kurzarbeit seien, würden anteilig berücksichtigt.

 

Hilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Bei den Überbrückungshilfen des Bundes geht es um ein Volumen von insgesamt 25 Milliarden Euro. Damit soll vor allem kleinen und mittelständischen Firmen geholfen werden, die weiter erhebliche Umsatzeinbußen haben. Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu einem Betrag von 150.000 Euro. Die Überbrückungshilfe soll für die Monate Juni bis August gewährt werden – für Branchen wie etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, Clubs und Bars, Reisebüros und Schausteller. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

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Laut MV-Wirtschaftsministerium können mit dem Bundeshilfsprogramm etwa Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten zwischen Juni und August insgesamt maximal 9000 Euro bekommen, bei Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten sind es den Angaben zufolge maximal 15.000 Euro in den drei Monaten.

In einem ersten Schritt können sich seit Mittwoch auf der Online-Plattform Ueberbrueckuhngshilfe-Unternehmen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer registrieren, die für Firmen die Anträge einreichen müssen. Danach sollen die Anträge online gestellt werden können. Die Auszahlungen an die Unternehmen könnten bereits im Juli erfolgen, teilten die federführenden Bundesministerien mit.

Wer kann einen Antrag auf die Überbrückungshilfen des Bundes stellen?

  • Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen: Kleine und mittelständische Unternehmen, die die verschiedenen Förderbedingungen erfüllen, etwa zur Unternehmensgröße und zu Umsatzrückgängen. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier.
  • Selbstständige: Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der freien Berufe im Haupterwerb
  • Gemeinnützige Unternehmen und Organisationen: Gemeinnützige Unternehmen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.
  • Antragsberechtigt ist nur der, bei dem Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen ist.  Der Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent muss dabei nicht für jeden einzelnen Monat existieren. Es reicht aus, wenn ein durchschnittlicher Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent für die beiden Monate April und Mai 2020 zusammen besteht.
  • Für junge Unternehmen und Organisationen gilt: Wenn Sie nach April 2019 gegründet wurden, werden statt April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.
  • Gemeinnützige Unternehmen müssen beachten: Anstatt der Umsätze werden bei gemeinnützigen Unternehmen die Einnahmen betrachtet. Einnahmen umfassen die am Markt erzielten Umsätze, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der öffentlichen Hand.

Folgende Unternehmen sind explizit nicht antragsberechtigt:

  • Unternehmen, die nicht bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind.
  • Unternehmen, ohne inländische Betriebsstätte oder Sitz.
  • Unternehmen, die sich bereits zum 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben (EU-Definition) und deren wirtschaftliche Situation sich vor der Corona-Pandemie nicht verbessert hatte.
  • Unternehmen, die erst nach dem 31.10.2019 gegründet wurden.
  • Öffentliche Unternehmen
  • Unternehmen, die die Größenkriterien für den Zugang zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds erfüllen.
  • Freiberufler oder Soloselbständige im Nebenerwerb
  • Weitere Informationen zu den einzelnen Punkten finden Sie hier.

So werden die Förderhöhen bei den Überbrückungshilfen des Bundes berechnet:

  • Bei mindestens 40 Prozent Umsatzrückgang im Antragsmonat werden bis zu 40 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei mindestens 50 Prozent Umsatzrückgang im Antragsmonat werden bis zu 50 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von mindestens 70 Prozent im Antragsmonat werden bis zu 80 Prozent der Fixkosten erstattet.

Die maximale Fördersumme bei den Überbrückungshilfen des Bundes:

  • Die generell höchstmögliche Fördersumme liegt bei 150.000 Euro.
  • Unternehmen und Organisationen bis zu zehn Beschäftigten bekommen höchstens 15.000 Euro.
  • Kleinunternehmen bis zu fünf Beschäftigten und Selbstständige bekommen höchstens 9.000 Euro
  • Achtung Ausnahme: Da manche Kleinunternehmen sehr hohe Fixkosten haben, können die maximalen Fördersummen im begründeten Ausnahmefall überschritten werden. Dieser Fall tritt ein, wenn die berechnete Förderhöhe mindestens doppelt so hoch liegt wie der Höchstsatz.

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