25 EURO FÜR EIN BIER

Mykonos - Ein Urlaubsparadies mit höllischen Preisen

Wer Bars und Tavernen auf der griechischen Insel Mykonos ansteuert, sollte vor der Bestellung einen Blick ins Menü werfen. Immer wieder berichten Touristen über exorbitante Preise.
dpa
Die Rechnung eines Restaurants auf Mykonos, die ein US-Amerikaner unter dem Namen Ciscorock auf dem Reiseportal Tripadvisor po
Die Rechnung eines Restaurants auf Mykonos, die ein US-Amerikaner unter dem Namen Ciscorock auf dem Reiseportal Tripadvisor postete, beläuft sich auf 836,20 Euro. ciscorock
Schön aber teuer: Wer Bars und Tavernen auf Mykonos ansteuert, sollte einen Blick auf die Preise in der Speisekarte werfen, b
Schön aber teuer: Wer Bars und Tavernen auf Mykonos ansteuert, sollte einen Blick auf die Preise in der Speisekarte werfen, bevor er bestellt. Andrea Warnecke
Mykonos.

Schlappe 98,50 Euro für eine Portion Calamares? Auf der beliebten griechischen Kykladeninsel Mykonos ist das kein Problem. Es gibt dort Strände mit Namen wie „Paradise“ und sogar „Super Paradise“.

Doch die Preise sind alles andere als paradiesisch, was nicht zuletzt den vielen internationalen Stars und Sternchen, Influencern und Sportidolen geschuldet ist, die sich dort im Sommer gerne die Ehre geben – und mit einem Glas Prosecco für 68 Euro kein Problem haben. „Normale“ Touristen hingegen erleben immer wieder böse Überraschungen – und wehren sich dann gerne per Social Media.

Austernbar als Touristen-Falle

„Meidet diesen Laden, dieser Laden ist eine Falle!“, schrieb etwa ein US-Amerikaner unter dem Namen Ciscorock auf dem Reiseportal Tripadvisor und auf Instagram. Der Mann hatte nach eigenen Angaben eine Austernbar im Südwesten der Insel besucht. Er und Freunde gönnten sich demnach sechs Biere, drei Salate, zwei Flaschen Wasser, einen Tomatensaft und sechs Portionen Calamares. Die Rechnung: 836,20 Euro.

Mehr als 1000 Nutzer von Tripadvisor bedankten sich bisher per Klick für den Hinweis, weitere 290 bewerteten das Geschäft ebenfalls mit der schlechtesten Kategorie „schrecklich“. Allerdings: 552 Nutzer vergaben auch die Bestnote „exzellent“. Grund genug für ein Fernsehteam des deutschen Senders Kabel Eins, der Sache unter dem Titel „Achtung Abzocke“ auf den Grund zu gehen.

Weit kam das Team nicht. Im betreffenden Lokal angekommen, wollte der Besitzer sich nicht äußern und stattdessen die Kameraleute vor die Tür schicken. Schließlich kam die Polizei, wie Giesel später in einem Videoclip berichtete. Sie nahm das Team vorübergehend in Gewahrsam.

Steuerfahnder finden nichts Anstößiges

In griechischen Medien immerhin äußerte sich der Besitzer zu dem Fall des US-Amerikaners. „Sie haben zu neunt vier Kilo Calamares bestellt.“ Die Tintenfische seien frisch gewesen und kosteten 100 Euro das Kilo. Man sei das beste Geschäft in der Gegend und biete ein „High-End-Erlebnis“.

Weil die Geschichte der ungewöhnlich hohen Rechnung die Runde machte, kamen anschließend die Steuerfahnder zu Besuch. Sie entlasteten den Besitzer des Lokals. Denn fündig wurden die Beamten nicht. Alle Preise, wenn auch hoch, waren ordnungsgemäß auf dem Menü notiert.

Auf Mykonos ist das kein Einzelfall. Immer wieder berichten Touristen von exorbitanten Preisen: Ein T-Shirt für 250 Euro, 68 Euro für ein Glas Prosecco, eine Shisha und zwei Getränke für 300 Euro. Solche Preise gelten als nicht widerrechtlich, wenn sie angegeben werden.

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