Ein Schornsteinbrand wird meist eher von den Nachbarn als von einem selbst entdeckt.
Ein Schornsteinbrand wird meist eher von den Nachbarn als von einem selbst entdeckt. Grit Rensch
Energiekrise

Schornsteinbrände – wie sie passieren, wie man sie verhindert

Angesichts der Energiekrise denken viele Menschen über einen Kamin nach. Doch damit steigt die Gefahr einer bestimmten Art von Bränden – für die es eine goldene Regel gibt.
Neubrandenburg

Die Nachfrage nach Kaminöfen steigt – auch in Mecklenburg-Vorpommern. Doch neben den gestiegenen Kosten steigt mit dieser Art von Heizung auch das Risiko von Bränden.

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Offenbar ist vielen Nutzern der korrekte Umgang mit diesen Feuerstätten und dem Kamin nicht unbedingt geläufig. Und so kann es zu Bränden kommen – die gar nicht unbedingt im Kamin selbst ihren Ursprung haben.

Nicht der Kamin oder Schornstein selbst brennt

Denn bei einem sogenannten Kaminbrand oder auch Schornsteinbrand genannt, brennt trotz der Bezeichnung gar nicht der Kamin selbst, sondern der Ruß, der im Kamin haftet. Dabei schlagen dann meist Flammen nach oben aus dem Schornstein.

Ruß- oder Teerablagerungen entstehen dann, wenn die Brennstoffe unvollständig verbrennen. Das betrifft Holz oder Kohle. Teer und Ruß sind im Grunde unverbrannte Kohlenwasserstoffe, die sich auf Grund einer zu niedrigen Verbrennungstemperatur oder Sauerstoffkonzentration nicht entzündet haben. Dieser Ruß lagert sich an Kaminwand ab. Beim Verfeuern von Holz entsteht im Vergleich mit anderen Brennstoffen vergleichsweise viel davon – besonders, wenn es nicht vollständig getrocknet ist.

Was sind nun die Ursachen für Kaminbrände oder begünstigen diese? Da sind zum einen falsch dimensionierte Schornsteine – sowohl zu große als auch zu kleine. Ist der Kaminquerschnitt zu klein, tritt das Abgas zu langsam aus, was das Ablagern von Rußpartikeln begünstigt. Ein zu großer Kamin hingegen erwärmt sich nicht schnell genug und die Abgase kondensieren an den Schornsteinwänden und die Rußpartikel lagern sich dort ab.

Zur Entzündung kann es dann auch aus verschiedenen Gründen kommen. Funken können genauso für das Entzünden verantwortlich sein, aber auch Flammen, die aus dem Kaminraum schlagen. Manchmal reicht auch schon sehr heißes Rauchgas, um den vorhandenen Ruß zu entzünden.

Die goldene Regel beim Kaminbrand

Kaminbrände sind sehr gefährlich. Zum einen werden sie oft erst spät entdeckt – oft bemerken Nachbarn die aus dem Schornstein aufsteigenden Flammen zuerst. Auch sind die Brände mit rund 1400 Grad ziemlich heiß. Ein besonderes Risiko stellt der Funkenflug dar, weil Kaminbrände häufig bei Sturm oder starkem Wind auftreten.

Eine goldene Regel gibt es im Falle des Kaminbrandes: Niemals versuchen den Brand mit Wasser zu löschen! Der Versuch, den Brand mit Wasser oder Schaum zu löschen, würde die Situation sogar schlagartig verschlechtern! Denn bei einem Kaminbrand herrschen im Kamin oder Schornstein sehr hohe Temperaturen. Das Wasser würde also schlagartig verdampfen, und der explosionsartig entstehende Wasserdampf würde den Kamin im schlimmsten Fall zum Platzen bringen.

Was sollte man im Falle eines Kaminbrandes tun?

  • Ruhe bewahren, Feuerwehr alarmieren
  • Verständigen Sie alle Menschen im Gebäude
  • Verständigen Sie den für Sie zuständigen Schornsteinfeger
  • Kontrollieren Sie, wenn möglich, die Räume, durch welche der brennende Kamin verläuft, auf austretenden Rauch oder Hitze

Um einen Feuer vorzubeugen, kann man folgendes beachten: Keine Kunststoffe oder Haushaltsabfälle verbrennen. Und man sollte immer nur trocken gelagertes Holz verbrennen, am besten sollte vorher zumindest zwei Jahre trocken gelagert werden.

 

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