CORONA-PANDEMIE

Schwächt sich Corona von ganz alleine ab?

Weltweit sind knapp 800.000 Menschen am Coronavirus gestorben, die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter täglich an. Ein Experte glaubt nun, Licht am Ende des Pandemie-Tunnels zu erkennen. Doch er relativiert seine Aussage gleich wieder.
Virologen wollen erste Anzeichen erkannt haben, dass das Coronavirus langfristig harmloser wird.
Virologen wollen erste Anzeichen erkannt haben, dass das Coronavirus langfristig harmloser wird. Sven Hoppe
Neubrandenburg.

Viren sind raffiniert. Um ihre Überlebensfähigkeit zu sichern, mutieren sie ständig. So passen sie sich optimal ihrem Zuhause an – also dem Lebewesen, das sie befallen. Bei einer Mutation gibt es mehrere Möglichkeiten: Das Virus könnte bezüglich seiner gesundheitlichen Bedrohung für den Wirt gleich effektiv bleiben, es könnte gefährlicher werden oder es könnte sich abschwächen.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich abschwächt, ist dabei gar nicht mal so gering. Denn aus Sicht des Virus ist es ja ganz einfach: Wenn es jedes Mal, wenn es irgendwo neu eingezogen ist, gleich alles niederbrennt, muss es ständig umziehen. Viel besser wäre es also, sein Zuhause bloß nach seinen Vorstellungen einzurichten und von dort aus weitere Wohnsitze zu erobern. Über 200 bekannte Erkältungsviren überleben so seit Jahrmillionen und sicherten sich damit eine friedlich-nervige Co-Existenz mit Mensch und Tier.

Mehr Infektionen, weniger Todesfälle

Eine ähnliche Entwicklung will nun ein Experte aus Nordrhein-Westfalen auch in Bezug auf das Coronavirus beobachtet haben. „Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass sich das Virus bereits abschwächt. Und es könnte auch sein, dass das Virus im Zuge der Veränderungen irgendwann nur noch eine Erkältung oder einen Schnupfen auslöst”, sagte der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Essen, Professor Ulf Dittmer, der Bild-Zeitung.

Dittmer stützt diese These auf zwei Beobachtungen: Erstens gebe es in Ländern, in denen die zweite Corona-Welle bereits in vollem Gange sei, deutlich weniger Todesfälle. Und zweitens nehme die Zahl der Patienten zu, die eine Störung der Geschmacks- und Geruchsfähigkeit als Covid-Symptom beklagten. Dies ginge normalerweise mit einem schwächeren Krankheitsverlauf einher.

Auch Drosten und Streeck sprachen von Abschwächung

Einen Tag später relativierte Dittmer diese These gegenüber dem Focus. Seine Aussagen seien extrem verkürzt wiedergegeben worden. „Ich habe gesagt, dass wir Veränderungen von anderen Viren, die zur Abschwächung einer Erkrankung geführt haben, schon gesehen haben. Ob das auch bei Sars-CoV-2 passiert oder passieren wird, wissen wir noch nicht”, sagte Dittmer.

Tatsächlich ist Dittmer nicht der erste Virologe, der auf absehbare Zeit eine Abschwächung des Coronavirus prognostiziert. Auch die bekannten Experten Christian Drosten und Henrik Streeck, ansonsten selten einer Meinung, brachten bereits vor Monaten unabhängig von einander die Möglichkeit ins Spiel, dass sich das Virus von den tieferen Atemwegsregionen in die höheren verlagern könnte.

Virus ist nicht weniger infektiös geworden

Dadurch würde es sich zwar leichter verbreiten können – es würde aber auch insgesamt harmloser. Allerdings sprachen beide Virologen hier von einem Mutationszeitraum von mehreren Jahren, nicht wenigen Wochen oder Monaten. Virologe Dittmer führte gegenüber dem Focus eine weitere Relativierung seiner Ursprungsthese an: Es ist möglich, dass der relative Fall der Todesrate auf andere Ursachen zurückzuführen sei, etwa der Tatsache, dass es nun bessere Therapien gebe oder sich vermehrt junge Leute ansteckten.

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Um eine Aussage über die Gefährlichkeit des Virus treffen zu können, sei es eindeutig noch zu früh. In einem Punkt sind sich fast alle Virologen aber einig: Seitdem wir das Virus kennen, ist es nicht weniger infektiös geworden.

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Kommentare (5)

Eine Infektion ist nicht gleich Krankheit. Bei Grippe seit Jahrzehnten bekannt, wenn zigtausende Personen sich zur Arbeit schleppen, die Infektion verbreiten und ohne Arzt auskurieren. Wieviel Personen durch solch Handlung mit Grippe dann infiziert und sterben: unbekannt. Bei Corona tun wir so, als ob ein Impfstoff das ändern könne und warten messianisch auf den Impfstoff.

Millionen Menschen werden noch an dieser neuen Krankheit sterben. Sie breitet sich aus wie im Lehrbuch. Weltweit, mustergültig und immer schneller! Wer glaubt, dass es besser wird, der wird enttäuscht werden. Jahre wird die Menschheit damit zu kämpfen haben.

Wie bei vielen anderen Krankheiten.

müsste das Virus töten, damit die Menschheit nur ein Jahr lang nicht wächst.

ist weltweit noch nicht einmal eine Million daran gestorben.