GIFT IN BADELATSCHEN

Sind meine Flipflops voller Schadstoffe?

Bitte ziehen Sie Ihre Flipflops aus und riechen Sie daran! Denn Badelatschen aus Kunststoff können gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe enthalten. Zum Testen sollten Sie auf Ihre Nase setzen.
dpa
Badelatschen, Flipflops und billige Adiletten-Imitate können giftige Schadstoffe enthalten.
Badelatschen, Flipflops und billige Adiletten-Imitate können giftige Schadstoffe enthalten. Alexander Blum
Tests des Tüv Rheinlands weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen aus Kunststoff nach.
Tests des Tüv Rheinlands weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen aus Kunststoff nach. Christin Klose
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Köln.

Wer Flipflops kauft, sollte einmal daran schnuppern. Riechen neue Plastikschuhe süßlich-beißend und ist der Geruch stärker als bei Kunststoff üblich, kann das ein Anzeichen für Schadstoffe sein. Viele Sommerschuhe mit Kunststoff – wie etwa die typischen Badelatschen – können gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe enthalten. Ein Problem ist das insbesondere bei Modellen, in die man ohne Socken steigt. Das Material gelangt somit direkt und über längere Zeit an die Haut, erklärt Ralf Diekmann, Experte für Produktsicherheit beim Tüv Rheinland.

Schwitzt der Fuß dann noch oder wurde er frisch eingecremt, entweichen die fettlöslichen Schadstoffe aus dem Material eher, und die Schadstoffe dringen über die offenen Poren besser in den Körper ein, als dies etwa bei Alltagschuhen der Fall ist, in denen man Socken trägt.

Schadstoffe können teils als krebserregend gelten

Tüv-Tests weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen nach, berichtet Diekmann. Dazu zählen Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die reizend wirken können und teils als krebserregend gelten.

Erkennen kann man diese Stoffe manchmal selbst: Die Produkte damit riechen prägnant und unangenehm, manchmal süßlich, beschreibt Diekmann. Aber das treffe nicht auf alle PAK zu. Daher empfiehlt der Tüv-Experte, auf den Kauf von Schlappen und Badelatschen aus zweifelhaften Quellen zu verzichten – insbesondere Strandbuden, Wochenmärkte oder unseriöse Internetshops.

„Preis kein verlässliches Kriterium”

Bekannte Händler, Handelsorganisationen und Marken-Hersteller haben strenge Sicherheitsauflagen für Zulieferer, um zweifelhafte Inhaltsstoffe zu vermeiden, erklärt Diekmann. Hier gehe es um den guten Ruf der Marke. Viele Firmen arbeiteten zudem mit Prüfinstitutionen zusammen. „Deren Produkte sind in der Regel deutlich sicherer als zum Beispiel Schuhe vom Strand oder dem Wochenmarkt”, so der Tüv-Experte.

Darüber hinaus sei es für Verbraucher schwierig, verlässlich schadstofffreie Produkte auszumachen. Bekannte Label und Gütesiegel seien bei solchen Schuhen nicht großflächig verbreitet. Auch sei der Preis kein verlässliches Kriterium, betont Diekmann. Selbst bekannte Schnäppchen-Ketten hätten nach Tüv-Ansicht interne Qualitätssicherungen. Zumal es sich bei solchen Schuhen häufig um günstige Saisonware handelt.

Weiße Socken wieder in Mode

Besser schützen in den Schlappen und Sandalen aus Kunststoff kann man sich allerdings mit Socken – und das scheint in dieser Saison auch noch in Mode zu sein. Richtig gelesen: Weiße, hohe Sportsocken in Badelatschen gerade von bekannten und sogar Luxus-Marken liegen bei jungen Männern im Trend.

 

Mehr Infos zum Thema PAK erfahren Sie hier:

Bundesumweltamt: Was sind Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wie kann ich belastete Produkte erkennen?

 

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