CORONA-MAßNAHMEN

So bekommen Sie den Kinderfreizeitbonus

100 Euro je Kind können Familien ab August erhalten. Aber nicht alle haben Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus. Wie wird das Geld beantragt? Was ist dabei wichtig? Hier finden Sie alle Informationen.
Mit dem Kinderfreizeitbonus sollen Kinder insbesondere Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen und während
Mit dem Kinderfreizeitbonus sollen Kinder insbesondere Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen und während der Corona-Pandemien Versäumtes nachholen können. (Symbolbild) Jens Kalaene
Mit dem Kinderfreizeitbonus sollen Kinder insbesondere Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen und während
Mit dem Kinderfreizeitbonus sollen Kinder insbesondere Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrnehmen und während der Corona-Pandemien Versäumtes nachholen können. (Symbolbild) Britta Pedersen
Berlin ·

Ab August bekommen Familien mit geringem Einkommen eine Extra-Zahlung von einmalig 100 Euro je Kind. Der Bonus soll vor allem für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten verwendet werden. Er ist Teil des „Corona-Aufholprogramms”, mit dem Bund und Länder die Langzeitfolgen der langen Einschränkungen im Bildungs- und Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche abmildern wollen.

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Wer hat Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus?

Das Geld bekommen minderjährige Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien und Familien mit kleinen Einkommen, die zum Beispiel auf Hartz-IV oder Wohngeld angewiesen sind. Das Geld gibt es einmalig für Kinder und Jugendliche, die am 1. August 2021 noch nicht 18 Jahre alt sind und für die Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung bezogen wird.

Zusätzlich muss eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein. Die Familie bezieht im August 2021 für ihre Kinder Kinderzuschlag, Wohngeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, auch wenn kein Kindergeld bezogen wird, oderLeistungen im Rahmen der Ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt im Sozialen Entschädigungsrecht.

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Welche Familien müssen den Kinderfreizeitbonus nicht beantragen?

Familien, die bereits Kinderzuschlag von der Familienkasse beziehen, erhalten den Kinderfreizeitbonus automatisch in Form einer Einmalzahlung im August. Es muss also in diesem Fall kein extra Antrag gestellt werden. Das gilt übrigens auch für Familien, die zusätzlich zum Kinderzuschlag Wohngeld oder Leistungen der Grundsicherung beziehen.

Welche Familien müssen den Kinderfreizeitbonus beantragen?

Anders sieht es aus, wenn eine Familie keinen Kinderzuschlag, wohl aber Wohngeld oder Hilfen zum Lebensunterhalt erhält. In diesem Fall muss der Kinderfreizeitbonus beantragt werden.

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Wie wird der Kinderfreizeitbonus beantragt?

Der Kinderfreizeitbonus wird über ein Formular, das im Internet unter www.familienkasse.de verfügbar ist, beantragt. Der ausgefüllte Antrag muss dann per Post an die zuständige regionale Familienkasse, zum Beispiel an die Familienkasse Nord, geschickt werden. Die jeweils zuständige Familienkasse ist auf dem Kindergeldbescheid vermerkt. Der Antrag kann aber auch an [email protected] gemailt werden.

Bitte fügen Sie dem ausgefüllten Antrag geeignete Nachweise über die Bewilligung von Wohngeld oder Sozialhilfe für den Monat August 2021 bei. Dies kann zum Beispiel eine Kopie des Bewilligungsbescheids sein. Die Kinder, für die der Kinderfreizeitbonus beantragt wird, müssen auf dem Bescheid ersichtlich sein.

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Die Auszahlung erfolgt dann frühestens ab August. Für den Kinderfreizeitbonus wird kein schriftlicher Bewilligungsbescheid erstellt.

Wird der Kinderfreizeitbonus auf Sozialleistungen angerechnet?

Nach Angaben der Agentur für Arbeit wird diese Einmalzahlung nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Auch beim Unterhaltsvorschuss wird der Kinderfreizeitbonus nicht angerechnet.

Welcher Elternteil bekommt den Kinderfreizeitbonus, wenn die Eltern getrennt leben?

Es erhält der Elternteil den Bonus, der auch das Kindergeld bekommt.

Kann der Kinderfreizeitbonus gepfändet werden?

Grundsätzlich kann der Kinderfreizeitbonus nicht gepfändet werden. Einzige Ausnahme ist die Pfändung wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche des betroffenen Kindes. Bei den Familienkassen kommt es in der Regel jedoch zu keiner Pfändung, weil die Pfändung auf solche gesetzlichen Unterhaltsansprüche beschränkt ist.

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Was passiert, wenn das Kind am 1. August 18 Jahre alt wurde?

Wurde das Kind am 1. August 2021 bereits 18 Jahre alt oder wurde es an diesem Tag 18, besteht kein Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus. Wird das Kind am 2. August 2021 oder später 18 Jahre alt, kann die Familie Kinderfreizeitbonus erhalten, wenn auch die anderen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wer kann bei weiteren Fragen helfen?

Für allgemeine Fragen zum Antragsverfahren steht Ihnen die gebührenfreie Rufnummer 0800/4555543 zur Verfügung.

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Kommentare (6)

Ist doch eher zu bezweifeln dass das Geld bei den Kindern ankommt und nicht doch zum grössten Teil für Suff,Kippen und Schmuck rausgehauen wird. Bezieher dieser Leistung, sollten nachweisen müssen dass, das Geld den Kindern zugute kam.

Kann ich nur zustimmen. Dabei frage ich mich, welche finanziellen Einbußen Hartz4 Empfänger (die den Bonus ja erhalten) während der Pandemie hatten. Während Normalverdiener, die in Kurzarbeit waren, keinen Anspruch haben.

Schon mal daran gedacht das hartz4 Empfänger auch arbeiten. Viele müssen mit hartz4 aufstocken

Einige, nur sicher nicht alle schon gar nicht die Mehrheit.

Die Hartzer haben auch 100 euro Coronabonus bekommen weil die durch Corona ja angeblich mehr Ausgaben hatten (masken, tests etc) und diese ja vom Hartz4 bestreiten müssen. Muss ich als Arbeitnehmer zwar auch aber selbst schuld wenn ich arbeiten gehe.

Damit die Kinder irgendwas machen, außer in der Corona-Bude zu hocken.

Geht also offensichtlich drum, Geld für enstandende Mehrkosten aus der sozialen Teilhabe zu deckeln und nicht um enstandende Einbußen der Maßnahmen auszugleichen.

Aber wie der Vordermann schon schrieb ist es natürlich ulkig davon auszugehen, dass jenes Geld explizit in einen Tagesausflug zu Europas größten Indoor-Spielplatz gesteckt wird. Zumal 100 € heutzutage echt mickrig sind, um ein Kind mehr als 2 Tage zu bespaßen.