POLIZEIRATGEBER

So kommen Sie sicher durch den Sommerurlaub

Die Corona-Maßnahmen werden immer mehr gelockert. Das bedeutet jetzt für viele Menschen: Endlich in den Urlaub! Dabei gilt es aber einige Dinge zu beachten.
Urlaub trotz Corona-Maßnahmen: Auch in Pandemie-Zeiten gilt Vorsicht vor Betrügern und Straftaten.
Urlaub trotz Corona-Maßnahmen: Auch in Pandemie-Zeiten gilt Vorsicht vor Betrügern und Straftaten. Christin Klose
Neubrandenburg.

Die Sommerferien stehen bevor und viele Menschen sind froh, dass die Reisewarnung wegen des Coronavirus für etliche Bundesländer aufgehoben wurde. Die Polizei mahnt aber weiter zur Vorsicht bei Urlaubsreisen, und hat deshalb einige Tipps dazu veröffentlicht, wie sich Touristen am besten vor Straftaten schützen können – und das schon vor Beginn der Reise. So wird Dieben oder Betrügern keine Chance auf Beute gegeben.

Reisehinweise zu Corona

Informieren Sie sich bereits bei der Planung einer Auslandsreise über den Reisehinweis zu Ihrem Zielland auf der Website des Auswärtigen Amtes. Auch im Ausland gelten häufig vorbeugende Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Mindestabstand.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hat dazu aufgerufen, die Corona-Regeln auch in der Ferienzeit konsequent einzuhalten. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden und so die zurückgewonnene Normalität aufs Spiel setzen”, mahnte Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch. In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl der aktiv an Covid-19-Erkrankten in Brandenburg von rund 60 auf 130 mehr als verdoppelt. „Allen muss klar sein, dass jede Lockerung das Infektionsrisiko erhöht”, sagte die Ministerin. Neue Corona-Hotspots wie im Landkreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und in den Berliner Bezirken Neukölln und Friedrichshain zeigten, wie schnell das Coronavirus das öffentliche Leben wieder massiv einschränken könne.

Online-Buchen

Seien Sie wachsam, denn es gibt gefälschte Verkaufsplattformen, sogenannte Fake-Shops, die Reisen gegen Vorkasse anbieten, die es jedoch gar nicht gibt, beispielsweise auch Flugreisen. Haben die Opfer bezahlt, ist das Geld weg. Seien Sie deshalb vorsichtig bei vermeintlichen Schnäppchen oder angeblich begrenzten Angeboten.

Geben Sie den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine ein, um negative Erfahrungen anderer Kunden herauszufinden oder erkundigen Sie sich bei einer Verbraucherzentrale über den Shop. Zahlen Sie niemals per Vorkasse, sondern wählen Sie sichere Zahlungswege, z. B. auf Rechnung. Haben Sie bereits Geld an einen Fake-Shop überwiesen, informieren Sie sich umgehend bei Ihrer Bank, ob Sie die Zahlung rückgängig machen können. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Vor der Abreise

Bitten Sie Nachbarn, dafür zu sorgen, dass Ihr Haus einen bewohnten Eindruck erweckt, zum Beispiel durch regelmäßiges Leeren des Briefkastens. Hinterlassen Sie auf Ihrem Anrufbeantworter und in den sozialen Netzwerken keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit. Machen Sie vor der Abreise Kopien Ihrer Ausweise (Pass und Impfausweis), Zahlungskarten und Tickets, und bewahren Sie diese an separater Stelle in Ihrem Reisegepäck auf.

Geld und Wertsachen

Tauschen Sie Ihr Geld gegen fremde Währungen grundsätzlich nur in Geldinstituten. Nehmen Sie nur so viel Bargeld, Zahlungskarten oder Ausweise mit wie nötig und tragen Sie diese am Körper. Lassen Sie Ihre Kinder nie allein auf Gepäck oder Wertsachen aufpassen. Wenn die Karte weg ist, lassen Sie Ihre Karte sofort unter dem Sperr-Notruf 116 116 sperren, aus dem Ausland unter +49-116 116 oder +49-30-40 50 40 50 (gebührenpflichtig). Informieren Sie nach Sperrung der Karte Ihre Bank. Damit Ihre Debitkarte auch für das elektronische Lastschriftverfahren (SEPA) gesperrt werden kann, für das nur eine Unterschrift benötigt wird, müssen Sie den Verlust Ihrer Karte der Polizei in Deutschland melden.

Diebstahl von Auto, Wohnwagen oder Zweirad

Wenn Sie unterwegs kurz halten, zum Beispiel, um zu tanken oder eine Raststätte aufzusuchen, seien Sie wachsam. Dieben reicht eine kurze Abwesenheit, um Wertsachen aus Ihrem Fahrzeug zu stehlen oder sogar damit wegzufahren. Manche Tätergruppen locken Reisende unter einem Vorwand gezielt von ihrem Gefährt weg. Sie machen auf vermeintliche Schäden am Fahrzeug aufmerksam oder bitten darum, auf einer Landkarte den Weg gezeigt zu bekommen. Stellen Sie deshalb Ihr Fahrzeug auf belebten und gut beleuchteten Parkplätzen ab.

Mehr lesen: Hier drohen Urlaubern auf vielen Strecken Staus

Lassen Sie nichts Wertvolles in Ihrem Fahrzeug. Lassen Sie nie Hinweise zu Ihrer Wohnanschrift sowie Hausschlüssel offen liegen. Halten Sie auch während der Fahrt Ihr Fahrzeug verschlossen, um Blitzdiebstähle zu verhindern. Wenn Sie unterwegs übernachten: Nehmen Sie sämtliches Gepäck aus dem Kofferraum.

Mit dem Wohnwagen auf dem Campingplatz

Als Fahrer eines Wohnwagens oder Wohnmobils sollten Sie schon vor Anbruch der Dunkelheit einen Campingplatz zum Übernachten suchen. Stellen Sie Ihren Wohnwagen oder Ihr Zelt nur auf offiziellen Campingplätzen auf. „Wildes” Campen ist meist nicht nur verboten, sondern auch risikoreicher. Sichern Sie Ihr Fahrzeug mit einer Alarmanlage und bauen Sie ein fest verankertes Wertbehältnis (Wohnmobiltresor) ein. Sichern Sie auf Fahrradträgern montierte Fahrräder mit zusätzlichen Schlössern. Eine Deichselsicherung schützt Sie vor dem Verlust des kompletten Wohnwagens.

Unterwegs mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff

An Bahn- und Busbahnhöfen, Häfen und Flughäfen sind häufig viele Leute unterwegs. Solche Menschenansammlungen sind bei Taschendieben sehr beliebt. Tragen Sie also auch während Fahrt, Schiffsreise oder Flug Ihre Zahlungsmittel, Ausweispapiere, Tickets und andere Wertsachen immer am Körper. Wenn Sie Ihren Sitzplatz verlassen, bitten Sie vertrauenswürdige Fahrgäste, auf Ihr Gepäck aufzupassen.

Mehr lesen: Reisewarnung für 27 europäische Länder aufgehoben

Schiffsreisende sollten ihre Zahlungsmittel, Papiere und Wertsachen auf keinen Fall offen in der Kabine zurücklassen, sondern in den Schiffssafe legen. Flugreisende sollten sich am Zielflughafen sofort zum Gepäcktransportband begeben, um ihre Koffer abzuholen. Melden Sie offensichtlich herrenlose Gepäckstücke umgehend dem Aufsichtspersonal oder der Polizei.

Nehmen Sie sich vor Betrügern in acht

Fahrscheine für Ausflugsfahrten oder Eintrittskarten für Veranstaltungen sollten Sie nur im Hotel oder bei offiziellen Verkaufsstellen kaufen, nicht bei „fliegenden Händlern“ auf der Straße. Sollten Sie im Urlaubsland Medikamente benötigen, kaufen Sie diese nur in offiziellen Apotheken. An anderen Orten besteht die Gefahr, dass Sie gefälschte Präparate erwerben.

Fallen Sie nicht auf „Mitleidsmaschen“ herein, bei denen Unfälle oder Pannen vorgetäuscht werden, um hilfsbereite Reisende zu bestehlen. Andere „Ganoven“ stellen sich als Landsleute vor, denen angeblich das gesamte Geld und die Ausweispapiere gestohlen wurden, um Sie um Bargeld für die Heimreise zu bitten. Selbstverständlich versprechen sie, das Geld in Deutschland zurückzuzahlen – was aber nicht geschieht. Verweisen Sie in solchen Fällen auf die nächstgelegene deutsche Botschaft oder ein deutsches Konsulat. Vereinbaren Sie einen verbindlichen Preis, bevor Sie Dienstleistungen wie Taxifahrten, Ausflüge oder Fremdenführungen in Anspruch nehmen.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

Kommende Events in Neubrandenburg (Anzeige)

zur Homepage