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So schützen Sie sich am besten vor der Hitze

In dieser Woche wird es heiß! Um mit den Temperaturen von bis zu 34 Grad klarzukommen, haben wir für Sie ein paar Tipps zusammengetragen.
dpa
Eine Abkühlung sollte an heißen Tagen immer möglich sein.
Eine Abkühlung sollte an heißen Tagen immer möglich sein. Jens Büttner
Neubrandenburg ·

Die erste große Hitzewelle steht nun auch in Mecklenburg-Vorpommern vor der Tür. Temperaturen bis zu 34 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst zum Ende der Woche. Da fließt der Schweiß in Strömen, und die Luft steht unerträglich. Um die Hitze irgendwie auszuhalten und vor allem gesundheitlich gut durchzukommen, sollten Sie folgende Tipps befolgen, die auch ihren Haustieren und ihrem Auto gut tun werden.

In Zeiten der Corona-Pandemie müssen nicht nur Berufstätige, die im Freien arbeiten, auf ausreichend Flüssigkeit achten. Auch die vielen Millionen Arbeiter im Homeoffice können mit einigen Kniffen dafür sorgen, dass aus dem eigenen kleinen Büro keine unfreiwillige Sauna wird.

Lauwarme Getränke, Wassermelonen und Gurken

An sehr warmen Tagen sollte man etwa auf feuchtigkeitsdurchlässige Kleidung, leichte Mahlzeiten und ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, rät das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG). Empfehlenswert ist der Griff zu lauwarmen Getränken, da sie dem Körper am Schnellsten als Kühlmittel zu Verfügung stehen. Zu kühle Flüssigkeiten müssen erst vom Körper erwärmt werden, während Heißgetränke das Schwitzen fördern. Konkret rät das IFBG, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Auch über Wassermelonen, Gurken oder Tomaten lässt sich der Flüssigkeitsbedarf regulieren.

Vor allem ältere Menschen, denen das Durstgefühl fehle, müssten zum Trinken animiert werden, mahnen Ärzte. Wer bei der Hitze aber etwa im Straßenbau arbeite oder einem ähnlichen Beruf nachgehe, könne gar nicht so viel trinken, wie die Sonne scheint. „Ständig trinken!”, lautet daher die Empfehlung.

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Hauttest auf Flüssigkeitsmangel

Ob der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist, soll ein Hautspannungstest zeigen. Man bildet zum Beispiel mit Daumen und Zeigefinger auf dem anderen Handrücken eine Hautfalte. Lässt man sie los, sollte sie rasch zur normalen Position zurückschnappen. Wird die Falte nur langsam wieder glatt, ist das ein Zeichen für eine schlechte Hautspannung, was auf eine gewisse Dehydration hindeutet. Zeit, etwas zu trinken.

Doch um festzustellen, dass man zu wenig getrunken hat, hält der Hautarzt Christoph Liebich aus München andere Methoden für besser. „Ich würde es eher an körperlichen Symptomen festmachen: Schlappes Gefühl, Kopfschmerzen, trockene Mundschleimhaut”, sagt der Mediziner aus München.

Überflüssige Technik ausschalten

Vor allem im Homeoffice ist zu beachten, dass auch elektronische Geräte Wärme ausstrahlen. Ungenutzte digitale Geräte sollte man daher ausschalten. Am frühen Morgen sollte man den Raum lüften und anschließend abdunkeln – idealerweise mit einem Außenrollo. Dadurch bleibt es im Raum länger kühl und das Arbeiten wird angenehmer.

Um sich abzukühlen, muss man nicht gleich seine Mittagspause am Tollensesee, der Müritz oder in der Ostsee verbringen. Es könne auch ein Eimer Wasser für die Füße oder ein nasser Lappen dazu beitragen, den Kreislauf zu stabilisieren und sich abzukühlen, empfehlen Ärzte. Außerdem kann man Wasser aus dem Hahn eiskalt einige Minuten über die Hände und die unteren zwei Drittel der Unterarme fließen lassen. „Das ist am angenehmsten”, findet Liebich.

An sonnigen und heißen Tagen sollte man sich zwischen 11 und 16 Uhr lieber im Schatten aufhalten, rät der Hautarzt. Und keine Sorge: Wer davor und danach in die Sonne geht, bildet – auch wenn er eincremt ist – noch genügend Vitamin D und Glückshormone, sagt Liebich. Er betont: „Sonnenschutz ist das A & O, denn die Alternative ist Hautkrebs.”

„Alle Fenster auf und Ventilatoren an”

Wenn der Arbeitsplatz aber nicht das heimische Wohn- oder Arbeitszimmer ist, sondern das Büro außerhalb liegt, dann gilt es einige Tipps für die Wohnung zu beachten. Wohnungen, die nur morgens und abends gelüftet werden, sollten tagsüber so konsequent wie möglich abgedunkelt werden, empfiehlt Prof. Hartwig Künzel vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen (Bayern). Am wirksamsten ist dabei die Verschattung von außen durch Jalousien. Aber auch Vorhänge innen sind besser als nichts. „Es geht darum, die Solarstrahlung abzuhalten”, erklärt Künzel. Wer sich nicht bei künstlicher Beleuchtung im Dunkeln aufhalten möchte, sollte einen Kompromiss zwischen abgedunkelten Räumen und einzelnen, nicht verdunkelten Fenstern finden.

Um ein bestmögliches Raumklima zu erreichen, gebe es eine einfache Faustregel: „Man sollte immer dann die Fenster öffnen, wenn es draußen kühler ist als drinnen”, so Künzel. An Sommertagen mit großer Hitze ist das in vielen Gebäuden nur nachts und in den frühen Morgenstunden der Fall. Umgekehrt heißt das: Heizt sich eine Wohnung – zum Beispiel in einem Dachgeschoss – so stark auf, dass es drinnen wärmer wird als draußen, sollte durch offene Fenster für einen Ausgleich gesorgt werden.

Für den Fall, dass es in der Wohnung „nicht auszuhalten” ist, empfiehlt auch das Deutsche Rote Kreuz: „Alle Fenster auf und Ventilatoren an!”

Da oben ist es meistens kühler: Das höchste Café in ganz Mecklenburg-Vorpommern

Nasse Handtücher sind keine gute Idee

Von der Idee, gegen die Hitze nasse Handtücher in Wohnräumen aufzuhängen, rät Künzel ab. Zwar stellt sich hierdurch eine Abkühlung ein. Die so eingebrachte Feuchtigkeit bedeute aber auch eine Last für die Bausubstanz und könne bei geschlossenen Fenstern die Raumluftfeuchte so stark erhöhen, dass die hygienischen Verhältnisse beeinträchtigt werden und unter Umständen gar Schimmelpilze wachsen.

Doch nicht nur uns Menschen machen hohe Temperaturen zu schaffen. Auch Hunden wird es heiß unter ihrem Fell. Wie sorgt man beim Vierbeiner für die richtige Abkühlung? Laut der Organisation Vier Pfoten müssen Hundehalter dabei vor allem zwei Grundsätze beachten. Hunde müssen im Sommer immer Zugang zu ihrem Wassernapf haben. Und ein schattiger Rückzugsort ist wichtig, sei es im Keller oder in Küche.

Welche Wassermenge für den Hund täglich die richtige ist, hängt von der Rasse ab. Fest steht: Wenn der Hund hauptsächlich Trockenfutter bekommt, sollte er noch mehr trinken. Denn im Gegensatz zu Nassfutter wird hierbei keine Flüssigkeit aufgenommen.

Sieben-Sekunden-Regel

Auch beim Gassigehen lauern im Sommer für den Hund Gefahren – vor allem überhitzter Asphalt kann zu Brandblasen oder geschwollener Haut führen. Um zu überprüfen, ob der Asphalt für den Hund zu heiß ist, empfiehlt Vier Pfoten die Sieben-Sekunden-Regel anzuwenden. Hierbei sollen Hundebesitzer sieben Sekunden lang ihren Handrücken auf den Asphalt legen. Ist dieser zu heiß für die Hand des Menschen, dann ist die Hitze auch für den Hund zu hoch. Ein Spaziergang auf Gras oder einer Wiese ist daher im Sommer immer die bessere Option. Lange Ausflüge sollten nur in kühlen Morgen- oder Abendstunden unternommen werden.

Kein eiskaltes Wasser verwenden

Zusätzlich können sogenannte Kühlmatten, deren Gel kühler ist als die Umgebung, beim Hund für die nötige Erfrischung sorgen. Denn besonders älteren Hunden fällt es im Sommer schwerer, die eigene Körpertemperatur ausreichend zu regulieren.

Im Falle einer Überhitzung bieten sich feuchte Wickel an, um die Gliedmaßen runterzukühlen. Wichtig: Auf keinen Fall eiskaltes Wasser über den Hund schütten, denn das kann laut Tierschutzbund zu einem Kreislaufkollaps führen.

Hundeeis als Abkühlung

Auch eine Art Hundeeis kann eine schmackhafte Abkühlung für die Tiere sein. Der Tierschutzbund rät beispielsweise, Quark mit Obst zu mischen und einzufrieren. Sogenannte Kong, Hundespielzeuge mit Hohlraum, sind dabei nützlich.

Weil der Hund den Quark nur nach und nach aus dem Kong schlecken kann, verhindert man, dass die eiskalte Erfrischung als Eisklumpen im Hundemagen landet. Hat der Hund einen sensiblen Magen, sollte man allerdings lieber auf die tierische Abkühlung verzichten.

Im Auto leidet die Elektronik

Neben Hunden lieben viele Menschen aber auch Autos, und auch die sollte man bei den heißen Temperaturen richtig pflegen. An besonders heißen Tagen können die Temperaturen unter der Motorhaube eines Autos auf mehr als 100 Grad ansteigen. Dabei kann die mitunter empfindliche Elektronik und auch die Fahrzeugtechnik Schaden nehmen. Der Auto Club Europa (ACE) hat ein paar Tipps parat und sagt, worauf man unbedingt achten sollte.

Grundsätzlich gilt: Leuchtet eine rote Warnlampe, sollte bei der nächsten Gelegenheit an einer sicheren Stelle rechts rangefahren werden. Dadurch können größere Schäden verhindern werden – und man vermeidet, eventuell später auf dem Seitenstreifen oder an einer unübersichtlichen Stelle halten zu müssen.

Probleme so früh wie möglich beseitigen

Aber schon beim Leuchten der gelben oder orangen Warnleuchte sollte der Fehler unbedingt überprüft werden. Elektronische Bauelemente seien zwar grundsätzlich auch für höhere Temperaturen ausgelegt. Aber gerade beim Parken in praller Sonne könne es unter der Motorhaube so heiß werden, dass diese leiden, so der ACE. Da die Bauteile oft sicherheitsrelevante Aufgaben im Auto übernehmen, sollte das Problem umgehend beseitigt werden.

Auch ein Akku wird durch die hohen Temperaturen in Mitleidenschaft gezogen und altert schneller. Längere Stehzeiten, beispielsweise am Urlaubsort oder in der Garage, schwächen die Batterie. Denn auch Alarmanlage und Türschlösser benötigen weiter Energie. Dies sollte man im Blick haben.

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Luftdruck und Kühlmittel prüfen

Die Experten empfehlen zudem, den Luftdruck in den Reifen alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt zu prüfen. Die Kombination von Hitze mit falschem Luftdruck sei eine der häufigsten Ursachen für Reifenschäden.

Ein weiterer Tipp: Vor der Fahrt nachschauen, ob das Kühlmittel den korrekten Füllstand hat. Typische Probleme mit dem Kühlsystem, die sich so finden lassen, seien undichte Schlauchstutzen oder Behälter sowie eine defekte Wasserpumpe. Auch die Kühlflüssigkeit der Klimaanlage sollte immer wieder mal überprüft werden.

Außerdem sollte man das Fahrzeug im Schatten abstellen und dabei auch bedenken, dass die Sonne wandert. Ein Sonnenschutz an der Windschutzscheibe schützt beispielsweise die Elektronik im Armaturenbrett vor Hitze. Läuft der Motor im Stillstand bei hohen Außentemperaturen, gibt er zusätzlich Hitze ab. Deshalb gilt im Stau: Motor abstellen. Durch Erwärmung dehnen sich Benzin und Diesel aus, deswegen soll im Sommer nicht bis zum Anschlag vollgetankt werde. In der prallen Sonne kann der Sprit aus dem Tank laufen, das kann gefährlich werden.

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