KfZ-Versicherung

Wer bezahlt Vandalismus-Schäden am Auto?

Lackschäden und Bagatellen am eigenen Wagen sind immer ärgerlich. Für die Betroffenen kann es teuer werden, wenn es sich bei der Beschädigung um Vandalismus handelt. Denn, nicht alle Versicherungen kommen dafür auf. Wir erklären, welche Versicherung in einem solchen Fall hilft.
Johanna Horak Johanna Horak
Sandra Specht Sandra Specht
Schrammen am Auto und kein Verursacher in Sicht. Was jetzt?
Schrammen am Auto und kein Verursacher in Sicht. Was jetzt? Inga Kjer
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Neubrandenburg.

Stellen Sie sich vor, Sie verlassen morgens das Haus, um mit Ihrem Auto zur Arbeit zu fahren. Am Wagen angekommen, der Schreck. Ein großer Kratzer ziert die Fahrertür. Genau das ist vor kurzem in Neubrandenburg passiert. Im Reitbahnviertel hat ein 24-jährigen Syrer neun Autos demoliert. Wie sich Betroffene in einer solchen Situation richtig verhalten, weiß Kathrin Peter von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Was ist zu tun?

„Als Erstes ist es wichtig, dass man den Schaden sowie die Umgebung, in der sich das Auto befindet, gleich fotografiert. Denn die Bilder können als Beweismittel für Polizei und Versicherung dienen”, rät die Expertin. Sie empfiehlt außerdem, das Auto erst zu bewegen, nachdem das erledigt ist.

„Der zweite Schritt ist Anzeige zu erstatten”, sagt Peter. „Im Anschluss daran sollte man, als dritten Schritt, sofort seine Versicherung über den Schaden informieren.”

Wer kommt für den Schaden auf?

„Generell gilt, Vandalismusschäden werden nur durch eine Vollkaskoversicherung abgedeckt und auch nur, wenn der Täter nicht ermittelt werden kann”, so die Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale. Aus diesem Grund sei es so wichtig, dass man die Polizei informiere und Anzeige erstatte.

„Wenn der Täter gefunden wird, muss er für den Schaden aufkommen. Die Versicherung wird ihn zur Begleichung der Schadenssumme auffordern. Für den Fall, dass er nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, um die Kosten für die Reparatur zu bezahlen, greift hier wieder die Vollkasko”, sagt Peter.

Doch auch bei der Vollkaskoversicherung gibt es etwas zu beachten. „Im Vorfeld sollte der Verbraucher prüfen, ob bei Schadensregulierung die Zurückstufung beim Schadensfreiheitsrabatt erfolgt. Dies hat zur Folge, dass der Versicherungsbeitrag in den nächsten Jahren steigt. Hinzu kommt oft eine vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Es kann also für den Verbraucher günstiger sein, die Reparatur des Schadens selbst zu bezahlen”, erklärt die Expertin die Problematik.

Im Falle einer Teilkaskoversicherung sieht es für den Betroffenen leider schlecht aus. Denn: „Wer eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat, muss den Schaden selbst bezahlen”, sagt Kathrin Peter.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Thomas Driessen, der Inhaber von „Driessen Lackierungen” aus Neustrelitz verrät, dass die Kosten für die Beseitigung der Lackschäden bei 200 € beginnen. Die Preise für die Motorhaube, die Türen oder das Heck seien komplett unterschiedlich.

„Die Originalfarbe des Autos kann nur zu 98 Prozent wiederhergestellt werden”, sagt Driessen. Auch führen solche Reparaturen zu einer Wertminderung. „Die Kunden müssen aber im Einzelfall selbst entscheiden, ob sie eine 'Schönheitsreparatur' an der Karosserie für erforderlich halten”, so der Experte. Unternimmt man gar nichts, kann sich an der betreffenden Stelle Rost bilden oder die Farbe abblättern.