Ob die Warnstufe Grün, Gelb, Orange oder Rot gilt, hing bislang von der 7-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung, von der
Ob die Warnstufe Grün, Gelb, Orange oder Rot gilt, hing bislang von der 7-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung, von der 7-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen und von der Auslastung der Intensivstationen ab. Andreas Arnold
Leserfragen zu Corona

So werden die Corona-Warnstufen festgelegt

Wie lange muss ich nach einer Infektion mit der Impfung warten? Kann der Arbeitgeber eine Impfung erzwingen? Wie werden Corona-Warnstufen festgelegt? Den Nordkurier haben neue Corona-Fragen erreicht.
Schwerin

Bei mir wurde Anfang November 2021 bei einem PCR-Test die Corona-Delta-Variante nachgewiesen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keinerlei Impfung in Anspruch genommen. Jetzt habe ich mich aber nun doch entschlossen, mich impfen zu lassen. Ab wann kann ich das jetzt tun?

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums Mecklenburg-Vorpommern sollte die Impfung mit einem zeitlichen Abstand von mindestens drei Monaten nach der Erkrankung erfolgen. Wenn die Infektion durch den serologischen Nachweis spezifischer Antikörper in einer Blutprobe bestätigt worden sei, könne die Impfung bereits ab vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen, sagte ein Ministeriumssprecher. Eine Auffrischungsimpfung sollte in einem zeitlichen Abstand von mindestens drei Monaten nach der vorangegangenen Impfung stattfinden.

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Ich arbeite in einem Krankenhaus. Mein Arbeitgeber setzt mich jetzt unter Druck und verlangt, dass ich spätestens bis Ende Januar eine Impfung nachzuweisen habe. Ist das rechtens?

Der Gesetzgeber hatte im Dezember eine „einrichtungsbezogene“ Impfpflicht beschlossen, also zum Beispiel für Beschäftigte in Krankenhäusern, in Pflegeheimen, in Einrichtungen für behinderte Menschen, in Arztpraxen, in ambulanten Pflegediensten und ähnlichen Einrichtungen. Demnach muss der Impfnachweis spätestens am 15. März 2022 vorliegen. Nachweise, die ab dem 16. März 2022 durch Zeitablauf ihre Gültigkeit verlieren, müssen innerhalb eines Monats nach Ablauf der Gültigkeit durch Vorlage eines gültigen Nachweises ersetzt werden.

In Deutschland gilt man erst ab 14 Tagen, nachdem man die zweite Impfdosis mit Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten hat, als „vollständig geimpft“. Bei Johnson und Johnson erhält man diesen Impfstatus schon eine Woche nach der Impfung; allerdings wird eine rasche Booster-Impfung danach dringend empfohlen, um ausreichend geschützt zu sein.

Zwischen der ersten und der zweiten Impfung sollten drei bis sechs Wochen (Biontech) beziehungsweise vier bis sechs Wochen (Moderna) liegen. Insofern ist es nachvollziehbar, dass im Gesundheitswesen Arbeitgeber ihre noch nicht geimpften Angestellten darauf drängen, in den nächsten Tagen ihre Erstimpfung anzunehmen.

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In vielen Ländern, auch in den USA und in Deutschland, wird aber inzwischen auch diskutiert, ob es sinnvoll wäre, den Status „vollständig geimpft“ erst nach der dritten Impfung zu vergeben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagt mittlerweile, die Impfung sei nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde.

Am 8. Januar hatte das Oberverwaltungsgericht Greifswald Teile des Corona-Warnstufensystems in Mecklenburg-Vorpommern gekippt. Nach welchen Kriterien wird denn nun die aktuell gültige Warnstufe festgelegt?

Ob in einem Landkreis beziehungsweise im gesamten Land die Warnstufe Grün, Gelb, Orange oder Rot gilt, hing bislang von der 7-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung, von der 7-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen und von der Auslastung der Intensivstationen ab. Letzteres Parameter hatte das Oberverwaltungsgericht bemängelt, weil die Landesregierung die Zahl der Intensivbetten für Corona-Patienten pauschal mit 100 festgelegt hatte.

Seit dem 13. Januar gelten nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) nun wieder die insgesamt verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten. Dabei werden die Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) berücksichtigt. Diese Daten zeigen, wie viele aller Betten für Erwachsene der Intensivstationen durch COVID-Patienten belegt sind.

Demnach ist die Warnstufe Rot für den Parameter „ITS-Auslastung“ dann erreicht, wenn 15 Prozent aller ITS-Betten für Erwachsene in den Krankenhäusern durch Corona-Patienten belegt sind.

 

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