Tipps vom Müritz-Nationalpark-Ranger
So werden Hausbesitzer Waschbären wieder los

Ein Waschbär streunt durch menschliche Siedlungen und sucht Futter – immer öfter auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Ein Waschbär streunt durch menschliche Siedlungen und sucht Futter – immer öfter auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Patrick Pleul

Niedlich sehen sie ja aus, dennoch will sie nicht jeder auf dem Grundstück haben. Gegen Waschbären gibt es aber bessere Mittel als eine tödliche Falle.

Von der rasanten Ausbreitung des Waschbären im Nordosten ist auch der Seenplatten-Landkreis betroffen. Die possierlichen Kleinbären, die aus Nordamerika stammen und ursprünglich zur Pelzgewinnung nach Deutschland eingeführt wurden, haben hier keine natürlichen Feinde und können sich deshalb ungehindert vermehren. Die Kleinbären werden gemeinhin als niedlich empfunden, doch spätestens, wenn die nachtaktiven Kletterkünstler Hausdächer beschädigen und Isolierungen zerstören, finden auch Haus- und Gartenbesitzer die Tiere gar nicht mehr so niedlich.

Ranger und Umwelt-Experte Sebastian Krage von der Müritz-Nationalparkverwaltung hat Tipps gegeben, wie sie die ungebetenen Gäste loswerden können, ohne sie zu töten. Die Jagd verschärfe das Problem der schnell wachsenden Population noch, sagte Sebastian Krage. Die Natur gleiche die Verluste durch frühere Geschlechtsreife und mehr Nachwuchs aus.

Abschreckung per Stromschlag

Sebastian Krage empfiehlt dagegen funktionierende Schutzsysteme, die dort angebracht werden, wo die Tiere bevorzugt die Wände hochklettern: an Fallrohren, Blitzableitern, Hausecken, Balkonen und Kletterpflanzen. Das können elektrische Litzen sein, die dem Waschbären einen Stromschlag verpassen. Er zieht sich dann zurück. Bewährt haben sich auch Platten aus Plexiglas.

Im Müritz-Nationalpark beraten zwei Konfliktmanager zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Sie können per E-Mail kontaktiert werden: michler@projekt-waschbaer.de